12 Tipps von erfolgreichen Medien-Gründern, die dir garantiert weiterhelfen

Von RESI bis Edition F — vier Medien-Gründer haben uns im #BällebadBayern auf der re:publica ihre wichtigsten Learnings verraten.

Wo lässt es sich besser Interview führen, als im Bällebad? Bild: Mediennetzwerk Bayern

Wer kann bessere Tipps dazu geben, wie man möglichst erfolgreich ein Medien-Startup gründet, als diejenigen, die schon ihre eigenen Learnings gemacht haben? Auf der re:publica 2017 sind wir gleich mit vier Medien-Gründern in unser #BällebadBayern gesprungen. Martin Hoffmann, Marco Maas, Maren Urner und Susann Hoffmann haben uns zwischen 15.000 Bällen ihre besten Tipps und Tricks im Ask-me-Anything verraten.

Ihr habt unsere Interviews im Facebook Livestream verpasst? Kein Problem! Wir haben ihre wichtigsten Ratschläge zusammengefasst:

1. Martin Hoffmann, Gründer von RESI App

Martin Hoffmann hat einen sicheren Job in der Social-Redaktion der WELT aufgegeben, um mit seinem Startup Resi voll durchzustarten. Resi ist ein Bot, der einem Nachrichten im Chat so erzählt, wie es ein guter Freund tun würde. Heute sagt er:

“Die Zeit, um im Journalismus zu gründen, war noch nie so gut wie jetzt. Ich dachte mir: Ich bin jetzt knapp unter 30, in fünf oder zehn Jahren werde ich so eine Chance vermutlich nicht mehr haben.”

Martins wichtigste Learnings:

  1. Venture Capital ist für Medien-Startups vielleicht nicht immer die richtige Entscheidung, weil es im Hintergrund oft Abhängigkeiten gibt und unbedingt Reichweite erzielt werden muss. Deshalb finanziert er RESI per Bootstrapping — also mit eigenem Kapital und dem von Freunden.
  2. Neue Produkte sollte man immer mit den Nutzern zusammen entwickeln. Regelmäßig Feedback von Nutzern einholen hilft ungemein, damit man wirklich ihre Bedürfnisse trifft. Und das in jedem Stadium von der ersten Idee bis zum kleinsten neuen Produkt-Feature.
  3. Wer selbst Gründen will, sollte sich mit anderen Gründern unterhalten — nur so bekommt man einen ungefilterten Einblick und kann sich auf seine eigene Gründung vorbereiten!

Das ganze Ask-me-Anything könnt ihr euch hier anschauen:


2. Marco Maas, Gründer von xMinutes und OpenDataCity

Marco Maas ist Datenjournalist und Gründer der Plattform xMinutes. Er will alles über den Mediennutzer wissen — um ihm dann die passenden Inhalte zu jeder Situation zu liefern. Google war diese Idee (knapp) eine Million Euro wert. Er sagt:

“Wir haben ein bisschen um die Ecke gedacht — zu viel für den normalen Publisher, aber nicht für Google.”

Marcos wichtigste Learnings:

  1. Visionen machen sich bezahlt! Wenn ein Investor etwas zu verrückt findet, ist es vielleicht der falsche Investor, nicht die falsche Idee!
  2. Beim Gründen gibt es zwei Ansätze: Die, die nur am Produkt schrauben und erst später darüber reden, oder die, die erst nur eine grobe Idee auf die Beine stellen und dann mit Leuten reden, um ein Bedürfnis zu wecken. Zweiteres kann für manche Konstellationen zielführender sein!
  3. Manche schrauben aber ohnehin zu lange an ihrem Produkt. Marco Maas empfiehlt: Lieber erst einmal raus damit — wenn’s schief geht, kann man im Nachhinein fixen!

Das ganze AmA gibt es hier:


3. Maren Urner, Gründerin von Perspective Daily

Maren Urner hat mit Perspective Daily, einem Portal für konstruktiven Journalismus, 500.000 Euro im Crowdfunding eingesammelt und Promis wie Nora Tschirner überzeugt. Ein Problem: Viele Kritiker verwechselten konstruktiven Journalismus mit Journalismus, der gezwungen positiv berichten will. Maren Urner dazu:

“Menschen denken in Kategorien, und das ist eigentlich auch ok so — aber wenn man dann etwas Erklärungsbedürftiges liefert, muss man seine Worte sehr genau wählen!”

Marens wichtigste Learnings:

  1. Mit seiner Idee richtig verstanden zu werden, kann anstrengend sein und erfordert viel Engagement . Das fördert aber auch den Dialog!
  2. Angst vor dem Scheitern zu haben, ist normal und wichtig, Maren hat das immer noch sehr regelmäßig. Es hilft aber auch dabei, alles immer wieder zu analysieren.
  3. Das Wichtigste beim Gründen ist für Maren Urner, eine Balance zu finden zwischen dem eigenen Perfektionismus und dem Pragmatismus, den das Projekt braucht. Manchmal hat man vielleicht nur eine 75 %-Version seines Produkts — es hilft trotzdem nichts, alles immer und immer wieder zu verschieben.

Das ganze AmA gibt es hier:


4. Susann Hoffmann, Gründerin von EDITION F

Susann Hoffmann hat Edition F gegründet — ein Portal für starke Frauen, mit Karriere- und Netzwerkthemen. Zusammen mit ihrer Co-Gründerin Nora-Vanessa Wohlert wollte sie ein Portal starten, das sie selbst vermisst hat. Verlage sagten ihr: “So etwas braucht es nicht”. Susann Hoffmann sagt:

“Wenn wir mit Leuten gesprochen haben, mit unserem Umfeld, unserem Netzwerk, hieß es immer: ‘Macht das!’”

Susanns wichtigste Learnings:

  1. Ruhig auch mal aufs eigene Bauchgefühl hören! Marktforschung ist nicht alles.
  2. Gerade Gründer im Medienbereich gehen oft sehr idealistisch an die Gründung und denken zu wenig ans Geld. Guter Journalismus braucht aber Geld, deswegen sollte man den Aspekt der Monetarisierung von Anfang an berücksichtigen!
  3. Nutzer haben tolle Ideen, auf die man selbst nicht kommt— bei Edition F steht das Team deshalb über die sozialen Kanäle immer in engem Kontakt mit den Nutzern. Community Management ist zentral und es sollte eine Person geben, die sich dafür verantwortlich fühlt.

Das ganze AmA gibt es hier:


Wir hoffen, dir haben diese Tipps weitergeholfen. Selber Lust auf dein eigenes Projekt bekommen? Wir haben ein paar Programme, mit denen wir dich supergern unterstützen!

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