8 Ideen und 1 Fail Forward — so geht Media Entrepreneurship

Team “Eventspace” beim finalen Pitch

20 Teilnehmer + 3 Monate Zeit = 8 neue Prototypen für die Medienwelt. Im Media Entrepreneurship Program entwickeln Talente neue Ideen für den digitalen Journalismus, in der zweiten Runde kamen dabei gleich neun völlig unterschiedliche Ansätze heraus. Das Besondere: Es sind nicht nur lose Ideen, sondern am Markt validierte Prototypen. Denn im Media Entrepreneurship Program entwickeln die Teilnehmer ihre Projekte streng nach der Design-Thinking-Methodik, die sich stark am Nutzer und am Markt orientiert.

1. Ufilm

Ufilm ist ein Lieferando für Videocontent. Eine App soll die Redaktionen mit user-generated Video versorgen und einen Rahmen für die Einbindung von Uservideos in Nachrichtenbeiträge schaffen. Hobbyfilmer können sich in einem Netzwerk registrieren, ein lokalbasierter Alert informiert sie, falls sie sich in unmittelbarer Nähe zu einem spannenden Thema befinden, das die Redaktion definiert hat. Die User drehen angeleitet durch die App unterschiedliche Einstellungen wie Panorama, Totale oder Details vom Geschehen und verschicken den Content über Ufilm an die Redaktion. Wird das Material verwendet, erhalten die Nutzer eine Provision.

Team: Susanne Matthiesen, Sanna Bogner, Kim Rigauer, Tobias Nickolai und Johannes Wölfl

2. Auktaria

Auktaria ist eine Plattform, die über wissenschaftliche Themen auf dem Gebiet der Ernährung in umfassender und interaktiver Weise informiert. Gaming-Elemente helfen dabei, komplexe Inhalte spielerisch zu erfassen. Das Meinungs-Mosaik schlüsselt unterschiedliche Positionen zu einem Thema auf. Finanziert wird das Magazin durch Abonnements oder die Einbindung von Einzelhandelsketten z.B. Bioläden oder Reformhäusern die sich in Form von Kooperationen oder Contentmarketing einbringen.

Team: Marie Westphal und Viktoria Ganß

3. Frocal

Frocal eine App für relevante lokale Inhalte, die Journalisten zu den Wunschthemen der Leser recherchieren. Das Tool soll die Distanz zwischen Lesern und Medienhäusern überwinden, indem die Leser selbst die Themen einbringen. Dabei soll auch der Arbeit freier Journalisten wieder eine höhere Wertschätzung zukommen, da die Leser einer Person lieber und leichter vertrauen, als einer gesichtslosen Medienmarke. Das Geschäftsmodell beruht auf Abonnements der Leser, die eine Vergünstigung erhalten wenn sie Themen einreichen.

Team: Susanne Rahlf, Bianca Wilkens, Johannes Wölfl und Susanne Matthiesen

4. Digital Hogwarts

“Self-Enhancement” oder auch Selbstoptimierung ist einer der größten Trends momentan. Mit “Digital Hogwarts” sollen die User gleich auf mehreren Ebenen Unterstützung in Ihrem Bestreben erhalten, sich selbst aus eigener Kraft weiterzubringen, zu sich zu finden und sich zu entwickeln. Eine Plattform soll zunächst eine Community schaffen. Die User haben hier die Möglichkeit mit Apps und Webinaren an sich und ihren persönlichen Herausforderungen zu arbeiten.

Team: Daniel Abendschön, Theresa Körner, Maren Uffenkamp, Alexandra Fahnenschreiber und Victoria Beinert

5. Eventspace

Eventspace ist eine Möglichkeit für Event-Veranstalter, ein digitales Satelliten-Event im Vorfeld der eigentlichen Veranstaltung anzubieten. So können sich die Teilnehmer schon vor großen Kongressen virtuell kennenlernen und damit ihre Networking vor Ort optimieren. Sie wissen, welche Teilnehmer anwesend sein werden und haben bereits einen ersten Austausch mit ihnen, der dann beim persönlichen Treffen auf der Veranstaltung vertieft werden kann.

Team: Alexandru Nita und Stephan Bayer

6. Clap

Clap ist eine App, die Speedreading für Fachvorträge ermöglicht. Wann immer der Zuhörer eines Fachvortrags etwas spannend findet, drückt er einen Button, mit dem der aktuelle Vortrag aufgenommen wird. Die Transkription des Vortrags wandert direkt in das Notizbuch des Users. So erhält der User eine praktische Zusammenfassung aller Inhalte, die er wirklich wichtig fand. Zahlende Kunden von Clap sollen die Organisatoren der Fachvorträge sein, die als Gegenleistung die gesammelten Snippets einsehen können und analysieren, was das Publikum interessiert hat. So können sie später auch die Speakerauswahl verbessern.

Team: Michael Kallus und Marie Kilg

7. Spes

Die App Spes verknüpft Charity mit persönlicher Fitness. Spes ermöglicht Firmen nach Lektüre eines Artikels, der auf einen Missstand hinweist, einen Charity-Marathon zu organisieren. Ein Messengerbot, sowie eine Facebook-Gruppe und -Challenges stehen bereit.

Team: Vanessa Herfeldt, Johannes Eisenlohr und Timo Morawitz

8. Apollon

Ausgehend vom globalen Problem der Fake-News stellte das Team ihre Anwendung vor, die politische Meinungen geografisch ordnet. Unter dem Slogan “Cutting through the noise” soll das Tool anhand von Big Data Analyse Insights in die Meinungsstruktur geografischer Gebiete geben und mit Hilfe der Daten ermöglichen, Journalisten und Usern einen Überblick über die komplexe Struktur von Themen zu geben.

Team: Sinan Akalin und Arved Schoop

Die Juroren geben bekannt, welche Teams ins Bootcamp des Media Startup Fellowships weiterkommen.

8 Projekte — und ein großes Learning

Im Media Entrepreneurship Program arbeiten die Teams drei Monate lang neben Uni oder Job an ihren Ideen — und machen dabei mitunter auch schon früh die Erfahrung, dass die Idee nicht funktioniert oder gar nicht so viel Gründungsbegeisterung da ist, wie gedacht.

Ein Team der zweiten Runde ging daher nicht mit einem Prototypen, sondern mit einem großen Learning aus dem Programm. Kilian Parriger und Alexander Hartdegen arbeiteten an dem Problem der Filterblase und der zunehmenden Fragmentierung der Gesellschaft. In den Interviews ließ sich aber kein wirklicher “Pain Point” der Nutzer mit den Filterblasen finden, in denen sie sich befinden. Vielmehr helfen die Filterblasen sogar, die komplexe Welt ein Stück weit zu vereinfachen.

Das zweite große Learning:

“Der geführte Prozess der Ideen-Findung ermöglicht es tatsächlich, innovative Ideen hervorzubringen, wo vorher keine waren.”

Solche Learnings sind mit die besten, die aus einem Entrepreneurship Programm hervorkommen können. Sich einzugestehen, wenn man nicht weiterkommt, statt weiter stur zu versuchen, durch die Wand zu rennen, ist wahnsinnig wertvoll und mutig.


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