Culture Clash: Diese 8 Dinge haben Medienhäuser bei Rockets & Unicorns von Startups gelernt

Wenn Startup- auf Verlagskultur prallt, können auch die Medienhäuser viel mitnehmen. Bei den Rockets & Unicorns auf den Medientagen München haben wir beide Welten zusammengebracht — und 8 Learnings mitgenommen.

Von Katharina Mau

1. Zuhören statt Recht haben zu wollen

Nicht nur Startups, auch große Medienhäuser sollten Fragen stellen und zuhören. Pia Frey von Opinary erkennt bei vielen Häusern eine deutsche Tendenz zum Rechthabenwollen. Man wolle sich gut präsentieren und ins beste Licht rücken. Das macht es aber deutlich schwieriger, Problemlösungen zu finden und den eigenen Horizont zu öffnen.

2. Interdisziplinäre Teams aufbauen

In Medienstartups arbeiten oft Journalisten, aber auch Entwickler und Designer. Manfred Sauerer von der Mittelbayerischen Zeitung sagt: “Medienhäuser können von Startups lernen, ihre Personalpolitik zu ändern.” Das heißt: Auch Programmierer und Content-Manager einstellen und kleine Teams für die jeweiligen Aufgaben bilden.

3. Trotz genug Ressourcen den Fokus nicht verlieren

Verlage haben mehr Ressourcen zur Verfügung, um neue Projekte zu starten. Das kann laut Pia Frey aber auch dazu führen, dass sie den Blick für das Wesentliche verlieren. Wer mit wenig Geld auskommen muss, ist immer wieder gezwungen, den Blick nach vorne zu richten und sich zu fragen: Was wollen wir genau erreichen? Was sind die nächsten Schritte?

4. Freiraum für Innovationen schaffen

“Innovation Manager dürfen nicht nur so heißen, sie müssen ihren Job auch machen dürfen”, sagt Bernhard Scholz vom Kontextlab. Genau wie in Startups muss in diesen Bereichen Raum sein, Dinge auszuprobieren, und vielleicht auch Fehler zu machen. Andernfalls werden engagierte Mitarbeiter ausgebremst.

5. Keine Berührungsängste mit neuen Technologien haben

“Redakteure, die über Jahre hinweg Beiträge fürs lineare Fernsehen gemacht haben, müssen mit Augmented Reality plötzlich in zwei Ebenen denken”, sagt Robin Sho Moser von Eyecandylab. Von Startups können Journalisten lernen, keine Berührungsängste mit neuen Technologien und anderen Herangehensweisen zu haben.

6. Weniger Diskutieren, mehr Machen

Startups arbeiten anfangs in kleinen Teams. Wenn eine Entscheidung ansteht, können sie sich zusammensetzen, diskutieren und eine Lösung finden. In Verlagen müssen solche Dinge oft viele Ebenen durchlaufen und fressen viel Zeit. Die Agilität der Startups können Unternehmen aber erhalten, wenn sie kleine Teams abkoppeln. Diese können idealerweise selbst Entscheidungen treffen oder haben einen direkten Draht nach oben.

7. Mehr Optimismus statt Totschlagargumente

“Wenn Leute lang in einem Job sind, wissen sie immer, warum etwas nicht geht”, sagt Manfred Sauerer von der Mittelbayerischen Zeitung. Startups probieren aus und suchen nach dem, was geht. Diese Mentalität können sie ein Stück weit in die Medienhäuser tragen.

8. Mitarbeitern die Chance geben, sich weiterzuentwickeln

Pia Frey von Opinary ist in vielen Verlagen folgender Mentalität begegnet: “Leute, seid stolz, dass ihr für uns arbeiten dürft.” Verlage sollten sich ihrer Meinung nach aber auch als Servicedienstleister für ihre Mitarbeiter verstehen. Die Menschen wollen sich weiterentwickeln, wollen Neues lernen. Nur so können Verlage Talente fördern und im Haus behalten.


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