KI und AR — an diesen Technologien arbeiten die neuen Medien-Startups

Keine Science Fiction, sondern reale Lösungen stellen Gründer in der Rockets & Unicorns-Area bei den Medientagen München vor. Viele davon nutzen neue Technologien wie Künstliche Intelligenz oder Augmented Reality.

Von Katharina Mau

1. Videos so produzieren, wie die Nutzer sie sehen wollen

Aiconix.ai nutzt künstliche Intelligenz, um Videos besser auf die Nutzer zuzuschneiden. Das Startup entwickelt eine Software, die dem Videoproduzenten sagen soll, was gut funktioniert und was nicht. Basis dafür sind Daten von Medienhäusern: Wann stoppt der Nutzer das Video? Welche Protagonisten funktionieren für welche Zielgruppe?

Das Ziel ist ein “Superproducer”, der selbstständig Videos sichtet, auswählt und schneidet. Eine Zwischenversion soll mit einem Ampelsystem signalisieren, was funktioniert und was nicht. Schon jetzt kann die Künstliche Intelligenz Personen oder Situationen in Videos finden, was etwa die Recherche im Videoarchiv erleichtert.

2. Die Filterblase platzen lassen

The Buzzard möchte die volle Bandbreite von politischen Meinungen darstellen. Auf ihrer Seite sammeln sie Stimmen von Bloggern, Journalisten und Wissenschaftlern. Am Beispiel Syrien: Artikel, die sich für oder gegen Assad aussprechen.

Momentan arbeitet das Startup an einem Algorithmus, den es zusammen mit Google entwickelt. “Wir messen, ob es möglich ist, mit einer Künstlichen Intelligenz Meinungsartikel in pro und contra einzuteilen”, sagt Dario Nassal von The Buzzard. “Damit wollen wir Filterblasen weltweit zum Platzen bringen.”

3. Interaktiv Fernsehen mit Augmented Reality

In Zukunft könnte man mit einer AR-Brille vor dem Fernseher sitzen und sich das Spielerprofil des Torschützen beim Fußball ansehen. Weil bisher nur wenige eine solche Brille besitzen, fängt Eyecandylab bei der Hardware an, die man schon zu Hause hat. Konkret sieht das so aus: Man hält sein Smartphone oder Tablet in Richtung Fernseher, sodass man über die Kamera den Bildschirm sieht. Darunter werden zum Besipiel die Spielernummern beim Fußball eingeblendet oder ein Button, über den man die Jacke eines Filmschauspielers bestellen kann.

Eyecandylab hat mit seiner Technologie schon eine große Kooperation an Land gezogen: Gemeinsam mit ProSieben haben sie einige Beiträge von Galileo mit zusätzlichen Infos versehen. Das Ergebnis kann man sich vom 6. bis 10. November anschauen.

4. Zeit und Nerven sparen beim Transkribieren

Der Gründer von Trint Ltd musste als Reporter selbst Audios und Videos transkribieren. Das Startup hat ein Tool entwickelt, das diese lästige Arbeit erleichtert und schneller macht. Man lädt ein Video hoch, eine künstliche Intelligenz transkribiert es. Danach kann man sich, wie beim Karaoke, das Video zeitgleich mit dem Text ansehen und selbst nachbessern.

Die fertigen Transcripts sollen auch in den Metadaten der Videos hinterlegt werden. Der Grund dafür: “Videos sind Dark Data”, sagt Caitlin Clarke von Trint. Wer zum Beispiel ein Zitat aus einem Video sucht, kann es nur schwer wiederfinden. Liegt das Video auch in Textform vor, erkennen Suchmaschinen die Aussage.

5. Informationen übersichtlich darstellen

Kontextlab macht Wissenslandkarten, in denen man auf Entdeckungsreisen durch Themen gehen kann. “Information ist komplex und man versteht sie nur, wenn man verschiedene Aspekte kennt“, sagt Bernhard Scholz vom Kontextlab. Das Startup hat eine Software entwickelt, mit der man Wissen übersichtlich vermitteln kann. Der Nutzer sieht ein großes Netz und kann auf die Knotenpunkte klicken, die ihn interessieren. Von dort wird die Information immer spezifischer. Die Gründer nutzen die Software für ihr eigenes Magazin „Der Kontext“, haben aber auch Softwarekunden wie die Vereinten Nationen in Genf oder Klett.


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