Kooperationen: So arbeiten WiWo und Mittelbayerische Zeitung mit Medien-Startups zusammen

Was hat gut geklappt und warum? Bei der Rockets & Unicorns auf den Medientagen München haben beide Medienhäuser ihre Erfahrungen geteilt.

Von Katharina Mau

Startup-Kultur für das eigene Haus

“Eine Innovation umzusetzen ist schwer, aber wir brauchen Innovationen um wettbewerbsfähig zu sein”, sagt Manfred Sauerer, Chefredakteur der Mittelbayerischen Zeitung. “Der Kontakt mit Startups wird befruchtend sein.” Seit Beginn dieses Jahres arbeitet die Mittelbayerische mit Startups zusammen.

Mit dabei ist zum Beispiel Rawr, das Meinungstools entwickelt, mit denen Online-Medien ihre Leser direkt einbeziehen können. Oder iBot, ein Startup aus Island, welches einen Bot entwickelt hat, mit dem Unternehmen Produkte im Chat verkaufen können. Und gerade habe er auf den Medientagen mit einem Vertreter von Bohème gesprochen. Das Startup hat eine App entwickelt, die die kostenlosen Zeitungen, die in Cafés ausliegen, ins Digitale holt. Sitzt man in einem Partner-Café von Bohème, kann man dort kostenlos über die App Medien konsumieren.

Einerseits könne die Mittelbayerische also Tools gewinnen, die ihre Angebote aufwerten, sagt Sauerer. Auf der anderen Seite könne der Verlag davon profitieren, dass ein bisschen Startup-Kultur ins Haus komme. Der Grund: “Wenn Leute lange in einem Job sind, wissen sie immer, warum etwas nicht geht.” Startups hingegen würden mehr ausprobieren, um herauszufinden, wie etwas gehen kann.

Neue Darstellungsformen für etablierte Häuser

Von einer Kooperation, die schon abgeschlossen ist, berichten Léa Steinacker, Chief Innovation Officer bei der Wirtschaftswoche, und Bernhard Scholz vom Online-Magazin “Der Kontext”. Das Magazin nutzt eine Darstellungsform, bei der man sich mit Hilfe einer Mindmap über verschiedene Ebenen in ein Thema hineinzoomen kann. Steinacker war begeistert, wie lange man dadurch an einem Thema hängen bleibt. Nicht lange nach der Gründung setzte der Kontext ein Thema zusammen mit der Wirtschaftswoche um. Von der Idee bis zum fertigen Produkt habe das etwa zwei Monate gedauert, sagt Scholz. “Für ein Bigschiff wie die Wirtschaftswoche ist das sehr schnell.”

Das Wirtschaftsmagazin hatte einen Redakteur ausgesucht, der für die Zusammenarbeit zuständig war. “Er war immer ansprechbar, daher ging das Arbeiten problemlos”, sagt Scholz. Das könne er aber auch generell für andere Kooperationen sagen. “Die Menschen, die sich darauf einlassen, mit uns zu arbeiten, haben keine Berührungsängste.”

Profitiert haben sowohl Der Kontext als auch die Wirtschaftswoche von der Kooperation. “Uns hat es vor allem Reichweite gebracht”, sagt Scholz. “Als Medienstartup, das noch keiner kennt, ist es natürlich toll, mit der Wirtschaftswoche zusammenzuarbeiten.” Steinacker sagt: “Für uns war es eine komplett neue Darstellungsform. Mit dieser Art des Kontextverstehens haben wir vorher noch nicht gearbeitet.”


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