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Falschmeldungen entlarven

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Oct 25, 2019 · 2 min read

Wie Kinder lernen sollen, Fake News zu erkennen

Von Maureen Welter, Universität Leipzig

Die Aufmerksamkeit der Leserschaft ist begrenzt, das Angebot wächst ständig weiter. Der Kampf um die Klicks ist mitunter einer der härtesten in der Medienbranche. Bilder werden immer größer und greller, Überschriften plakativer. Besonders intensiv geliked und geteilt wird, was uns erschüttert oder emotional berührt. Um das zu erreichen, müssen Nachrichten immer spektakulärer werden. Medienschaffenden wissen das und gehen dabei teilweise über Grenzen: bis hin zu Falschnachricht.

Solche „Fake News“ aufzudecken, darum geht es der gemeinnützigen Organisation Lie Detectors. Professionelle Journalistinnen und Journalisten besuchen Schulen, um dort Kindern von 10 bis 15 Jahren zu „menschlichen Lügendetektoren“ auszubilden. Das Projekt ist nicht nur in Deutschland vertreten, sondern agiert europaweit. Die Idee, schon in der Schule für Fake News zu sensibilisieren, kam ursprünglich von Juliane von Reppert-Bismarck. Während des Wahlkampfs um das Präsidentenamt in den USA unterhielt sie sich mit einer 16-jährigen Schülerin aus Sachsen. Die junge Frau meinte, wenn sie wählen könnte, würde sie für Donald Trump stimmen. Und nicht nur sie, die Hälfte ihrer Klasse würde so entscheiden. Ihre Begründung: Hillary Clinton sei in illegale Machenschaften mit Geheimdiensten verwickelt. Ihre Quelle? „Instagram“, antwortete die Schülerin und zeigte ihr den Post, der von einer dubiosen, russischen Nachrichtenagentur kam.

Gemeinsam mit dem Journalist Sven Knobloch hat von Reppert-Bismarck Lie Detectors auch bei den Medientagen Mitteldeutschland vorgestellt. „Dabei ist uns wichtig, dass wir den Kindern auf Augenhöhe begegnen“, sagte Knobloch. Der erste Schritt sei, sich bewusst zu machen, woher die Kinder und Jugendlichen sich ihre Informationen holen. „Kinder informieren sich nicht mehr über bestimmte Zeitungen oder Sendungen, sondern über Plattformen“, sagte von Reppert-Bismarck. Spielerisch versuchen die Medienschaffenden ihr Wissen in die Klassenräumen zu geben: Fake News werden mit kuriosen, aber wahren Nachrichten vermischt. Die Kinder müssen herausfinden, was davon erfunden ist. Methoden wie die Rückwärtssuche für Bilder werden erklärt, der Verstand wird angespornt, benutzt zu werden. Wenn etwa ein Foto Donald Trump als Sohn einer „IS“-Truppe darstellen soll, erkennen die Kinder recht schnell, dass das Bild viel zu hochwertig ist, um aus der Zeit stammen zu können, als Trump noch ein Kind war. Bei all diesen Übungen betonen die Lie Detectors immer wieder ihre Unabhängigkeit.

Medientage Mitteldeutschland

Medientage Mitteldeutschland in Leipzig, 13./14. Mai 2020

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