Ein obskures Dr. Seuss Buch bietet Zurechtweisung der Geschlechter Stereotypen

„Ihre Nacktheit hatte mit Scham nichts am Hut.” (Dr Seuss:Random House)
„Ihre Nacktheit hatte mit Scham nichts am Hut.” (Dr Seuss:Random House)

Der von uns Amerikanern gefeierter Kinderbuch Autor, Dr. Seuss versuchte mit seinem Buch von 1939, die Legende um Lady Godiva richtig zu stellen. „Die Geschichte hat keinen Namen so schäbig behandelt” wie den ihren, stellte er fest. Es war sein erfolglosestes Buch.

Dieses, sowie zahllose weitere Beispiele von Künstlern und Autoren zeigen, wie schwer es ist, männlichem Chauvinismus beizukommen, der sich, als wäre es das normalste der Welt, in den Gewohnheiten der Leute eingenisstet hat. Eine abnormale Normalität, die seitens der Weltregierungen ignoriert und sogar unterstützt wird, solange keine gesetzlich geregelte Angleichung der Gehälter unternommen wurde.

Dies gibt, wie vieles auf diesem Blog, keine liberale Haltung wieder, aber die intolerante Prägung des Autors trotzt aufkommender Altersmilde.

(Dr Seuss:Random House)
(Dr Seuss:Random House)

Auffällig ist, wie sehr amerikanische Fernsehserien nunmehr gegen Vorurteile anzukämpfen, seit gut einer Dekade angetreten sind. Den Anfang machte Law & Order, dessen Gongschlag bei Szenenwechsel sicherlich dazu beitrug, die Tendenz in der Werbebranche zu Sound Branding zu stärkten, in Folge Criminal Intend, dessen Ermittler Robert “Bobby” Goren (Vincent D’Onofrio), sich erratisch verhaltende Leute ihre Re-sozialisierung zu danken haben. Blue Bloods zeigt die angenehme Seite des Patriarchentums frei von Chauvinismus. Selbst die Erfolgsserien um CSI demonstrieren, wie sehr junge oder von Goth geprägte Halbwüchsige, hochgeschätze Mitarbeiter zum Erfolg der Polizeiabteilung beitragen.

Alle diese Serien sind von teilnehmender Beobachtung von Verhalten geprägt. Die wilden Autoverfolgungen und Schießereien wie wir sie bei Alarm für Cobra 11 erleben sind längst Geschichte.

Chauvinismus im ursprünglichen Sinn ist ein häufig aggressiver Nationalismus, bei dem sich Angehörige einer Nation aufgrund ihrer Zugehörigkeit zu dieser gegenüber Menschen anderer Nationen überlegen fühlen und sie abwerten. [1. Wikipedia] So geschehen auch beim Geschlechterkampf, der wirklich ein Geschlechterfrieden ist, warum sonst sind wir glücklich verheiratet, miteinander eng befreundet, uns gegenseitig zu Hilfe eilend?

Vorwort Dr. Seuss (Random House)
Vorwort Dr. Seuss (Random House)

Lady Godiva bringt heutzutage ein Bild hervor für das wir uns schämen sollten, nämlich das einer groß geratenen Blondine, die auf einem Pferd, nackt durch die Stadt reitet. Im Hintergrund dieses Bildes hält sich ein Spanner, ein Peeping Tom mit fragwürdigen Vorhaben auf.

Für Seuss, der mit richtigen Namen Theodor Geisel hieß, sind es sieben Lady Godivas, deren Nacktheit nichts mit Scham am Hut hatte und Peeping Tom betreffend, war der kein Spanner. Der nämlich hieß mit Familienname Peeping, einen Namen den Tom mit seinen sechs Brüdern, voller Stolz trug. Alle sieben Brüder verliebten sich in die Ladies.

Bo Derek via imgur.com
Bo Derek

Im Unterschied zu Seuss’ Erzählung, ist überliefert, daß auf Grund des Voyeurs und der impliziten Empfehlung, ihre Nacktheit sexueller Natur war und so wurde die Geschichte von Lady Godiva von Spott und Anspielungen begleitet.

Tatsächlich ritt die Frau ihr Pferd nackt, um ihrem Gemahl, einem Nobelmann zu bedeuten, dass er der Untertanen Steuern senken möge. Untertanen war der Anblick der Nackten untersagt und unser Peeping Tom wurde geblendet, dafür das er den Blick nicht von der Nackten nehmen konnte.

Geben Sie gut acht auf sich.
 Werbebranche und Markenverantwortliche achten mehr noch darauf, sozial verwantwortliche Arbeit zu liefern und darauf zu vertrauen, daß ihnen für ihre aesthetische Erziehung gedankt wird.

Quelltext von Annalisa Merelliauf englisch lesen


Originally published at Neue klassische Werbung.