Marcus
Marcus
May 15, 2018 · 5 min read

Reisen bildet und prägt den Charakter. Vor allem die verrückten und unglaublichen Erfahrungen außerhalb von Museen oder All inclusive Hotels, können unser Leben unglaublich bereichern.. Dieser Beitrag handelt von meinem verrücktesten Urlaubserlebnis auf Bali und inspiriert dich hoffentlich, die Koffer zu packen und mal wieder wegzufliegen, zu fahren oder zu trampen.

Bali: Bis ans andere Ende der Welt!

Als meine Freundin und ich studiert haben, hatten wir nicht viel Geld und haben per Rucksack erst einmal Europa erkundet.

Als wir nach dem Studium unsere ersten richtigen Jobs hatten, hat uns aber das Fernweh gepackt und wir wollten bis an das andere Ende der Welt. Bali klang mystisch, wunderschön und war weit genug weg.

Wir buchten zwei Tickets, reichten drei Wochen Urlaub ein und entflohen unserem stressigen Alltag.

Was soll ich sagen? Bali hielt was es versprach. Wir reisten Anfang September und schienen die perfekte Reisezeit erwischt zu haben. Es war, als hätten wir eine “grüne Welle” erwischt, entweder waren wir vor oder nach dem Touristenansturm an einem Ort. Es kam uns manchmal so vor, als wären wir die einzigen Touristen im Land.

Wir waren alleine am Strand.

Alleine in der Strandbar.

Alleine auf den Gili Inseln.

Es klingt unbeschreiblich: Aber wir haben in 2h zu Fuß die Insel Gili Air umrundet und dabei vielleicht 3 Menschen getroffen.

Falls du noch nicht da warst, stell dir einfach eine circa 1 Quadratkilometer kleine Insel vor, auf der keine Autos fahren und an dessen Sandstrand du die gesamte Insel umqueren kannst. Du kannst anhalten und einen frisch gepressten Saft oder eine Kokosnuss trinken, dich in eine Hängematte legen. Oder du springst ins kühle Nass.

Du bist irgendwo am Rande des Pazifischen Ozeanes und dir geht es einfach gut.

Wie gesagt: Bali klang mystisch und wunderschön und das war es auch. Aber war es auch weit genug weg?

Hiking auf dem Mount Batur

Mein verrücktes Urlaubserlebnis spielte sich in Ubud ab. Ubud ist die spirituelle Hauptstadt Balis und ein idealer Ausgangspunkt für Tagesreisen.

Von dort erreicht man auch schnell die beiden großen Vulkane auf Bali: Den Gunung Agung und den Gunung Batur.

Wir wollten einen Sonnenaufgang auf einem der beiden Vulkane erleben und buchten eine Wanderung auf den Gunung Batur. Das ist der kleinere Berg von beiden, den man problemlos in 2–3 Stunden Nachtwanderung erklimmen kann.

Auch bei dieser Wanderung hatten wir wieder das Gefühl irgendwie verloren und alleine im Land zu sein.

Alles fing damit an, dass unser Hotel ausgebucht war, weshalb wir einen Bungalow am Rande des Dschungels bekamen. Wir waren erst zwei Tage im Land und noch grün hinter den Ohren. Für uns war es deshalb ein wenig unheimlich, dass wir keinerlei Nachbarn hatten, die anderen Bungalows alle unbewohnt waren und uns eine einsame und verlassene Seitenstraße hinab bis zum letzten Bungalow führte.

Auch wenn ich gerne das Gefühl der Einsamkeit beim Reisen verspüre, war es schon seltsam, so abgeschnitten zu sein. Und das nur ein paar Menschen wussten, wo wir überhaupt sind…

Es kam uns deshalb gerade recht, dass unsere Hiking Tour auf den Mount Batur um 1 Uhr nachts startete und wir nicht die Nacht alleine in diesem verlassenen Bungalow verbringen mussten.

Nachdem wir eine Stunde auf der Straße standen, kam dann auch unser Guide, den wir im Internet gebucht hatten und der uns zwei in einem kleinen privaten Auto zum Berg fahren wollte.

Wir stiegen ein, fuhren los und waren uns nicht so sicher, wohin die Reise führt, denn der Guide fuhr konsequent an allen Schildern vorbei, die mit “Hiking Tour Mt. Batur” beschrieben waren.

Als wir auf einen leeren Schotterplatz einbogen fassten wir uns an die Hände. Kein Mensch da, wieso sind wir an der letzten Kreuzung falsch abgebogen?

Die Paranoia hatte uns voll im Griff. “Wir sind noch etwas früh”, sagte er und stieg aus. Wir taten es ihm gleich. Man gibt sich halt so hin.

Nach und nach kamen mehr Autos auf den Parkplatz gefahren und wir waren natürlich einfach nur Teilnehmer einer ganz normalen Hiking Tour.

Die Nacht hat schon ihre besondere Magie und unsere Fantasie hat uns einfach nur einen Streich gespielt.

Wir genossen den Aufstieg, den wir stellenweise auf allen vieren verbrachten, weil wir nichts sehen konnten und es glatt war, und den atemberaubenden Sonnenaufgang. Wir waren völlig im Hier und Jetzt.

Hier ein paar Bilder:

Mein verücktestes Urlaubserlebnis auf Bali
Mein verücktestes Urlaubserlebnis auf Bali
Mein verücktestes Urlaubserlebnis auf Bali
Mein verücktestes Urlaubserlebnis auf Bali
Mein verücktestes Urlaubserlebnis auf Bali
Mein verücktestes Urlaubserlebnis auf Bali

Mein verrücktes Urlaubserlebnis:

Und jetzt komme ich endlich zu meinem verrücktesten Urlaubserlebnis. Nach all der Aufregung, der weitesten Fernreise unseres Lebens, der Nacht in dem verlassenen Bungalow und der Fahrt ins Ungewisse stellte ich fest, dass die Heimat oft näher ist als man denkt. Als wir gerade mit dem Abstieg beginnen wollten, sah ich einen unserer besten Freunde gemütlich auf der Wiese liegen und die Sonne genießen.

Stell dir vor du bist 12.000 Kilometer von Zuhause entfernt und triffst im Sonnenaufgang auf einem Vulkan einen guten Freund.

Unser Guide war kurz erschrocken, als wir schreiend auf einander zurannten.

Gibt es doch nicht! Du hier?! Wie geht’s?! und so weiter und so fort.

Wir hatten uns viel zu erzählen, weil unser Freund seit fast einem Jahr auf Weltreise war und wir uns seitdem nicht gesprochen hatten. Wir verabredeten uns abends zum Essen und verbrachten den ganzen Abend mit wilden Reiseberichten und freuten uns, nicht mehr ganz alleine auf Bali zu sein.

Ich hoffe, dass dich dieser Beitrag inspiriert, mal wieder ganz weit weg zu fahren oder zu fliegen. Neue Erfahrungen können einen beängstigen, aber sind wunderschön. Wenn dir der Beitrag gefallen hat, hinterlasse mir doch einen Kommentar oder abonniere meinen Newsletter.

Urlaubsreife Grüße,
Marcus von mindpunk

PS: Dieser Beitrag ist Teil der Blogparade von “Mit Kind im Rucksack”. Schau doch mal dort vorbei, wenn dich das Fernweh packt.


Originally published at MindPunk.

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