Fensterputz angesagt? Migration zu Windows 10

In vielen Unternehmen werden die User beim Hochfahren ihres Computers noch mit den farbenfrohen Logos von Windows 7 oder 8 begrüßt. Wie jedoch Marcus Nitschke, Leiter Geschäftsbereich Windows bei Microsoft Deutschland, jüngst in einem Blogbeitrag deutlich machte, sind diese Versionen des Betriebssystems mittlerweile so in die Jahre gekommen, dass sie „weder den Ansprüchen der Anwender an moderne Technologien noch den hohen Sicherheitsanforderungen von IT-Abteilungen gerecht“ werden. Er plädiert deshalb für den zeitnahen Umstieg auf das aktuelle Windows 10. Was bietet Windows 10 für Unternehmen? Sollten Unternehmen sich wirklich schon jetzt mit dem Umstieg beschäftigen? Was ist dabei zu beachten?

Windows 10 soll mehr sein als ein Betriebssystem

Windows 10 hält einige für Unternehmen interessante Neuerungen bereit. Microsoft ändert nicht weniger als seine gesamte Philosophie in Bezug auf Betriebssysteme: Denn neue Funktionen werden künftig nicht mehr über eine neue Version ausgeliefert. Mit Windows 10 wählt der Kunde nicht nur zwischen verschiedenen Editionen, sondern auch unter mehreren sogenannten Update-Branches. Das Betriebssystem soll künftig eher Dienstleistung als Produkt sein — Windows-as-a-Service gewissermaßen. Darüber hinaus will Microsoft die verschiedenen digitalen Geräte — von PC über Tablet und Smartphone bis hin zur Datenbrille — enger miteinander verzahnen. Denn Windows 10 funktioniert geräteübergreifend.

Die wichtigsten Fragen bei einem neuen Betriebssystem drehen sich darum, ob die Unternehmensanwendungen weiterhin fehlerfrei laufen und ob die Sicherheitsfeatures verbessert wurden. War man bei Windows 7 vor allem auf Drittanbieter und deren Sicherheitstools angewiesen, bringt Windows 10 einige sehr nützliche Werkzeuge gleich mit: So schützen die beispielsweise im Betriebssystem enthaltenen Tools Windows Credential Guard und Device Guard sowie darüber hinaus zusätzliche Werkzeuge wie Windows Information Protection vor Malwareangriffen und Datenverlust. Durch die neue Update-Philosophie ist zudem sichergestellt, dass auftauchende Sicherheitslücken schnell geschlossen werden. Zwar gibt es auch immer wieder Kritik, Microsoft räume sich selbst zu viele Rechte in Bezug auf das Einsammeln von Telemetrie-Daten ein. Denn standardmäßig ist die Übertragung der Daten an Microsoft aktiviert und Informationen über Sicherheitseinstellungen, Absturzberichte oder hinsichtlich der Nutzungshäufigkeit bestimmter Anwendungen werden übermittelt. Mit der richtigen Konfiguration lässt sich die Übertragung der Informationen aber unterbinden.

Es lohnt sich, die Einführung gut zu planen

Unternehmen sollten jetzt beginnen, sich mit der Migration zu Windows 10 zu beschäftigen. Der Lebenszyklus von Windows 7 endet nämlich Anfang 2020 — es werden dann ganz offiziell keine Sicherheits-Updates mehr ausgerollt. Für Unternehmen ist es ein unkalkulierbares Risiko, dann noch mit dem Betriebssystem zu arbeiten. Drittanbieter werden alsbald die Entwicklung von Anwendungen und Gerätetreibern einstellen. Darüber hinaus unterstützt Windows 7 neuere Prozessoren nicht — es fehlen auch hier die Gerätetreiber — und kann deshalb auf neuer Hardware nicht betrieben werden.

Die Umstellung auf ein neues Betriebssystem ist immer eine besondere Herausforderung. Allein die Auswahl der passenden Edition und des richtigen Update-Branches bedarf einiger Vorüberlegungen. Für Unternehmen sind die Editionen „Professional“ und „Enterprise“ interessant. Die teurere Enterprise-Edition unterscheidet sich von der Professional-Edition unter anderem dadurch, dass Datenschutz- und Sicherheitseinstellungen umfangreicher konfiguriert werden können. Hinter den Update-Branches stecken die verschiedenen Update-Zyklen: Die „Current-Branch-for-Business“-Variante etwa sorgt für regelmäßige Updates und Bugfixes mehrmals im Jahr, mehr oder weniger automatisch. Das ist praktisch, bringt aber auch immer wieder Anpassungsaufwände für die eigene Infrastruktur mit sich. Wer diese scheut, ist mit dem „Long-Term Servicing Branch“ besser beraten. Große Zeitabstände zwischen den Updates senken den Aufwand zwar, das System ist dann aber nicht immer auf dem ganz neuesten Stand.

Noch ist genügend Zeit, mit einer Teil-Migration sanft zu starten, Konfigurations-Erfahrungen zu sammeln und erst dann den Roll-out auf das gesamte Unternehmen vorzunehmen — solch schrittweises Vorgehen hat sich bewährt. Mit einer guten Vorbereitung, die gegebenenfalls die Möglichkeit lässt, externen Spezialisten-Rat einzuholen, gelingt die Migration zu Windows 10 reibungslos.

Like what you read? Give Reiner Deike a round of applause.

From a quick cheer to a standing ovation, clap to show how much you enjoyed this story.