The Trauma Myth

Da lese ich seit einer ganzen Weile immer wieder das Buch „The Trauma Myth“ von Susan Clancy als ebook.

Auslöser war im Januar 2015 ein Presseartikel in meiner Lokalzeitung „Ruhrnachrichten Selm“, der im Nachgang zu einer Verurteilung wegen sexuellen Missbrauchs erschienen war.

Irgendwie war es mir auch so gegangen, dass ich immer gedacht habe, sexueller Missbrauch von Kindern sei immer eine traumatisierende Erfahrung – die Lektüre des Buches macht da neues Denken nötig und sinnvoll – allerdings macht die Lektüre des Buches nichts besser in Bezug auf die üble Situation der Opfer, lässt mich nur besser verstehen, warum ich es immer zum Brechen fand, wenn ich las, wie sehr die Verurteilung des Täters leichter gelingt, wenn sichtbare Gewalt gezeigt werden kann. Und wie umfassend verständnislos Sätze gesagt werden, die so klingen wie „… Gewalt oder Druck oder Drohung haben keine Rolle gespielt…“.

Warum auch? Wenn der Anfang eher schleichend, verunsichernd, irritierend, für das Kind nicht verstehbar ist… Weil das Kind als Opfer das Handeln des Vertrauten ohne Alternative erlebt, nicht weiß, wie es „eigentlich“ sein soll, weil der kleine Junge, das kleine Mädchen genau nur das kennt, was er oder sie erlebt.