Ein kurzer Nachmittag in der Krieau

Aus zeitplantechnischen Gründen mussten wir unseren Besuch zur Buch Wien schon auf Donnerstag nachmittag vorverlegen. Was sich dort so abgespielt hat und wen wir getroffen haben, könnt ihr in folgendem Erfahrungsbericht lesen.

Ein breites Spektrum an Kinderbüchern, Sachliteratur und auch an allem anderen

Unter der Woche auf die Messe zu gehen wurde ganz spontan entschieden und nachdem meine Kolleginnen bereits dort waren, bin auch ich gegen halb eins in der Messehalle eingetroffen. Buchinteressierte waren in der verhältnismäßig kleinen Halle zahlreich vertreten, wenn auch Platz für noch wesentlich mehr gewesen wäre. Der große Ansturm und die Haupt-attraktionen sind wohl dem Wochenende vorbehalten, sinnierte ich beim Durchschreiten der einzelnen Stände. Als ich dann schließlich meine beiden Kolleginnen fand, wurde mir mitgeteilt, dass wir eine der Personen hinter der Veranstaltung in wenigen Momenten treffen würden und uns noch schnell Fragen für ihn überlegen sollten. Meine Gedanken rasten von “Wie würden Sie Literatur definieren?” (unglaublich dumme Frage) bis zu “Wie viel kostet ein Weckerl beim Buffet?” (nicht ganz so schlecht, aufgrund der pragmatischen Natur). Letztendlich habe ich den Herrn Toyfl nach dem, seiner Ansicht nach, wichtigsten Grund für die Messe gefragt und bekam erklärt, dass sicherlich auch Profitstreben hinter der ganzen Sachen steckt, aber vordergründig sollen Menschen, und vor allem Kinder, dazu gebracht werden, ein Buch in die Hand zu nehmen und zu lesen. Und die nächste Generation zum Lesen zu bringen ist ohne Zweifel eines der nobelsten Ziele überhaupt.

Bei einigen Ausstellern konnte man auch sofort erkennen, dass sie sich an einer Leserschaft unter fünfzehn Lebensjahren orientierten. Little Ben, das Krimi-Duo aus Auto und Polizist, lockten mit der Anwesenheit einer Popcorn-Maschine und der leibhaftigen Anwesenheit des Oldtimers aus den Büchern die Zuschauer an. Ebenso zeigte sich ein T-Rex mit dem Spruch “So cool kann lesen sein!”, der für das spannungsgeladene Kinderbuch von Albert Knorr Aufmerksamkeit auf sich zog. Für ältere Semester wurde auch viel geboten, von Literatur aus Saudi-Arabien bis zu einer Neuausgabe der Werke Tolkiens ließ sich so einiges finden und abseits der Literaturangebote hatte man auch die Möglichkeit sich selbstgemalte Postkarten eines Engländers zu kaufen oder sich gar von ihm in einer kurzen Sitzung malen zu lassen. Ich muss hier aber auch anmerken, dass einige ziemlich exzentrische oder gar abstruse Werke angeboten wurden, von denen ich tunlichst die Fingern lassen würde.

Mein Fazit zur Buch Wien an einem Donnerstag lautet, dass sie definitiv nicht “überlaufen” ist und gerade deswegen zu einem gelassenen Schmöckern einlädt. Man kann sich nach Möglichkeit mit dem Autor auf eine Unterhaltung einlassen oder sich gelassen jeden Stand einzeln ansehen. Die Sessel für die ORF-Hauptbühne waren während meines Besuchs nur zur Hälfte besetzt, die Publikumsmagneten hatte man sich wohl fürs Wochenende aufgehoben, für die man der Buch Wien 2016 aber gerne einen zweiten Besuch abstatten konnte.

Zwei eifrige Komparatistinnen mit dem Geschäftsführer Markus Toyfl