Eine Ode an den Pessimismus

Lesung von Barbi Marković aus “Superheldinnen”

Am 10.11.2016 beginnt Barbi Marković ihre Lesung mit den ersten Seiten ihres neuen Buches “Superheldinnen” und das Publikum lernt die drei Hauptcharaktere kennen. Sie alle haben einen Migrationshintergrund, dunkle, chaotische Kräfte und treffen sich jeden Samstag im Cafe Sette Fontane. Neben Wien spielt das Buch auch in Belgrad und Berlin. Die Geschichte ist ein kleiner Widerspruch in sich, es ist düster, aber man lacht trotzdem. Vorbild für die Superheldinnen waren Comics.

Eine starke Komponente im Buch sind die vielen reale Texte, wie Speisekarten und Werbeslogans. Diese Texte stammten von einem Projekt der Autorin, in dem sie sich je einen Platz in einer Stadt aussuchte und alles Geschriebene aufschrieb — sie hat die Städte abgeschrieben. So entstanden interessante Vergleiche, z.B. ist Graz die Stadt mit den meisten Verboten wohingegen Belgrad erstaunlich wenige hat. Belgrad und Wien ähneln sich, wenn sie auch eine unterschiedliche Infrastruktur haben.

Begonnen hatte Barbi Marković das Buch in Deutsch, doch während des Schreibens hatte sie einen Unsicherheitsmoment, ob sie sich nicht doch in ihrer Muttersprache besser ausdrücken könnte, und übersetzte das bisher geschriebene ins Serbische und vollendete das Buch. Mascha Dabić übersetzte das Buch noch während es noch geschrieben wurde.

Bekannt wurde Barbi Marković durch ihren Thomas-Bernhard-Remix-Roman “Ausgehen”. Zuerst wollte sie sein Werk “Gehen” nur übersetzen, doch ihr wurde klar, dass sie auch selbst schreiben könnte.

Zu dem Buch gibt es übrigens auch ein Theaterstück, das ab Februar 2017 im Volkstheater zu sehen sein wird!