Ganz Wien im Lesefieber?

Die Botschaft ist Toleranz und das Medium die Literatur

Nachdem man die Halle zur Buchmesse Wien betreten hat, rückt der Alltag mit all seinen Sorgen (außer, ob man noch einen Platz für die geplanten Lesungen bekommt) in den Hintergrund und atmet den wundervollen Duft von neuen Büchern und deren Vielfalt ein.

Neben Schulklassen und Omis, die ihren nachmittäglichen Kaffeetratsch vom Café Ritter ins Literaturcafé der Buchmesse Wien verlegt haben, finden sich Interessierte und Bücherwürmer fast jeder Altersklasse am regnerischen Donnerstagnachmittag.

Das Programm der diesjährigen Buchmesse ist bunt gemischt, wobei einige Themen deutlich im Vordergrund stehen. In Marlene Streeruwitz‘ „Yseut“ wird die Sehnsucht fremder Länder geweckt und die EU — die als solche im Roman nicht mehr existiert — hinterfragt. Mit Blick auf die bevorstehenden Wahlen, lässt sich durchaus ein politischer Hauch vernehmen. Gegen die radikalisierten Veganer sowie Missionare der Fleischindustrie geht Eva Rossmann in ihren Roman „Gut, aber tot“ vor und thematisiert so, die derzeit gespaltene Gesellschaft. Viele appellieren an ein Überdenken der Einstellung und wachrütteln der eingeschlafenen Wertevorstellungen. Nach einem Zuschauerwechsel erfährt man von Literaturwissenschaftler Peter-André Alt Pikantes über Freuds sublimierte Sexualität und Vaterfigur.

Um einen Platz vor den Bühnen zu ergattern, musste man sein Zeitmanagement unter Beweis stellen. Hingegen herrschte an den Ständer der Verlage Ruhe und der ein oder andere Vertreter konnte sich ein Gähnen nicht verkneifen. Trotz allem, konnte man den Lärm um sich vergessen und in die Welt der Bücher eintauchen.

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