Wo kommen eigentlich unsere Lebensmittel her?

Bananen im Supermarkt
gratisorgraphy.com

von Christina Lüdtke

Christina ist eine Associate aus der Februar-2016-Generation und arbeitet gerade in ihrem zweiten Arbeitseinsatz für Ackerdemia e.V. In diesem Beitrag erzählt sie, was sie dort macht und welchen sozialen Impact ihr Tun und das von Ackerdemia erzielt.

[dropcap1]Wo[/dropcap1]kommen eigentlich unsere Lebensmittel her? Viele Kinder — und auch viele Eltern — wissen das alles gar nicht mehr oder nur noch sehr wenig. Im Rahmen des On Purpose Associate-Programms kümmere ich mich darum, dass sich das wieder ändert.

Seit Anfang August arbeite ich bei Ackerdemia e.V. Der Verein hat das praxisorientierte und mehrfach ausgezeichnete Bildungsprogramm GemüseAckerdemie entwickelt, das sich an Schulen, Kitas und andere Bildungseinrichtungen richtet. In der GemüseAckerdemie lernen Kinder, wo Lebensmittel herkommen, wie diese angebaut werden und wie man bewusst mit ihnen umgeht. Das Programm unterstützt so die Wertschätzung von Lebensmitteln, sodass beispielsweise weniger Lebensmittel weggeworfen werden oder die Kinder ihren Eltern erklären können, wie man Lebensmittel richtig lagert, damit sie länger halten. Außerdem hilft ein erhöhtes Bewusstsein für diese Themen auch bei der Gesundheitsprävention — wer weiß, wie wichtig gesunde Lebensmittel sind, achtet stärker auf eine ausgewogene Ernährung. Zudem lernen die Kinder bei der Arbeit auf dem Acker, für ihre Arbeit Verantwortung zu übernehmen. Sie arbeiten im Team zusammen und merken: Ich kann etwas tun! Dieses Radieschen wächst und gedeiht, weil ICH dafür gearbeitet habe.

Weizenfeld
gratisography.com

Um dieses tolle Vorhaben zu unterstützen, arbeite ich bei Ackerdemia in zwei Bereichen: Zum einen betreue ich die Schulen, die gern mit der GemüseAckerdemie arbeiten wollen. Zum anderen konzipiere und betreue ich die Multiplikatorenstrategie. Was heißt das genau? Nun, die GemüseAckerdemie ist noch ziemlich neu — und ziemlich einzigartig. Und wir wollen Wege finden, wie z.B. Lehrer, Schulleiter, Eltern, etc. von dem Programm erfahren, um es auch bei sich umzusetzen. Wir könnten mit jeder Schule einzeln sprechen, aber das wäre ganz schön aufwändig: Es gibt mehrere Tausend Schulen in Deutschland(!), dazu noch Kitas, sowie viele weitere Bildungseinrichtungen. Also überlege ich zusammen mit dem Team, wer ein sogenannter Multiplikator ist: Wem sollten wir unbedingt von der GemüseAckerdemie erzählen, damit er oder sie es an ganz viele Lehrer oder Schulen auf einmal weiterleiten kann? Das sind zum Beispiel Schulträger wie Kommunen, Städte oder auch die großen Kirchen, sowie Netzwerke, in denen viele Lehrer oder Schulleiter zusammenkommen. Diese Netzwerke informieren ihre Mitglieder häufig über interessante Angebote. Hier gilt es also, die richtigen herauszufinden, sie anzusprechen und zu überlegen, welche Möglichkeiten der Zusammenarbeit es gibt.

Die Arbeit ist extrem vielfältig und wir probieren viel Neues aus: So wird es nie langweilig. Dadurch, dass ich gleichzeitig auch direkt mit potentiellen neuen Lernorten zusammenarbeite, lerne ich hier gleich sozusagen nebenbei, welche Informationen für Lehrer oder Schulleiter besonders wichtig sind und wo es Herausforderungen geben könnte — dieses Wissen kann ich gleich mit einbeziehen, wenn wir gemeinsam überlegen, wie man die Multiplikatoren am besten ansprechen und von unserer Idee überzeugen kann.

Ich freue mich jeden Tag, dass ich für ein so tolles Programm arbeiten darf — da setzt man sich gleich doppelt so engagiert für die Sache ein!


foto-christina-lu%cc%88dtke-sw

Christina Lüdtke begann in der ersten Generation des Berliner On Purpose Associate-Programms im Februar 2016. Nach ihrem Studium (Politik, Medien- und Kommunikations-
wissenschaften, VWL, Staatsrecht) sammelte sie umfassende Erfahrung im Marketing und im Vertrieb bei verschiedensten Firmen. Mit dieser Erfahrung bereicherte sie in ihrem ersten Arbeitseinsatz die Arbeit von Save the Children e.V. und erklärt in diesem Beitrag nun, wie sie das bei Ackerdemia e.V. tut.