Ich gehe jetzt viel selbstsicherer mit dem sozialen Sektor um und bin überzeugt, auch nach On Purpose etwas in der Gesellschaft zu verändern.

Anne Gabriel, Oktober 2016 Fellow, versteht On Purpose als ein Netzwerk Gleichgesinnter, das alle Gewerke zusammenbringt und dir dabei hilft, Einblicke zu gewinnen und dich vor allem persönlich weiterzuentwickeln. Sie berichtet über ihren Weg zu On Purpose, ihre Arbeitseinsätze und ihre Erfahrung.

Warum hast du dich entschieden deinem alten Job den Rücken zu kehren?

Ich habe 11 Jahre lang in Marketing und Werbung als Projektmanagerin bei namhaften Kreativagenturen und zuletzt bei Zalando gearbeitet. Nach einer Zwischenstation im Ausland, wo ich Kampagnen zur CO2-Reduzierung betreute, hatte ich angefangen, über die größeren Themen der Welt und meine Werte nachzudenken und sah mich schon bald nicht mehr überzeugt in Kunden- und Abstimmungsterminen sitzen, wo es nur um Zahlen und Geld verpulvern ging. Der Arbeitsdruck wurde gleichzeitig übermächtig, dass ich aus gesundheitlichen Gründen pausieren musste und so gezwungen war, eine Entscheidung zu treffen. Diese fiel mir leicht — ich wollte einen Neuanfang mit einem gesellschaftlichem Beitrag in Vollzeit.

Wie sah dein erster Arbeitseinsatz im Associate-Programm aus?

In meinem ersten Arbeitseinsatz bei AFS Interkulturelle Begegnungen e.V. war ich als Mitarbeiterin des Teams Strategische Kooperationen in direkter Zusammenarbeit mit der Geschäftsführung dafür verantwortlich, eine Wirkungsanalyse für den gesamten Verein durchzuführen. Nach der Recherche von einer Vielzahl vereinseigener sowie externer Studien und Interviews mit Experten der Bildungsforschung habe ich eine Wirkungstreppe nach dem IOOI-Modell entwickelt. Diese war dann Basis für die Entwicklung zweier neuer Programmansätze, für die es galt, abteilungsübergreifend Konzepte zu entwickeln und Förderanträge aufzusetzen. Die Projektleitung und inhaltliche Steuerung lag bei mir. Eines dieser Konzepte ist bereits in der Vorauswahl eines Förderers, sodass es ggf. schon Anfang 2018 umgesetzt werden kann. Darüber hinaus habe ich die Programmdirektionen dafür sensibilisiert und einen Leitfaden entwickelt, wirkungsorientiert im gesamten Prozess zu denken. Für das Fundraising habe ich zudem ein Factsheet entwickelt, dass die Wirkungen der Programme gezielt herausstellt und mit einer Literaturliste hinterlegt.

Was bewegst du mit deiner Arbeit? Was hat sich für dich verändert?

Bei Organisationen und Unternehmen mit einem sozialen Ziel zu arbeiten, hilft ihnen in ihrer Wirkung. Bei AFS waren dies die Entwicklung von jungen, toleranten Menschen, die sich auch ehrenamtlich für eine Willkommenskultur und den globalen Dialog einsetzen. Bei nebenan.de helfe ich durch meine Arbeit, Menschen zu vernetzen, Nachbarschaften neu zu beleben und lokale Initiativen zu fördern. Das konnte ich vorher “nur” auf ehrenamtlicher Ebene und entsprechend mit viel weniger Schlagkraft. Zudem habe ich jetzt Zugang zu einem Netzwerk von Sozialunternehmern und Gleichgesinnten, das es vorher für mich nicht gab.

Was gibt On Purpose dir?

Die Teilnahme bei On Purpose hat mir enorm viel Antriebskraft gegeben und meine Überzeugung gestärkt, dass jeder etwas in der Welt verändern kann und meine Entscheidung richtig war. Ich habe einen umfassenden Einblick in bestehende Lösungen und Herausforderungen bekommen und habe jetzt ein Gefühl dafür, wie der Sektor tickt. Ich konnte schärfen, welche Themen und Aufgaben mich interessieren und was ich gut einbringen kann. Und das vor allem, weil es im Dialog passiert ist: mit meinen Kollegen, den anderen Associates, dem Kernteam von On Purpose, den vielen Trainern und meinem Coach. Zusammen mit den anderen Associates ziehe ich an einem Strang, auch wenn wir vielleicht unterschiedliche Themen spannend finden. Unsere gemeinsamen Werte verbinden uns und haben uns in kürzester Zeit zu Freunden und Sparring Partnern gemacht. Wir lachen viel, helfen uns gegenseitig und treffen uns auch in der Freizeit. Das ist ein Zugewinn, den ich nicht mehr missen möchte.

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