It-Girl and IT-Girl — you can be both!

Ein Gastbeitrag von Nisi, IT-Girl, Bloggerin und Informatikabsolventin.

Mich schauen jedes Mal erstaunte Gesichter an, wenn ich sage, dass ich Informatik studiert habe. Die meisten hätten auf BWL oder Fashion Management getippt. Doch warum ist das so? Liegt es daran, dass sich mein Blog hauptsächlich mit Mode, Beauty und anderen Lifestyle-Themen befasst?Daran, dass ich mich gerne schminke und eine Leidenschaft für Mode hege? Damit scheine ich nicht ins „typische Bild einer Informatikerin“ zu passen, auch wenn ich ein mögliches Klischee erfülle, indem ich Herr der Ringe liebe und Level 90 bei World of Warcraft war. Und das ist schade, denn es kann sehr wohl ein It-Girl und ein IT-Girl in einer Person stecken und ich würde behaupten, dass ich ein gutes Beispiel dafür wäre. Aber gehen wir mal an den Anfang.

Mit etwa 12 Jahren habe ich — so wie übrigens auch meine Schwester — meine erste Webseite erstellt. Damals war ich in einem Internetforum aktiv, in dem es hauptsächlich um Grafik- und Webdesign ging. Das Interessante dabei: In diesem Forum waren 95% der User weiblich — junge technik- und internetaffine Mädchen. Über die Jahre kamen mehr und mehr Themen aus dem Mode- und Beautybereich hinzu, man hat seine Outfits oder zuletzt gekauften Teile geteilt, bis irgendwann 2008 für uns das Zeitalter des Bloggens anbrach und meine Schwester und ich unser Hobby letztendlich zum Beruf machten.

Meine Technikaffinität blieb jedoch erhalten. Nach meinem Abitur 2009 fing ich an Informatik zu studieren. Das Fach hat mir bereits in der Schulzeit viel Spaß gemacht und mir fiel es leichter als anderen die Thematik zu verstehen und logisch, sowie systematisch zu denken. Im Studium habe ich aber gemerkt, dass wir Frauen hart in der Unterzahl sind, teilweise war ich die einzige Frau im Kurs. Was seltsam ist, wenn man bedenkt, dass in den 30er- und 50er-Jahren Informatik eine von Frauen dominierte Branche war und die erste Programmiererin eine Frau war. Heutzutage wird man aber als Frau, vor allem als stilbewusste Frau, mit Vorurteilen konfrontiert. Man hat immer das Gefühl sich beweisen zu müssen. Doch auch Männer, die nicht „dem typischen Bild“ entsprechen, werden oftmals weniger ernst genommen. Der Mensch ist aber sehr wohl in der Lage mehreren Interessen nachzugehen. Das eine schließt das andere nicht aus und auch Mode lässt sich mit Informatik vereinbaren. Nur zu gern nenne ich ein paar inspirierende Frauen als Beispiele: Karlie Kloss, das Victoria’s Secret Model coded in Ruby und fördert Frauen, das Programmieren zu lernen. Chloé Watts, Interface und Web Developer und nun Founder & CEO von chloédigital verbindet Fashion und Technology und Jade Raymond, Produzentin von Assasin’s Creed. Sie alle sind IT-Girls.

Was ich damit sagen will: wenn du dich für Informatik oder generell für MINT-Fächer interessierst — go for it! Dazu muss man kein Nerd sein. Mit #MakeADifference ermutigt Accenture junge und dynamische Frauen wie dich und mich, dieses Interesse im Beruf zu entfalten. Sei ein IT-Girl und lass dich nicht in eine Schublade stecken. Be yourself. Make a difference!