10 Mythen über Paid Content und das Geschäftsmodell Presse

Der Xing Branche Insider Markus Schöberl, hat in einem Beitrag die 10 Mythen über Paid Content und das Geschäftsmodell Presse erläutert.

1. Die Auflagenrückgänge der Zeitungen sind Folgen der Internet Nutzung.

Das stimmt laut Schöberl nicht, denn schon seit den 80er Jahren haben Verlage Verlustquoten im Auflagenbereich zu verzeichnen. Somit ist das Internet nur eine von vielen Ursachen, für die Krise der Pressemedien.

2. Paid Content hat noch nie funktioniert. Auch gedruckte Zeitungen haben immer zuerst von Werbeerlösen gelebt.

Dieser Mythos stimmt laut Schöberl ebenso nicht, denn der Anteil des Anzeigengeschäfts am Umsatz der Verlage schwankte in den letzten Jahrhunderten zwischen 0% und 70%.

3. Paid Content kann nicht funktionieren, weil es viel zu viele Gratisinhalte gibt.

Auch hier stimmt Schöberl dem Mythos nicht zu. Es gibt eine Reihe erfolgreicher kostenpflichtiger Beispiele gegenüber kostenloser Alternativen.

4. Wenn für digitale journalistische Angebote bezahlt wird, dann nur für B2B-Informationen oder Finanzmedien.

Dieser Mythos ist ebenso nicht stimmig, denn die NY Times und auch der Economist sowie die Bild Zeitung machen es vor, dass Paid Content nicht nur im B2B Bereich erfolgreich ist.

5. Aber die New Times und der Economist sind singuläre Marken und noch dazu als englischsprachige Medien weltweit gefragt. Digitale nationale Publikumsmedien können sich nicht mit Lesererlösen finanzieren.

Dieser Mythos stimmt ebenso nicht, auch wenn in Deutschland es kaum Publikumsmedien gibt, die ihre Erlöse rein aus Leseerlösen erzielen. Es sind vor allem die digitalen Abonnements, die den Publikumsmedien erhebliche Erlöse bringen.

6. Paywalls bringen nichts ein, die Erlöse sind enttäuschend und viele Zeitungen geben ihre Paywall wieder auf.

Verlage justieren und experimentieren mit ihren Paywalls und es ist ein Trend zu erkennen, dass mehr Paywalls eingerichtet als abgeschaltet werden. Daraus kann man ableiten, dass die Erlöse aus den Paywalls für Verlage eine hohe Bedeutung haben.

7. Wenn überhaupt, dann darf ein Digitalabo nicht mehr als 10€ kosten. Spotify, Netflix und Co haben die Preisbereitschaft für digitale Angebote entscheidend geprägt.

Laut Schöberl ist dies ein klarer Mythos, denn es gibt keinen empirischen Hintergrund und es gibt jede Menge digitale Angebote die erfolgreich sind, obwohl sie deutlich über der „magischen“ Grenze von 10 € liegen.

8. Die Bindungsbereitschaft nimmt ab. Abonnements für Zeitungen und Zeitschriften (gleich ob in digitaler Form oder gedruckt) passen nicht mehr in diese Zeit.

Dieser Mythos basiert laut Schöberl auf selektiven Wahrnehmungen. Alte Bindungsmodelle sind weniger attraktiv geworden aber neue lösen sie ab. Heute beweist die Gesellschaft genau das Gegenteil der These und ist bereit sich an Dinge zu binden ob an kostenlose Dinge durch Registrierungen oder andere Abonnementmodelle.

9. Qualitätsjournalismus kostet Geld und muss bezahlt werden.

Dies ist laut Schöberl mehr ein Appell als ein Mythos. Fakt ist, am freien Markt wird nur für Dinge bezahlt, die für den Kunden als bezahlenswert empfunden werden. Genau das haben bis heute nur wenige Publikumsmedien mit ihrem digitalen Angeboten geschafft.

10. Paid Content ist auch nicht DIE LÖSUNG.

Schöberl stimmt diesem Mythos zu, doch die eine richtige Lösung gibt es nicht, denn die Presselandschaft hat schon immer von seiner Vielfalt an Geschäftsmodellen, Preisen, Zielgruppen etc. gelebt.

Den gesamten Beitrag von Markus Schöberl können Sie unter folgendem Link lesen.

Quelle: https://www.xing.com/news/insiders/articles/10-mythen-uber-paid-content-und-das-geschaftsmodell-presse-388355?sc_p=da863_bn&xing_share=news