Bezahlmodelle im europäischen Vergleich

Das Reuters Institute for the Study of Journalism veröffentlichte im Mai einen neuen Vergleich von 171 Medienhäuser in sechs verschiedenen europäischen Ländern. Diese Länder sind Finnland, Deutschland, Frankreich, Italien, Polen und Großbritannien. Es wurden verschiedene Medien verglichen: Tages- und Wochenzeitungen, TV Sender und digitale Medien, die ausschließlich digital verfügbar sind.

Das Institute kam zu dem Ergebnis, dass 66% aller Zeitungen ein Bezahlmodell anbieten. Am meisten verbreitet ist das Freemium Modell, welches kostenlose Inhalte sowie Bezahlinhalte zur Verfügung stellt. Dem folgt gemäß der Verbreitung das Metered Model. Dabei sind eine bestimmte Anzahl an Artikel kostenfrei lesbar, bevor eine Bezahlung oder Anmeldung vom jeweiligen Anbieter gefordert wird.

Alles in allem arbeiten 71% aller Wochenzeitungen mit einem Bezahlmodell. Hierbei ist das Freemium Modell ebenfalls das weit verbreitetste, gefolgt von der metered Paywall.
Alle Sender bieten freien, kostenlosen Zugang zu ihren Inhalten.

Bei den ausschließlich digitalen Medien haben 97% einen kostenfreien Zugang. Die einzige Ausnahme stellt hier eine französisches Journal (“Mediapart”) dar, welches mit einem Bezahlmodell operiert.

Bei dem Preisvergleich der Länder für Bezahlmodelle liegt der durchschnittliche Preis für das günstigste monatliches Abonnement bei € 13,64 (ohne Rabatte). Dabei variieren die monatlichen Preise zwischen € 2,10 und € 54,27.

Der Ländervergleich zeigt, dass Finnland, Frankreich und Polen bei den Tages- und Wochenzeitungen besonders stark mit Paywalls arbeiten. Gleichzeitig muss erwähnt werden, dass diese Märkte nur wenige Marktteilnehmer haben (Finnland) oder der Markt für Display Werbung sehr klein ist (Polen).
In Italien und Großbritannien bieten die Mehrheit der Tages-und Wochenzeitungen kostenfreien Zugang zu den digitalen Inhalten. In Deutschland liegt der Wert bei 48%.

Insgesamt stellen die Autoren fest, dass die Anzahl der zahlenden Nachrichtenleser zunimmt, denn die Leser sind bereit für qualitative und für sie nützliche Inhalte zu zahlen. Somit liegt die Herausforderung vor allem bei den Anbietern, solch qualitative Inhalte anzubieten, um auch zukünftig mehr Umsätze damit zu generieren.

Quelle: reutersinstitute.politics.ox.ac.uk