Digitale New York Times verzeichnet starke Quartalsbilanz

Die 2011 eingeführte Bezahlschranke der New York Times zahlt sich immer mehr aus und zeigt wie gefragt journalistische Qualitätsinhalte sind. Die US-Zeitung gilt nach wie vor als Vorbild für die gelungene Transformation des digitalen Zeitalters.

Im Auftaktquartal diesen Jahres stieg der Umsatz der New York Times um 5 Prozent auf 399 Millionen Dollar. “Sie haben eine Online-Präsenz entwickelt, für die die Leute bereit sind zu zahlen“, so beurteilt Warren Buffett die New York Times. Diese Entwicklung ist nicht selbstverständlich, verlor das US-Verlagshaus 2016 im ersten Quartal noch 14 Millionen Dollar. Erst Anfang 2017 konnte die New York Times ein Plus von 13 Millionen Dollar verzeichnen und auch die Aktie erhielt einen Kurszuwachs von 35 Prozent. Dieser war damit höher als die Aktienentwicklung von Apple oder Facebook.

Die Zeitung konnte im jüngsten Quartal einen Abonnement Zuwachs von 308.000 ihrer digitalen Auflage verzeichnen und hat somit 2 Millionen Digital-Only-Abonnenten. Insgesamt haben 2,2 Millionen Leser ein Abo bei dem Verlagshaus abgeschlossen. „Wir sind, einfach ausgedrückt, ein „Subscription-first Business“, beschreibt der Chefredakteuer der New York Times.

Der Chefredakteur Dean Baquet hat motivierte Ziele für die Agenda 2020 (“Journalismus, der herausragt”). Die Zeitung soll sich noch unabhängiger vom werbefinanziertem Erlösmodell machen. „Um unsere Zukunft zu sichern, müssen wir die Zahl unserer Abonnenten bis 2020 substanziell erhöhen“, so Dean Baquet. Die Digital-Erlöse des vergangenen Geschäftsjahres lagen bei knapp 500 Millionen Dollar (Abonnements und Anzeigen). 2010 lagen sie noch bei 200 Millionen Dollar. Bis 2020 soll das digitale Umsatzvolumen auf 800 Millionen Dollar steigen und das soll hauptsächlich mit den bezahlten Digital-Abos erreicht werden. Anfang 2017 erzielten die Digital-Abos (75,8 Millionen Dollar) mehr Umsätze als die digitalen Anzeigenerlöse (49,7 Millionen Dollar). Um weiter neue Leser zu gewinnen, konzentriert sich die Zeitung auf die Smartphone-Generation und auf eine verbesserte Ansprache.

Quelle: editorial.media