Schweden: Wie Aftonbladet 250.000 digitale Abonnenten gewann

Im letzten Jahr gelang es Aftonbladet, seine digitalen Abonnements auf 250.000 Einheiten zu erweitern. Dies führte zu einem Gewinn von 255 Millionen Schwedischen Kronen (32 Millionen US-Dollar). Der Gewinn sei vor allem durch Werbung und Abonnements möglich gemacht worden. Doch welche Details stecken noch hinter dem enormen Erfolg?

Die Boulevardzeitung befindet sich im Besitz des schwedischen Megakonzerns Schibsted und hat seit dem Start im Jahr 2003 ganze 250.000 Abonnenten dazugewonnen. Im Vergleich: Das Land umfasst in etwa 10 Millionen Einwohner. Rasmus Nielsen, Forschungsdirektor am Reuters Institute for the Study of Journalism schätzt, dass wenn diese Proportionen auf andere Länder übertragen werden würden, Großbritannien mit 65 Millionen Einwohnern 1,5 Millionen zahlende Abonnenten und die USA mit 320 Millionen Einwohnern etwa 8 Millionen Abonnements hätte.

Was ist das Erfolgsgeheimnis?

Zunächst einmal hat Aftonbladet ein Freemium-Modell. Das bedeutet, dass Nachrichten und Meinungsartikel für jeden frei zugänglich sind. Daneben gibt es Aftonbladet Plus — ein Abonnement mit detaillierten Features und vielen exklusiven Editorials, die Einblick hinter die Kulissen des Verlags gewähren. Obwohl die Meisten der 300-köpfigen Redaktion der Plus-Ausgabe zuarbeiten, arbeiten 16 Personen ausschließlich für dieses Abonnement. Sie erstellen Newsletter, neue Produkte und greifen, wenn nötig, auf Freelancer zurück. Im Schnitt werden täglich etwa 25 Artikel für Plus-Abonnenten geschrieben.

Um welche Themen geht es?

Ähnlich wie bei anderen Boulevardzeitungen sind hier Themen wie allgemeine Nachrichten, Unterhaltungs- und Lifestyle-Geschichten stark vertreten. Die Sportberichterstattung hat sich als besonders lukrativ erwiesen, da Plus-Abonnenten Zugang zu weiteren Artikeln aus dem Sportbladet Magazin erhalten.

Welche Abo-Vorteile erhält der Nutzer?

Ein monatliches Abonnement von 500 Artikeln kostet 59 Schwedische Kronen (7 US-Dollar). Leser, die sich für ein Plus-Abonnement interessieren, haben die Möglichkeit, einen Monat lang die Artikel testweise für eine Schwedische Krone (12 Cent) zu lesen. Danach sind die Inhalte mit 99 Schwedischen Kronen (12 US-Dollar) kostenpflichtig. Zusätzlich erhalten diese Abonnenten zahlreiche Vorteile wie Downloads von Reiseführern und Streaming-Zugang zu Filmen. Letzteres macht eine Partnerschaft mit SF Anytime, einem Video-on-Demand-Service von Bonnier möglich.

Auf welche Ressourcen wird zurückgegriffen?

Für die Themenauswahl der Plus-Artikel spielt die Datenanalyse eine zentrale Rolle. Mithilfe einer von Schibsted entwickelten Technologie können die Mitarbeiter die Gewohnheiten des Lesers ableiten. So analysiert das Team beispielsweise, welche kostenlosen Inhalte eine hohe Besucherzahl generierte. Daraus werden dann individuell gestaltbare Newsletter entwickelt, welche anschließend an Abonnenten geschickt werden, die dieses bestimmte Thema favorisieren. Dazu sagt Ted Kudinoff, Chefredakteur von Aftonbladet Plus: „Unsere Journalisten arbeiten jetzt sehr eng mit unseren CRM-Teams zusammen, um dies zu erreichen.”

Welche Zukunftschancen sollen genutzt werden?

Kudinoff betonte außerdem, dass das Thema „Video“ ein immer größerer Bestandteil der Abonnements werden wird. In jedem Fall soll die Videoproduktion ausgebaut werden. Bislang liegt der Schwerpunkt bei der Zeitung im Bereich „Sport“; soll zukünftig aber auch auf andere Bereiche wie „Unterhaltung“ ausgeweitet werden.

Übrigens: Nicht nur Schweden, sondern auch das Nachbarland Norwegen bietet optimale Voraussetzungen, eine Paid-Content-Strategie zu starten. Warum? Das können Sie hier nachlesen.

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Quelle: Digiday UK