Simon the Sorcerer 5: Wer will schon Kontakt?

Maulwürfe gegen Aliens. Und mittendrin Simon der Zauberlehrling, der sich vehement weigert seine Pubertät endlich hinter sich zu lassen — wohl zur Freude seiner Fans…

Wie so oft wird Simon praktisch dazu gezwungen, die Zauberwelt zu retten, obwohl er doch eigentlich nur in die Glotze starren und Pizza essen möchte. Doch was soll man schon machen, wenn die Freundin von Aliens entführt wird? Da muss man doch handeln! Mit dabei sind alte Bekannte, wie der stets betrunkene — aber nicht wirklich böse — Wolf oder Rotkäppchen, das wie immer gegen das vermeintlich starke Geschlecht zu Felde zieht. Doch auch neue Gestalten bereichern die Zauberwelt, und natürlich wird sich da wieder mit gewissem Witz aus der Kulturgeschichte bedient. Der schrullige Piratenkapitän beispielsweise erinnert wohl kaum zufällig an Jack Sparrow. Oder auch das Killerkaninchen, das man gleich am Anfang auf die Aliens hetzen muss kommt denen, die die Ritter der Kokosnuss gesehen haben, eher vertraut vor.

Die ersten Minuten des Spiels vergehen dann auch so, wie erwartet: Man fragt sich, ob man mittlerweile nicht zu alt ist für die „frechen“ Sprüche Simons, und ob man es wirklich aushalten kann, sich die nächsten drei Abende mit seinem Gequake auseinander zu setzen. Aber dann ertappt man sich schon nach kurzer Zeit beim schmunzeln. Erst dezent nach dem Motto: „mein Gott ist das blöd“. Und kaum das man sich versieht sitzt man doch wieder laut lachend vor dem Bildschirm.
So entwickelt sich das Spiel nach und nach fast zu einem netten kleinen Spielfilm, denn die Rätsel stellen einen eher selten vor größere Probleme, so dass man einigermaßen zügig durch die Geschichte kommt. Auch die Steuerung steht dem flüssigen Ablauf des Spiels nicht im Weg. Wer häufiger Point-and-Click Adventure spielt kann die Spielanleitung getrost im Karton lassen, da sich das Spiel intuitiv steuern lässt. Ganz selten gibt es kleinere Probleme, etwa wenn man einen Gegenstand am unteren Bildrand anklicken will und ständig das Inventar „aufpoppt“. Oder man leicht neben den gewünschten Pfad klickt und Simon dahin rennt wo man ihn nicht haben wollte. Aber das sind, wie gesagt, Kleinigkeiten die den Spielspaß nicht ernsthaft beeinträchtigen.
Ein hilfreicher Gimmick ist das Tagebuch, indem man sich jederzeit über aktuelle Aufgaben informieren kann, und so auch nach längeren Spielpausen nicht den Überblick verliert.

Auch grafisch kann der neue Teil der beliebten Simon Reihe durchaus gefallen. Die Schauplätze sind Detail verliebt und hübsch gestaltet, und auch an den Figuren kann man nichts aussetzen. Witzige Ideen werden liebevoll in die Grafik eingebunden, so zum Beispiel ein buckliger Simon nachdem er einen Rucksack unter seinem Zauberercape verstecken muss.

Simon the Sorcerer 5 — mein Fazit

Alles in Allem ist Simon 5 –Wer will schon Kontakt ein durchaus gelungenes Point-and-Klick Adventure. Wenn man sich erstmal auf die teilweise nervige Sprachausgabe eingestellt hat –hier ist der Sumpfling besonders hervorzuheben- kann man es in großen Teilen sogar als lustig beschreiben. Überraschendes ist allerdings nicht zu erwarten, wenn man die Vorgänger der Simonreihe kennt. Und so müssen sich die Macher wohl auch die Frage gefallen lassen, in wie viele Abenteuer sie den guten Simon noch schicken wollen, bevor es auch dem letzten Fan zu viel wird. Den fünften Teil kann man allerdings durchaus gut spielen, wenn man ein paar freie Abende hat und die Genrekonkurrenten wie etwa „So blond“ schon gespielt hat.