Man Down (2015) Filmkritik

Erzähl uns noch einen Witz, sofort!
Im einem postapokalyptischen Amerika sucht ein ehemaliger US-Marine gemeinsam mit seinem besten Freund nach seinem Sohn.

Man Down will Vieles sein und ist dann letztenendes nichts davon. Es geht um Psychosen, Familie, Krieg, Veteranen, Freundschaft, Realität und Wahrnehmung. Die Themen verbinden sich aber niemals zu einem kohärenten Ganzen. Auch stilistisch kann sich Man Down nicht entscheiden. Im einen Moment Drama, im anderen Psycho-Thriller, erst vermeintlich anspruchsvoll, dann billig und manipulativ — der Film springt unvermittelt zwischen Stimmungen, so dass man sich nie auf ihn einlassen kann.

Gefilmt ist alles wie ein Traum, überbeleuchtet und weichgezeichnet. Das mag auf irgendeiner Ebene Sinn machen, entkräftet aber komplett das einzig geglückte in diesem Durcheinander, die lebensnahen Darstellungen. Abseits dieser visuellen Fehlentscheidung gibt es nichts bemerkenswertes an der Umsetzung festzustellen.

Shia LaBeouf spielt tapfer und mit voller Hingabe gegen das Wirrwarr an und ist gemeinsam mit Kate Mara der einzige Grund, nicht auszuschalten. Seine Performance ist kraftvoll und direkt, was im Rahmen dieses konstruierten und verworrenen Film besonders bemerkenswert ist. Zwischen all dem Plastik findet er einen wahren Kern und spielt sich die Seele aus dem Leib. Hoffen wir, dass er endlich die Rollen bekommt, die er verdient.

Verwirrter und manipulativer Drama-Thriller, den nur Shia LaBeouf vor dem kompletten Fiasko retten kann. 4/10


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