Twin Peaks Staffel 1 und 2 Kritik

Dieser Mann weiss einen guten Kaffee zu schätzen.
FBI Special Agent Dale Cooper wird in das beschauliche Städtchen Twin Peaks beordert, um den Mord an Laura Palmer zu klären. Schnell gerät er in ein dichtes Netz aus Lügen und mysteriösen Verstrickungen.

Im Kern ist Twin Peaks eine klassische Telenovela.

Das zeigt sich nicht nur am visuellen Stil und dem bewusst affektierten Schauspiel, sondern auch an den Inhalten: Es geht um Intrigen, Affären, Verlockungen, Machtspiele, Erpressung und Mord.

Nichts ist wie es im ersten Moment scheint und jeder verfolgt seine persönliche Agenda im Geheimen.

Wenn es sein muss, dann fällt auch mal jemand in’s Koma, nur um dann im passenden Moment dramatisch zu erwachen und den nächsten Twist voranzutreiben.

David Lynch reichert seine ansonsten lupenreine Soap jedoch mit einer übernatürlichen, spirituellen Komponente und absurdem, abwegigem Humor an und erschafft damit etwas gänzlich Neues.

Dabei wird weder noch kommentiert oder reflektiert, sondern exisitiert einfach völlig selbstverständlich in diesem Universum, was sich als eine der besten Einscheidungen der Macher der Serie herausstellt.

In Kombination mit dem armosphärischen Soundtrack, der immer nur eine Hand voll Motive wiederholt, entsteht eine fast hypnotische Sogwirkung.

Und da jede der 45 Minuten langen Folgen mit einem Cliffhanger endet, bietet sich Twin Peaks förmlich zum so beliebten bingen an.

In einigen Momenten geht die wilde Mixtur leider nicht auf und es entsteht ein etwas beliebig wirkendes Chaos. Vor allem in der zweiten Staffel schwankt die Qualität der einzelnen Episoden teilweise recht stark zwischen Naja und Großartig.

In jedem Moment aber ist Twin Peaks bis heute noch unbestreitbar einzigartig und faszinierend und hat sich seinen Kultstatus daher verdient.

Charaktere wie FBI Agent Dale Cooper und Audrey Horne bleiben unvergesslich und sichern sich einen Platz im TV Olymp.

Die BluRay Restauration der mehr als 25 Jahre alten Serie leistet übrigens Großartiges und ist für alle, die Twin Peaks heutzutage für sich neu oder erneut entdecken wollen, sehr zu empfehlen.

Fazit

Unvergleichliche und kultige Soap-Opera mit einer etwas überstrapazierten zweiten Staffel. 7/10


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