PRINT MATTERS!
NUMÉRO 3 — TOILET PAPER

Stark gebissen ist halb gewonnen.

Es war angebracht: Diese Woche waschten wir Matteo und Flo die dreckigen Mäuler so richtig mit Seife aus. Ohne Wasser. Schliesslich geht es hier nicht um Mundgeruch — es geht ums Magazinmachen.

Was wir bei Print Matters! tun, ist im Vergleich zum Magazinmachen einfache Büez. Aufs Essentielle runtergebrochen sind wir Logistiker. Wir holen eine Selektion von Magazinen aus aller Welt ins Niederdorf. Ein Klick hier, ein Postbesuch da, und dann hinter die Theke stehen. Wir wissen das, und wir haben ungeheuren Respekt vor all jenen, die weitaus besser und kreativer sind als wir: Die Magazinmacher. Wir sind der Eunuch im Magazin-Harem — wir wissen wie’s theoretisch geht, wir haben zigmal gesehen dass es geht, aber selber können wir’s nicht. Damit wir das nicht vergessen, haben wir es letzte Woche versucht, im kleinen Rahmen. Wir stellten zwei Bilder des TOILET PAPER MAGAZINE nach.

Der Challenge: Seife und Wurst von TOILET PAPER.

Wir haben die Latte tief gesetzt, die Ausgangslage ist einfach — sowas wie das Nachmittagsprogramm an einem Kindergeburtstag. Wir stellen ein Bild eines abgebissenen Stück Seife und einem Cervelat im Mäschchenband nach, beides vor farbigem Hintergrund. Die Zutaten: Zwei Stück Seife, ein Cervelat, farbiges Papier und Schnur (yes, wir liessen uns lumpen beim Band. Für mehr als Schnur hat’s nicht gereicht).

Matteo hat eine Zahnarztversicherung, deshalb geht er vor. Er beisst herzhaft zu, gräbt die Zähne in die Lauge und kurz bevor’s ihm den Kiefer ausrenkt gibt die Seife nach. Er schäumt nach dem Ausspülen noch etwas aus dem Mund und kratzt sich die Seifenreste aus den Zahnkronen, dann darf’s Flo ihm nachmachen. Die Schnur ist schnell um die Wurst geschnürt, dann beides aufs farbige Papier — et voilà. Das Mahl wird abgerundet mit einem Cervelat und einem Espresso drüber weg. Nach zwei Stunden war die Kombo von PH-balancierter Bitterkeit und Wurstnitritpökelsalz von der Zunge, und das Bauchweh liess wieder nach.

Wir müssen selber auf die Schulter klopfen, so schlecht sieht unser Replikat gar nicht mal aus. Aber nicht so gut wie die von TOILET PAPER. Und viel wichtiger: TOILET PAPER ist selbst auf die Idee gekommen, wir haben sie nur abgekupfert. Und jeder der das TOILET PAPER schon mal in den Fingern hatte weiss: Die Seife und die Wurst Inszenierung sind das Einfachste, was die Leute da je gemacht haben. R-E-S-P-E-C-T, TOILET PAPER. Wir verneigen uns.


Originally published at www.printmatters.ch.