Ein Manifest, ein Kompass, eine Community

Signaturen von Initianten, Gründerinnen, Publikum und Community

Wer sich mit der Frage befasst, wie Menschen ideal in Gruppen zusammen wirken, um ein gemeinsames Ziel zu erreichen, kommt zum Schluss, dass es ein starkes verbindendes Element braucht, um die Gemeinschaft derer zu festigen, die das Ziel verfolgen.

Ein mögliches Wort für dieses Bindeglied ist ein gemeinsamer Zweck (im Englischen spricht man von «Purpose»). Der Zweck schildert in wenigen Worten, warum man zusammen gekommen ist, und welches Ziel man verfolgt. Ein Zweck ist eine Art Mantra, ein einfach zu merkender Satz, in aller Kürze, der es erlaubt, sich immer wieder in Erinnerung zu rufen, was man sich eigentlich vorgenommen hat. Ein Kompass, der dabei hilft, Entscheidungen zu treffen, auch dann, wenn es kein definiertes Regelwerk gibt, das Entscheidungsfindung definiert.

Zweckgetriebene Organisationen sind besser darin, selbstorganisiert und organisch zu lernen und sich weiter zu entwickeln als regelgesteuerte Organisationen. Sie entwickeln sich organischer, nutzen das Potenzial der beteiligten Personen besser als konventionelle Organisationen und geben allen, die involviert sind, einen Sinn, der über leere Ziele wie zum Beispiel das reine Erwirtschaften von Mitteln hinaus geht.

Ein anderes wichtiges Stilmittel, um Organisationen und Ideen voranzutreiben, ist das Manifest. Manifeste können viele Formen haben. Denken wir an Luthers 95 Thesen, so haben diese Manifest-Charakter. Sie beschrieben aus Sicht Luthers, was schief läuft in der Kirche, und ebnen den Weg zur Reformation. Ob Kommunistisches Manifest, Agile Manifesto oder die 10 Gebote: Sie alle definieren ein Ideal, dem man nachfolgen kann, wenn man dem Manifest Bedeutung zumisst. Natürlich ist immer die Frage, wie gut die Bewegung, die einem Manifest folgt, auch in der Lage ist, es umzusetzen. Doch der Zündwürfel im Feuer einer Bewegung, das ist das Manifest auf jeden Fall. Und im Falle des Gelingens auch ein langfristiger Orientierungsrahmen.

Bei Project R und seinem ersten Produkt, dem Magazin «Republik» verbinden sich Zweck und Manifest zu einem einzigen Dokument. 
Am 12. April 2017 schilderten wir in Bern, wie wir uns Journalismus in Zukunft vorstellen und unter welchem Namen («Republik») dieser zum Leben erweckt werden soll.

Wir, das ist das Team von Project R, die zukünftige Crew des Magazins «Republik», aber auch alle Personen, die sich um diesen Zweck und dieses Manifest versammeln und sagen: «Ja, das wollen wir, das unterschreiben wir, das finden wir wichtig».

Dadurch, dass das Manifest das, was Initiantinnen, Gründer, Mitarbeitende und die grössere Community möchten, in einem Dokument eint, entsteht eine organische Bewegung, die in der Lage ist, zu gestalten.

Das Manifest, das gleichzeitig der Sinn stiftende und Orientierung gebende Rahmen für alle Aktivitäten formt, die unter dem Dach von Project R, dem Magazin Republik und aller Personen und Organisationen entstehen, die Journalismus wieder klar und scharf definieren, ist das Bindeglied, der Leim, der aus wenigen Menschen eine ganze Bewegung formt.


Innen und aussen, wir und ihr, ich und du verschwimmen. Eine Bewegung entsteht, bei der alle in die gleiche Richtung blicken und gemeinsam am gleichen Strick ziehen. Alle wollen das gleiche erreichen, mit unterschiedlichen Mitteln.

Die Genossenschaft Project R trägt dadurch zum Zweck bei, dass sie gemeinnützig dafür sorgt, dass Journalismus sich in in die Richtung des Manifests entwickeln kann. Sie fördert Projekte, die dieses Ziel verfolgen, darunter auch das Magazin Republik. Die (in Gründung begriffene) Republik AG leistet ihren Beitrag zum Ziel damit, dass sie ein Magazin entwickelt und heraus geben wird, das den Grundsätzen des Manifests so stark wie nur möglich entspricht, und die grosse Gemeinschaft oder Community von Komplizinnen, Lesern und Gesellschaft dadurch, dass sie selber mit ihrem kleinen oder grossen Beitrag dafür sorgen, dass sich Journalismus in seinem aus dem Manifest heraus definierten Verständnis wieder als tragendes Element in der Gesellschaft verankert.

Das enthüllte Manifest von Project R und dem Magazin «Republik»

Ein Manifest zu haben ist alleine noch keine Garantie für Erfolg. Aber ein Manifest und ein gemeinsamer Zweck können elementar zum Erfolg einer Gruppe, Organisation oder Bewegung beitragen. Und darum ist es wichtig, dass dem Manifest regelmässig Platz und Diskussion eingeräumt wird, damit es zum Leben erweckt wird und mit von allen aktiv gelebt wird.

Das unterschrieben Manifest am Arbeitsort des «Project R» und «Republik» Teams: Dem Hotel Rothaus in Zürich
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