
Focus I : Die seltene Kunst des Fokus
Wenn es darum geht, was wir vom Leben erwarten und was wir im Leben suchen, dann ist das oft dasselbe für viele Menschen. Trotz der schieren Vielzahl an Wegen, die dorthin führen, trotz der verschieden Ideologien die es untermauern und trotz der zahlreichen Fallen auf dem Weg suchen wir alle Glück, Erfüllung und Zufriedenheit.
Es gibt kein Rezept und keine ‘4 Schritte zum Glück`, denn jeder hat eine andere Auffassung dessen, was es heißt glücklich zu sein und was ihn glücklich macht. Dennoch gibt es einige Voraussetzungen die quasi unbedingt erfüllt sein müssen, damit sich jemand glücklich und zufrieden fühlen kann.
Eine davon ist eine Art von Ordnung im Bewusstsein. Achte einmal darauf was in dein Bewusstsein gelangt, wenn du zufrieden und glücklich bist. Merke auch wie es strukturiert ist und verarbeitet wird. In einem solchen Zustand sind die Inhalte und Ziele in unserem Verstand klar und geordnet und wir wissen, welches der nächste, beste Schritt ist. Dieses Gefühl heißt ‘Flow’, eine Bezeichnung des Psychologen Mihaly Csikszentmihalyi, der wir uns später noch einmal im Detail widmen werden.
Obwohl es offensichtlich erscheint, dass ein Gefühl von mentaler Leichtigkeit und Klarheit über sein Selbst, seine Ziele und Freuden nützlich ist, um glücklich zu sein, irren doch viele von uns abgelenkt durch den Tag. Wir sind externen Einflüssen ausgesetzt, die nach unserer Aufmerksamkeit schreien und unser Bewusstsein erobern. Dadurch wächst das genaue Gegenteil des Flows in uns, psychische Entropie. Diese ist in keinem Fall angenehm und doch bestimmt sie unseren Geisteszustand, wenn wir kein klares und erreichbares Ziel vor uns haben.
Sobald wir eine Sekunde unseren Fokus von dieser Aufgabe schweifen lassen, beginnt unser Geist urplötzlich nach Ablenkung zu suchen, indem wir externe Quellen suchen, die unserem Bewusstsein ‘Ordnung’ aufzwingen. So sind wir teilweise schneller als unser bewusster Verstand darin, Facebook zu öffnen oder ans Handy zu greifen, richtig?
Als Student kannst du sicherlich dem Beispiel der Lernerei gut folgen. Du sitzt in der Bibliothek vor deinen geöffneten Büchern und bist bereit loszulegen. Aber irgendwie kannst du einfach nicht richtig mit der Arbeit beginnen. Du bist abgelenkt durch Gedanken die immer wieder aufkommen. Meistens Sorgen, aber auch Tagträume und Einflüsse von der Außenwelt scheinen deinen Fokus zu zerreißen. Plötzlich bemerkst du, dass du einen Artikel auf Facebook liest ohne wirklich zu wissen, wie du da gerade hingekommen bist. Hattest du dieses Gefühl schon einmal?
Du bist sicherlich nicht alleine. Jeder hat diese Momente, denn unser Geist sucht kontinuierlich nach Ablenkung. Man könnte sagen es ist eine Art Urinstinkt der uns hilft unserer Umgebung bewusst zu sein um ggf. einen Angreifer zu bemerken. Symptomatisch liegt es hier aber daran, wie unsere Smart Devices, Social Media Plattformen und Click-Bait Artikel entworfen sind. Sie sind dafür entworfen, kurzfristige Zufriedenstellung zu erzeugen, indem sie unserem Bewusstsein eine falsche ‘Ordnung’ auferlegen, statt langfristige Entwicklung und Zufriedenheit durch intrinsische Struktur zu ermöglichen.
Was uns fehlt ist die seltene Kunst, Fokus zu kultivieren.
Die Kunst des Fokus kann man allerdings nicht nur auf Arbeit und Studium anwenden. Obwohl diese zwar materiell interessante Bereiche sind, Fokus zu kultivieren um Erfolge zu erreichen, ist der größte Nutzen dieser Kunst dort zu finden, wo man ihn nicht erwartet. In unserer Freizeit, beim Entspannen, bei Sport und Spiel und besonders essentiell in unserem sozialen Umfeld.
Konfrontiert mit einer Welt die mit schnellen Ablenkungen überflutet, durch größeren Leistungsdruck geprägt und nach einfallsreicherer Kreativität verlangt denn je zuvor, glauben wir, dass dies ein unabdingbares Thema ist. Wir sind überzeugt von dem enormen menschlichen Potential für Glück, wie auch materiellem Erfolg, wenn nur die richtigen Prozesse geformt und gestärkt werden.
Die Fokus Serie
Dieser Artikel macht den Auftakt für eine Serie die sich ganz dem Thema Fokus widmen soll. Eine bedeutungsvolle Kunstform, wie wir glauben, die viel zu selten praktiziert wird. Ausgehend von unseren eigenen Schwierigkeiten und Einsichten werden wir verschiedene praktische Methoden vorstellen, die uns helfen Leichtigkeit und Frieden zu finden, in einer geschäftigen und gestressten Welt.
Des Weiteren bildet diese Serie aber auch nur den Anfang für unser Projekt ProzessBasis mit dem wir verschiedene Themen aus den Gebieten Selbstentwicklung, Management, Psychologie und Philosophie durchwandern werden, die uns selbst beschäftigen und prägen. Nach dem Motto “verstehen, vertiefen, verbreiten” , dient diese Arbeit zunächst in erster Linie unserem eigenen Verständnis. Umso dankbarer sind wir für jeden einzelnen Leser und jedes Feedback!
PS: Ich empfehle meine Artikel auf Englisch zu lesen, da sie in Englisch geschrieben werden. Joshua dagegen schreibt auf Deutsch und die Englischen Varianten sind lediglich Übersetzungen.

