Mövenwind, Taubenwind

Mövenwind, Taubenwind
Du bist meine Flucht
Bis ans Ende
Wovor?
Vor den Tagen
Den Sonnenaufgängen
Dem Schlaf

Du hetzt mich
Ich bin atemlos
Atomlos, keinartig
Mein Herz zerspringt rasend
Nein, es pocht hin und her
Nein, doch, nicht pocht, 
Es zerspringt

Zerschmettert wie ein
Porzellanwecker im Fallen
Kurz vor dem Aufprall, grell
Auf dem gesprenkelten Küchenboden
Du Porzellanwecker
Du Sparschwein
Du.

Mövenwind, Taubenwind
Du bist meine Flucht
Saust mich durch die Luft
Speck durch den Mund, 
Triefend
Sehnsüchtig hechle ich Dir hinterher
Wie ein Hund im heissen Käfig

Im Auto gefangen auf der Spur
Ich bete für den Unfall
Links die weisse Linie
Rechts die weisse Linie
Der Tempomat, ja
Alles flimmert und flackert
Jenseits der weissen Linie

Da ist die unteilbare Angst
Die molekulare Struktur des Grauens
Täglich reiht sie sich auf
Applaudiert dem Gefährt in der Mitte
Ich will in die Angst, die Pforte dahin
Ist nichts mehr als ein Knall
Eine Explosion, weiss und gleissend

Beendet die Flucht
Dich, abrupt
Deckt Dich zu
Kettet Dich fest
Kettet mich fest
Im Schwebezustand zwischen hier und dort
Im Spalt der Unentschiedenheit

Dieser marternde Ort
Eingeklemmt zwischen rauhen Säulen
Mahlt es uns zu Mehl
Backt aus uns einen Laib
Gefangen sind wir im Brot
Ausgebackener, hartgewordener Teig
Krustig, bestäubt

Unbeweglich und getrocknet
Vogelfutter sind wir
Krümel in Schnäbeln über dem See
Bis ans Ende
Fortgetragen wie vom Winde
Mövenwind, Taubenwind
Du bist meine Flucht

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