3 neue iOS 11-Features, die Sie in Ihren Enterprise-Apps lieben werden

iOS 11 ist endlich draußen und wahrscheinlich haben Sie schon allerhand über die neuen Funktionen gehört, gelesen und vielleicht sogar selbst ausprobiert. Doch was steckt für Ihre Enterprise-Anwendungen in dem neuen Betriebssystem?

Tatsächlich hat sich eine Menge zum Vorgänger geändert. Aber keine Angst: Ich werden jetzt nicht zum tausendsten Male wiederholen, dass Sie nun auch Bildschirmaufnahmen machen können oder Screenshots mit handschriftlichen Notizen versehen. Vielmehr möchte ich Sie ein sanft aber bestimmt mit der Nase auf drei etwas verstecktere Neuerungen stoßen, die aus unserer Sicht einen riesigen Einfluss auf die Möglichkeiten Ihrer Enterprise-Apps haben werden:


1. Business Chat

Mit Business Chat hat Apple im neuen iOS eine fantastische, neue Möglichkeit der unkomplizierten Interaktion mit Unternehmen eingeführt. Ich persönlich suche zum Beispiel momentan nach einer schönen Idee für die Geburtstagsfeier meines Sohnes. Der Klassiker ist: Ich weiß ungefähr, in welche Richtung es gehen soll, fange an zu recherchieren, finde ein paar Locations, die mir gut gefallen und will nun Preise, Termine, sonstige Rahmenbedingungen abklären.

Business Chat verhält sich da so ein bisschen wie die aufmerksame Bedienung in einem Restaurant: Zurückhaltend, aber immer da, wenn man sie braucht. Und zwar funktioniert das Ganze so: Unternehmen können sich für Business Chat anmelden und dann eine Chatfunktion für ihre Kunden, Partner, usw. anbieten, die über die typischen Kanäle eingeblendet wird:

  • Apps
  • Safari (Apples Standardbrowser)
  • Apple Maps
  • Spotlight (also Apples “Suchfunktion”)
  • Siri
Wie sieht das Ganze konkret aus?

Am Anfang steht meist die Recherche. Oben hatte ich schon geschrieben, dass das über viele verschiedene Kanäle geschehen kann, aber gehen wir mal davon aus, dass jemand klassisch in Safari nach einem Unternehmen sucht:

Quelle: Präsentation “Introducing Business Chat — Developer Preview”, WWDC 2017

In diesem Beispiel sucht also jemand nach der Firma Apple und bekommt — wie vorher auch schon — das Suchergebnis mit Adresse, Website, etc. angezeigt. Neu ist nun die kleine Sprechblase, die Sie neben dem Telefon-Icon oben rechts neben dem Suchergebnis sehen. Ein Tipp auf diese Sprechblase startet den Chat mit dem Unternehmen.

Der Chat funktioniert dann aus Nutzersicht ziemlich exakt so, wie ein typischer Messenger/Chat eben so funktioniert. Zum Beispiel kann man nun seine Frage formulieren oder durch Fotos oder Screenshots konkretisieren:

Quelle: Präsentation “Introducing Business Chat — Developer Preview”, WWDC 2017

In diesem Beispiel möchte ein Kunde wissen, welchen Adapter er braucht, um seinen Laptop an einen TV-Monitor anzuschließen. Ohne wissen zu müssen, wie sein Laptop-Anschluss nun genau bezeichnet wird und ohne beschreiben zu müssen, wie er aussieht, ist es viel einfacher, nur schnell ein Foto davon zu machen und es im Chat zu schicken.

Nun könnte in dem Beispiel Apple darauf reagieren, indem es gleich einen Link zum richtigen Adapter im Chat schickt (und damit einen Kauf unkompliziert ermöglicht) oder es stellt sich heraus, dass der Kunde weitere Beratung nötig hat. Auch hierfür gibt es praktische Möglichkeiten in Business Chat:

Quelle: Präsentation “Introducing Business Chat — Developer Preview”, WWDC 2017

In einer übersichtlichen Anzeige lassen sich direkt in Business Chat zum Beispiel noch offene Terminslots anzeigen, auswählen und direkt blocken. Ohne größere Rückfragen oder das Risiko, zu vergessen, den Termin dann auch tatsächlich einzutragen. Für die Terminfindung aus unserer Sicht eine wirklich praktische Sache!

Doch Sie haben auch die Möglichkeit, Funktionalitäten aus Ihrer eigenen App direkt in Business Chat einzubinden.

Quelle: Präsentation “Introducing Business Chat — Developer Preview”, WWDC 2017

Hier ein Beispiel dafür. Eine Fluglinie bietet direkt während des Chats die Möglichkeit, Flugtickets zu buchen und — stets angeleitet vom Mitarbeiter des Flugunternehmens — auch gleich einen Sitzplatz zu reservieren. Diese Funktion wird zwar direkt im Chat angeboten, stammt aber — am unteren Bildschirmrand kann man es sehen — aus den iMessage-Funktionalitäten der App der Fluglinie.

Integration mit Ihrer existierenden Serviceplattform

Business Chat ist dabei keine Insellösung, sondern kann direkt in Ihre möglicherweise bereits bestehende Serviceplattform integriert werden. Aktuell (14. September 2017) sind das vier Stück an der Zahl:

  • Genesys Hub
  • LiveEngage
  • Nuance
  • Salesforce Service Cloud

Die Anmeldung zu Business Chat läuft relativ unkompliziert (momentan haben wir allerdings offen gestanden noch ein paar Stolpersteine festgestellt) und der Aufwand für eine Integration Ihrer Funktionen ist überschaubar. Lassen Sie uns gerne sprechen, sofern Sie weitere Infos dazu wünschen!


2. Machine Learning

Vielleicht fangen wir mal mit der Frage an: “Was genau muss man sich eigentlich unter Machine Learning vorstellen?”, denn der Begriff ist doch relativ abstrakt.

Ein Beispiel: Vielleicht ist Ihnen schon einmal in einer Foto-Anwendung aufgefallen, dass die Software relativ treffsicher Gesichter als solche identifizieren kann. Oft verbunden mit der Möglichkeit, dem erkannten Gesicht den Namen der Person zu geben, zu der es gehört. Das macht man ein paar Mal mit verschiedenen Fotos und plötzlich fragt die Software nicht mehr nach irgendeinem Namen, sondern stellt konkret die Frage: “Ist das Michael?”. Hat man nun noch ein paar Fotos entsprechend markiert, “lernt” die Software irgendwann, wie Michael aussieht und identifiziert sein Gesicht nahezu absolut treffsicher auf allen neuen Fotos, weitestgehend unabhängig von Lichtverhältnissen, Perspektiven oder leichten Unschärfen.

Das ist ein Beispiel für Machine Learning. Der Computer “lernt” aus einer hinreichend großen Menge an Informationen, neue Informationen zu abstrahieren und eigenständig richtige Lösungen zu finden.

Das Beispiel mit den Fotos ist jetzt nur eines, das Sie wahrscheinlich schon einmal kennen gelernt haben. Mit der Einführung von “Core ML” haben Sie jedoch auch mit Ihren Enterprise-Apps die Möglichkeit, auf das lernende “Gehirn” Ihrer iOS-Devices zuzugreifen.

Eine Auswahl an Möglichkeiten für Machine Learning — Quelle: Präsentation “Introducing Core ML”, WWDC 2017

Was bringt Ihnen das nun konkret? Zusammengefasst: Eine riesige Menge an Möglichkeiten. Haben Sie jemals das Problem gehabt, zum Beispiel gleiche Informationen für verschiedene Zielgruppen oder gar Nutzer unterschiedlich aufzubereiten oder zu sortieren? Während das bisher oft nur mit sehr großem Aufwand möglich war, kann nun die Machine Learning Möglichkeit von iOS 11 dabei helfen, vom Nutzer den bevorzugten Umgang mit Ihren bereitgestellten Informationen zu lernen und im Laufe der Zeit immer bessere, “maßgeschneidertere” Vorschläge zu liefern.

Ein wesentlicher Vorteil besteht also in der Personalisierung von Dingen — egal ob das nun die Erkennung von Handschriften, Stimmen oder Fotos ist, das Lernen bestimmter individueller, sprachlicher Muster in Chats oder das Ausliefern hochrelevanter Informationen in Bezug auf eine Vielzahl von Einflussfaktoren.

Das kann sehr interessant für alle Apps sein, die abhängig von Benutzer oder Situation idealerweise unterschiedlich “aussehen” sollen oder die aus einer großen Masse an Daten sehr einfach die relevantesten heraussuchen soll: “Zeige mir alle Aufnahmen, auf denen Herr Huber zu hören ist!”.


3. Augmented Reality mit ARKit

Augmented Reality? Das ist doch das mit Pokémon Go oder? Stimmt. (Für die Leute, die tatsächlich noch nie Pokémon Go gesehen haben: Da lassen sich kleine Monster über das Smartphone auf einem Bild der tatsächlichen Umgebung einblenden. Im Smartphone sieht es dann so aus, als stünden sie auf der Straße vor einem).

ABER: Apple hat im neuen iOS ein Framework namens ARKit eingeführt, das einen großen Teil der Dinge bereits fertig mitliefert, die notwendig sind, um mit einer App virtuelle Dinge wirklich annähernd realistisch in die reale Welt einzublenden. Während Augmented Reality Features wie in Pokémon Go früher ganze Arbeitsmonate verschlingen konnten, ist es mit ARKit nun möglich, auf bereits hardwareoptimierte, fertige Funktionen zurückzugreifen wie zum Beispiel:

  • dreidimensionale Erfassung der Umgebung, in der man sich gerade befindet (zur perspektivisch korrekten Einblendung der virtuellen Elemente)
  • korrekte Interpretation der Lichtverhältnisse (um die virtuellen Elemente auch “richtig” zu beleuchten)
  • Feinste Erfassung der Gerätebewegungen, um das virtuelle Objekt tatsächlich immer an der Stelle der echten Welt erscheinen zu lassen, an der es auch wäre, wenn es tatsächlich Teil der echten Welt wäre

Das klingt alles sehr abstrakt und es fällt auch schwer, sich einen Business-Case damit vorzustellen? Dann schauen Sie sich vielleicht einmal dieses Video eines bekannten Möbelhauses aus Schweden an:

Wir glauben, dass ARKit die Art und Weise, wie Unternehmen im direkten Kundenkontakt Waren, Aufbauten, Raumkonzepte präsentieren, grundlegend verändern wird. Durch ARKit sind auf einen Schlag Millionen von iOS-Devices zu völlig neuen Präsentationstools geworden, die mehr Unmittelbarkeit, mehr Interaktivität und ganz sicher auch mehr “Showeffekt” bieten als alle klassischen Wege zuvor. Und das bei einem Bruchteil der Kosten, die bisher nötig gewesen wären.

Für wen ist Augmented Reality mit ARKit interessant?

Interessante Enterprise-Anwendungen sind vor allem in folgenden Branchen denkbar:

  • Möbel und Einrichtungsgegenstände (wie das obige Video schön zeigt)
  • Architektur
  • Präsentationen von Aufstellern und Warenplatzierungen am Point of Sale, also alle Unternehmen, die im weitesten Sinne mit Handel zu tun haben
  • Virtuelle Warenhäuser (prinzipiell kann jede Wohnung ein virtuelles Bummelerlebnis bieten, obwohl tatsächlich gar keine Waren vorhanden sind)
  • Alle Branchen, die grafische Modelle benötigen, um Sachverhalte oder Wirkprinzipien zu erläutern, also alles, was Maschinenbau, Chemie, Pharma, Biotechnologie, etc. betrifft
Ein extrem zukunftsträchiges Feld

Die Einführung von ARKit wird für eine kleine Revolution sorgen, dessen sind wir uns sicher. Deshalb haben wir bei rabbit mobile eine Unit extra für die Konzeption und Entwicklung von Augmented-Reality-Anwendungen eröffnet. Sprechen Sie uns gerne darauf an, wenn Sie das für ein spannendes Thema in Ihrem Unternehmen halten!


Tim Wiengarten ist geschäftsführender Gesellschafter der rabbit mobile GmbH, einer Agentur für die Entwicklung digitaler Businessanwendungen mit Mobile-First-Ansatz.

rabbit mobile unterstützt seine Kunden von konzeptionell-strategischen Vorüberlegungen bis hin zur Realisierung und Pflege laufender Anwendungen, sowie deren Integration in eine bestehende Systemlandschaft. Um dem Thema “Augmented Reality für Enterprise-Anwendungen” zu begegnen, wurde vor kurzem eine eigene Unit aufgebaut.

Sie erreichen Tim Wiengarten hier auf Xing, hier auf LinkedIn oder:
via E-Mail:
t.wiengarten@rabbit-mobile.de
via Telefon: +49 69 256288–240

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