5 Dinge, die Nutzer motivieren, eine App immer wieder zu verwenden

Was macht eigentlich erfolgreiche Apps aus? Und wie bringe ich Nutzer dazu, meine App nicht nur ein Mal, sondern regelmäßig zu verwenden?

Es gibt Apps, die von Tausenden oder Millionen von Nutzern weltweit täglich gerne genutzt werden. Ob Angry Birds, Facebook und Instagram, oder Candy Crush — manche Anwendungen schießen durch die Decke und sind extrem erfolgreich. Und das nicht nur was die Downloadzahlen angeht, sondern auch die Zahlen der wiederkehrenden oder sogar täglichen Nutzer. Natürlich wünscht sich jeder, der eine eigene App entwickelt, dass auch seine App nicht nur oft heruntergeladen sondern dann auch immer wieder und gerne verwendet wird. Vor allem bei Business-Anwendungen kann der Erfolg der App auch oft direkt mit dem Erfolg des Unternehmens zusammenhängen. 
Aus diesem Grund schauen wir uns heute mal an, was die Top-Apps ausmacht und welche Faktoren Nutzer dazu motivieren, eine App immer wieder zu verwenden.

Die Community

Facebook, WhatsApp und Instagram sind die Big Player auf dem App Markt und teilen sich die ersten Plätze der meistgeladenen und -genutzten Apps. Der gemeinsame Nenner: die über die Apps erreichbare Community. Wer mit anderen in Kontakt treten, die Aktivitäten seiner Freunde (oder auch öffentlicher Personen) verfolgen und somit “up to date” bleiben will muss sich zwangsläufig einer dieser Apps bedienen. 
Erfolgreiche Apps nutzen also beispielsweise die Kraft einer Community und werden hierdurch immer wieder verwendet, denn man will ja nichts verpassen.

Wechselnde Inhalte

Apps werden dann nicht mehr regelmäßig genutzt, wenn der Inhalt für die User an Spannung verliert. Diesen Moment überbrücken Apps, deren Content regelmäßig oder sogar täglich wechselt. Bei News-Apps ist das selbstverständlich, Nachrichten-Services leben nun mal von Aktualität. Doch auch Apps anderer Bereiche können dieses Prinzip für sich nutzen.

“KptnCook” bietet täglich neue Inhalte, um User zum Wiederkehren zu motivieren.

So beispielsweise die App KptnCook, die dem Nutzer täglich 3 neue Kochrezepte anzeigt. Und die werden auch nur an dem jeweiligen Tag angezeigt, danach sind sie verschwunden bzw. werden durch die neuen 3 Rezepte ersetzt — es sei denn der User speichert die Rezepte in seinen Favoriten. Die App motiviert User also dazu, täglich mal reinzuschauen was die neuen Rezepte hergeben und sich gute Rezepte zu speichern und nicht das Risiko einzugehen etwas tolles zu verpassen. Diesem Effekt kann man noch einen extra boost verpassen, indem man über Push Notifications seine Nutzer auf neue Inhalte aufmerksam macht.

Belohnung für die (wiederkehrende) Nutzung

Momentan meine absolute Lieblings-App ist Py — Learn to Code: hiermit kann man alle gängigen Programmiersprachen mithilfe von Lektionen und Übungen lernen. Seit einiger Zeit nutze ich diese App täglich und mache meine Lektionen. Und das nicht nur, weil die Lektionen und Übungen wirklich gut konzipiert sind, sondern weil man mit der App spielerisch komplexe Inhalte lernt.

Py — Learn to Code” verleiht Nutzern Abzeichen für wiederkehrende Nutzung und das Abschließen von Lektionen.

Nicht zuletzt wird das gestützt durch die verschiedenen Badges, die User für die abgeschlossenen Lektionen je nach Leistung erhalten können. Es gibt auch ein Badge für die tägliche Nutzung, welches der User bei nicht nutzen der App wieder verliert. Wie im Artikel zu Gamification beschrieben, wecken Badges den Sammeltrieb, motivieren und zeichnen den Nutzer in seiner neu erlangten Kompetenz aus. Sie geben also ein gutes Gefühl und etwas “Vorzeigbares”, auf das man stolz sein kann. Und das hat ja jeder gern.

Dem Ganzen ein Gesicht geben

Das Prinzip ist nicht neu — wir alle erinnern uns noch an das berühmte Tamagotchi, das Ende der 90er Jahre jeder hatte oder haben wollte. Auch wenn man sich sonst um nicht viel gekümmert hat, das kleine virtuelle Küken wurde gehegt und gepflegt damit es möglichst lange “lebte”. Und dieses Prinzip verfolgen auch heute die erfolgreichen Gaming Apps. Denn die verfügen über eine Hauptfigur (oder mehrere Figuren), der ein Gesicht und Charakter gegeben und die somit zum Leben erweckt wurde. Nun gilt es der Figur zu helfen, mit ihr zu spielen oder diese zu pflegen. Ob es nun fliegende Vögel in Angry Birds, Tiere auf einer Farm, oder kleine Roboter, wie beispielsweise in Machinarium, sind. Auch personalisierte Avatare motivieren durch ihre visuellen Bedürfnisse.

Machinarium” besticht mit seiner liebevoll designten Hauptfigur Josef dem Roboter. (Quelle: Machinarium App Store Preview)

Rätsel lösen und Fähigkeiten verbessern

Die App Machinarium bedient sich, abgesehen vom putzigen Roboter, noch eines weiteren Prinzips erfolgreicher Apps: hier gilt es Rätsel zu lösen, um eine Figur zu retten. Damit wären wir schon beim 5. Punkt angelangt: Nutzer können dazu motiviert werden, eine App immer wieder zu verwenden, wenn die App ihnen die Möglichkeit bietet Rätsel zu lösen, ihre Fähigkeiten zu verbessern oder ihr Bewusstsein zu trainieren. Zusammengefasst: die geistigen Fähigkeiten der Nutzer werden gefordert und gefördert. Erfolgreiche Apps machen den Nutzer “besser” — oder geben ihm zumindest das Gefühl. Das kann von einfachen Reaktionstrainings (wie z.B. in Candy Crush) bis hin zu Achtsamkeitsübungen und geführten Meditationen (z.B. mit Headspace) reichen.


Fazit

Erfolgreiche Apps bedienen sich verschiedener Mechanismen, die dafür sorgen können, dass Nutzer immer wiederkehren und das Interesse an ihren Inhalten nicht verlieren. Diese Mechanismen lassen sich nicht nur in Gaming Apps abbilden, sondern ebenso gut auf Business-Anwendungen übertragen. Hier noch mal die wichtigsten Learnings für Ihre Business-App zusammengefasst:

1. Bauen Sie durch Ihre App eine Community auf, an der die Nutzer gerne teilhaben und mit der sie berufliche oder persönliche Informationen gerne teilen.

2. Sorgen Sie für Spannung durch wechselnden Content! Vermeiden Sie es Ihre Nutzer mit immer gleichen Inhalten zu langweilen — berücksichtigen Sie bei der Konzeption Ihrer Business App die Möglichkeit zum Content-Austausch oder reservieren Sie beispielsweise einen Bereich der App für News zum Unternehmen.

3. Badges “kitzeln” all jene Nutzer einer Business-App, die Wert auf Status und Erfolg legen. Nutzen Sie Badges oder ähnliche Mittel um Ihre Mitarbeiter über Ihre Business-App virtuell zu loben.

4. Nutzen Sie den Mechanismus, dass Menschen sich gerne um etwas oder jemanden kümmern, indem Sie Ihrer Anwendung ein Gesicht verleihen oder Usern die Möglichkeit geben, sich ihren persönlichen Avatar zu erstellen.

5. Lern- und Entwicklungsmöglichkeiten sind ein Top-Treiber für die Motivation von Mitarbeitern. Optimalerweise macht sich eine Business-App diesen Treiber zu nutze und dient nicht nur der digitalen Abwicklung eines Betriebsprozesses, sondern bildet auch Weiterbildungsmaßnahmen oder Informationsvermittlung ab.

Soziale Interaktion, Badges und andere Trigger, die dafür sorgen, dass ein Mensch stärker motiviert wird, eine bestimmte App häufiger (oder gewissenhafter) zu nutzen, erläutert Tim Wiengarten außerdem im Zusammenhang mit Gamification hier in seinem Artikel näher.

Ramona Peters ist Projektmanagerin bei rabbit mobile, einer Agentur für die Entwicklung digitaler Businessanwendungen mit Mobile-First-Ansatz.
rabbit mobile unterstützt seine Kunden von konzeptionell-strategischen Vorüberlegungen bis hin zur Realisierung und Pflege laufender Anwendungen, sowie deren Integration in eine bestehende Systemlandschaft.

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