Der Businessplan für Ihre App

Dieser Blogpost bezieht sich auf eine Folge des 52-Wochen-Kurses im rabbit Mobile Business Podcast mit dem Titel: “Woche 06 — Der Businessplan für Ihre App”.

Die im Podcast erwähnten Downloads finden Sie am Ende dieses Artikels!

Sie können die Podcast-Folge hier noch einmal anhören:

Den Mehrwert in Apps finden

In den letzten beiden Blogposts / Podcastfolgen (“Wer ist der beste Partner für die Entwicklung von Apps und mobilen Lösungen?” und “Was kostet die Entwicklung einer App?” ging es viel um Preise und das entsprechende Setup eines App-Entwicklungsprojektes. Aber bevor Geld, Zeit und Arbeit investiert werden, wäre es sicherlich ganz sinnvoll, einmal zu überprüfen, ob der Aufwand überhaupt in einem sinnvollen Verhältnis zum zu erwartenden Ergebnis steht.

Nun beobachte ich häufig, dass bei der Ideenentwicklung einer App wild Ideen aus allen möglichen Richtungen zusammen geschmissen werden und oft bereits in fertigen Screens diskutiert wird, noch bevor eine echte und fundierte Kosten-Nutzen-Rechnung aufgemacht wird.

Ein Business-Plan hilft auch bei der Planung einer App

Wenn Unternehmen gegründet werden, wird in den meisten Fällen ein Business-Plan erstellt, um eben genau das zu vermeiden, dass man in der Realität hinterher teure Fehler macht, die einem bei einer ehrlichen Planung und Abwägung von Nutzen und Kosten auch schon früher hätten auffallen können.

Doch Business-Pläne habe einen Nachteil: Sie sind halt schrecklich unhandlich. Oft sind es seitenlange Dokumente, in denen eine Idee beschrieben wird, das Marktpotenzial dargestellt wird, Investitionsvolumina berechnet werden, Zeitpläne erstellt, und so weiter. Für eine zielführende, gemeinsame Erarbeitung einer skizzenhaften Idee, die jeder Teilnehmer mitgestalten kann, ist der klassische Businessplan aus meiner Sicht kaum geeignet.

Die Mobile App Canvas als Tool zur gemeinsamen Erarbeitung und Diskussion einer App-Idee

Die Mobile App Canvas ist eine Anpassung der Business Model Canvas von Alexander Osterwalder und Yves Pigneur, und basiert auf demselben Prinzip — nur exakt angepasst auf die Fragestellungen, die bei der Kreation mobiler Apps eine Rolle spielen.

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Um ein hochauflösendes PDF der Mobile App Canvas zum Ausdrucken herunterzuladen, tragen Sie sich bitte auf dieser Seite in das E-Mail-Formular ein

Um ein hochauflösendes PDF der Mobile App Canvas zum Ausdrucken herunterzuladen, tragen Sie sich bitte auf dieser Seite in das E-Mail-Formular ein[/caption]

Die Canvas hat gegenüber dem Businessplan den unschlagbaren Vorteil, alle Ideen / Kosten / Zielgruppen, etc. auf einen Blick als “großes Ganzes” parat zu haben. Diskussionen über App-Konzepte werden so deutlich besser von allen Teilnehmern verstanden, und durch alle Teilnehmer ergänzt. Außerdem werden in ihr Ideen schnell “durchgetestet” und ein viel höherer, kreativer Durchsatz erreicht.

Am Ende jeder Diskussion können Sie mit der Mobile App Canvas überprüfen, ob die erwarteten Vorteile und der generierte Wert einer besprochenen Idee in einem guten Verhältnis stehen und ob sich ein Investment wahrscheinlich eher lohnt oder eher nicht.

Die Mobile App Canvas besteht aus 9 Feldern, die sich alle mit unterschiedlichen, aber voneinander abhängigen Teilaspekten einer App und ihrer erfolgreichen Einführung beschäftigen. Im Team werden mit Hilfe von Klebezetteln alle Felder ausgefüllt und so überprüft, wo noch Lücken in der Planung bestehen oder an welchen Stellen eine Idee (noch) keinen Sinn ergibt.

Die neun Felder der Mobile App Canvas:

  1. Nutzersegmente: Für wen schöpfen wir Wert mit der App? Wer sind unsere wichtigsten Nutzer?
  2. Wertschöpfung: Welchen Wert bieten wir den jeweiligen Nutzersegmenten? Welche der Probleme unserer Nutzer werden mit der App gelöst? Welche Bedürfnisse der einzelnen Nutzersegmente werden mit der App erfüllt? Welche Produkt- und Dienstleistungspakete bieten wir jedem Nutzersegment an?
  3. Kontaktkanäle: Über welche Kanäle wollen unsere Nutzersegmente jeweils erreicht werden? Wie transportieren wir den definierten Wert über diese Kanäle? Wie erreichen wir sie aktuell? Wie sind unsere Kanäle integriert? Welche Kanäle funktionieren am besten?
  4. Beziehung zum Nutzer: Welche Art von Beziehung erwartet jedes unserer Kundensegmente von uns? Welche haben wir eingerichtet? Wie sind sie in unser übriges Geschäftsmodell integriert? Wie kostenintensiv sind sie? (Beispiele: direkte Ansprechpartner, Chats, …)
  5. Generierter Wert für unser Unternehmen: Zahlen die Nutzer für die App oder bestimmte Funktionen Geld? Wofür und wie viel sind sie zu zahlen bereit? Wofür zahlen sie schon jetzt? Welcher Wert entsteht, ohne, dass die App-Nutzer dafür zahlen? Wo kommt er her und wie lässt er sich möglichst exakt beziffern? Wie würden sie gerne bezahlen? Wie viel trägt jede Einnahmequelle zum Gesamtumsatz bei?
  6. Schlüsselpartner: Wer sind unsere Schlüsselpartner (z.B.: Entwickler, Distributoren, Lieferanten, Investoren, …)? Welche Schlüsselressourcen beziehen wir von diesen Partnern? Welche Schlüsselaktivitäten üben diese Partner aus?
  7. Schlüsselressourcen: Welche Schlüsselressourcen erfordert unsere App und der versprochene Wert für den Nutzer? Welche Ressourcen werden gebraucht, um den Wert tatsächlich zu generieren, zu liefern und zu halten? Mitarbeiter? Dienstleister? Infrastruktur?
  8. Schlüsselaktivitäten: Welche Schlüsselaktivitäten erfordert unsere App? Sind diese Aktivitäten neu? Müssen sie gelernt/geschult werden?
  9. Kostenstruktur: Welche sind die wichtigsten mit unserem App-Projekt verbundenen Kosten? Welche Schlüsselaktivitäten sind am teuersten? Welche Schlüsselressourcen sind am teuersten? Welche bieten das beste Kosten-/Wertschöpfungsverhältnis, welche das schlechteste? Wie kann diese Kostenstruktur verbessert werden?

Ich kann Ihnen empfehlen, bei der Diskussion und Entwicklung Ihrer App-Idee unsere Mobile App Canvas einmal auszuprobieren!

Ich wünsche viel Erfolg dabei!