Jetzt mal im Klartext: Was ist eigentlich eine API?

Über mein Smartphone, meinen Computer, mein Tablet und ja — sogar über meine Armbanduhr — kann ich rund um die Uhr alles Mögliche anstellen: Ich kann einkaufen, Inhalte konsumieren und mit der Welt teilen, ich kann tracken, wie weit ich heute gelaufen bin und kann mich an meinen nächsten Termin rechtzeitig erinnern lassen — und zwar so rechtzeitig, dass die Verkehrslage gleich mitberücksichtigt wird.

Aber… wie zum Teufel funktioniert das eigentlich genau? Woher weiß meine Uhr, wo in Frankfurt gerade Stau ist und wie lange das dauert? Und woher weiß ein Hotel in New York, dass ich gerade eben hier an meinem Computer ein Zimmer bei ihnen reserviert habe? Höchste Zeit, dass wir das herausfinden!

Das Ding mit den Daten

Was macht eigentlich Smart Devices so smart? Wie kommen die Daten vom Internet da rein und später auch wieder raus, und woher wissen die Daten, wo sie hinmüssen und was sie dort dann machen sollen?

Die Lösung liegt in APIs, und auch wenn Sie den Begriff wahrscheinlich schon mal gehört haben: was ist das eigentlich genau?

„API“ ist eigentlich eine Abkürzung für „Application Programming Interface“, auf Deutsch also „Anwendungsprogrammierschnittstelle“ und im Prinzip ist es die Schaltzentrale, wenn es um den Austausch von Daten geht. 
Viele verdrehen jetzt womöglich die Augen — Daten, Austausch, Schnittstelle, klingt ziemlich langweilig.. Im Gegenteil! APIs sind eine super spannende Sache. Sie sind nämlich dafür verantwortlich, dass wir die ganzen schönen, interaktiven Dinge mit unseren Devices tun können, die wir tagtäglich so tun. Deswegen schauen wir uns heute mal genauer an, was dahinter steckt!

Die Funktion einer API — für Dummies

Eigentlich ist eine API nichts anderes als ein Postbote. Sie nimmt Informationen oder Anfragen in einem System auf und überbringt die dann an ein anderes System. Dieses System gibt dann eine Antwort und die API überbringt diese Antwort wieder an das erste System. Nicht so kompliziert, oder?

Vielleicht mal ein abstraktes Beispiel aus dem echten Leben: 
Meine Oma sitzt zuhause und stellt fest, dass sie am nächsten Wochenende noch nichts vorhat. Also findet sie, dass ich doch mal wieder etwas mit ihr unternehmen könnte.
Sie setzt sich also an ihren Schreibtisch und schreibt einen Brief an mich:

„Liebstes Enkelkind, bitte komm mich am Samstag besuchen. Bring Chips und Bier mit, es könnte spät werden. Oma.“

Den Brief gibt sie nun in die Post. Und die API (also der Postbote) macht sich mit der Anfrage meiner Oma auf den Weg, um sie bei einem anderen System abzugeben. Das wäre dann in dem Fall: ich.

Das System (ich) nimmt die Anfrage auf und reagiert. Es schreibt: 
„Liebe Oma, Samstag geht klar. Chips und Bier sind so gut wie gekauft. Um drei bin ich bei dir! Fühl dich gedrückt, dein Lieblings-Enkel“.

Und der API-Postbote macht sich mit der Antwort wieder zurück auf den Weg zu meiner Oma, um sie dort abzugeben — und am nächsten Samstag stehe ich wie bestellt mit Chips und Bier bei meiner Oma vor der Tür.

Übertragen auf die digitale Welt funktioniert das im Prinzip genauso, nur ohne Bier.

Bleiben wir doch beim Beispiel mit dem Stau, das ich ganz zu Beginn gebracht habe. Ich trage also den Termin mit meiner Oma in meinen Terminkalender ein.

Ich will am nächsten Samstag um drei Uhr bei ihr sein und möchte rechtzeitig daran erinnert werden, dass ich zuhause losfahren muss. Außerdem will ich einen Tag vorher daran erinnert werden, dass ich hierfür noch einkaufen wollte. Sobald ich diesen Termin mit allen Informationen eingetragen habe, stellt die API eine Anfrage bei meinem Kalenderdienst, um den Termin einzutragen. Und der Kalenderdienst schickt den eingetragenen Termin zurück an alle Geräte, über die ich dort angemeldet bin.

So weit, so gut, aber was ist nun mit meiner Erinnerung zum Einkaufen und mit den Verkehrshinweisen?

Ganz einfach. Mein Kalenderdienst weiß erst mal nichts von Staus und Erinnerungen und leitet diese spezifischen Anfragen einfach wieder über APIs an die entsprechenden Stellen weiter. Also die Einkaufserinnerung an meine Erinnerungen-App und die Frage nach der Verkehrslage an eine Datenbank mit Verkehrsdaten. Und diese Systeme schicken ihre Antworten dann zurück an meinen Kalenderdienst. Der schickt das alles wiederum auf meine Devices sodass dort alle Informationen zusammen kommen. Ich werde rechtzeitig an die Einkäufe erinnert und auch daran, dass ich eventuell 20 Minuten früher losfahren sollte, weil es einen Unfall gegeben hat.

Es steckt also absolut nichts kompliziertes in der Idee von APIs. Aber sie sorgen dafür, dass alles miteinander vernetzt und damit der Nutzen für den Anwender extrem erhöht werden kann. Eben wie ein Postbote, der Informationen und Briefe zwischen Millionen von Menschen austauscht.

Was bedeutet das nun für Ihre Anwendungen?

Sie können über eine API Ihre Services mit denen anderer Systeme anreichern. Genau wie das mein Kalender mit der Verkehrsdatenbank macht. Oder Sie können Ihre Services offen anbieten, damit andere diese wiederum für ihre Systeme nutzen können.


Was es mit APIs auf sich hat erklärt Tim Wiengarten außerdem in diesem YouTube-Video:


Ramona Peters ist Projektmanagerin bei rabbit mobile, einer Agentur für die Entwicklung digitaler Businessanwendungen mit Mobile-First-Ansatz.
rabbit mobile unterstützt seine Kunden von konzeptionell-strategischen Vorüberlegungen bis hin zur Realisierung und Pflege laufender Anwendungen, sowie deren Integration in eine bestehende Systemlandschaft.

Sie erreichen Ramona Peters hier auf Xing, hier auf LinkedIn oder:
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