Praxisbeispiele für MVPs

In diesem Beitrag haben wir uns angeschaut, was Minimum Viable Products ausmacht und welcher Fehler dabei immer wieder gemacht wird. Jetzt möchte ich Ihnen ein paar Beispiele für MVPs zeigen, die richtig durch die Decke gegangen sind.

Dropbox

Vermutlich kennen Sie Dropbox. Kurz zusammengefasst ist Dropbox ein Cloud-Speicher, der alle Ihre Dateien über all Ihre Geräte synchron hält. 
Nun war das Gründerteam von dieser Idee zwar total überzeugt, wusste aber auch, dass man den Kunden irgendetwas zeigen müsste, um auch sie dafür zu begeistern.

Das Problem ist nur, dass man einen Cloudspeicher mit entsprechenden User Interfaces für alle möglichen Systeme nicht mal eben über Nacht entwickelt und dass der ganze Spaß eine ganze Stange Geld kostet. Und dieses Geld hatten die Dropbox-Leute damals noch nicht.

Also kam Drew Houston, der CEO von Dropbox, auf die Idee, einfach ein Video zu produzieren, in dem es so aussieht als würde schon alles wie am Schnürchen funktionieren:

Quelle: DropBox Demo Video

Der Plan von Drew Houston war nun, mit diesem Video einer reinen Simulation technikaffine Nutzer auf Dropbox neugierig zu machen. Er baute ein paar Insider-Witze und Memes in das Video ein und hoffte, dass sich das Ganze in den entsprechenden Sozialen Netzwerken weiterverbreiten wird, was es dann auch tat. Nach Angaben von Dropbox haben sich nach einem Tag rund 70.000 Leute für einen Betatest eingetragen. Und Dropbox konnte sich ziemlich sicher sein, dass es irgendwo da draußen ein Interesse am Produkt gibt.

buffer

Buffer ist ein Online-Service, der die Pflege von Social Media Accounts vereinfacht, und bevor Buffer entwickelt wurde, stellte das Team eine ganz einfache Website online, die so aussah:

Quelle: Buffer Promo Website

Die Absicht dahinter war herauszufinden, ob Leute überhaupt daran interessiert wären, automatisch und zeitgesteuert Beiträge zu twittern. Nachdem diese Frage einige Tage später mit „ja“ beantwortet werden konnte, wurde die Seite leicht erweitert, nämlich mit einem Auswahlfenster für verschiedene Bezahltarife.

Quelle: Buffer Promo Website

Diese Seite sollte nun klären, ob die Leute nicht nur so einen Service nutzen würden, sondern ob sie auch dafür zahlen würden, ihn zu nutzen. Und tatsächlich klickten auf dieser Seite auch einige Benutzer auf die bezahlten Preiskategorien.

Und so konnte Buffer sich zuversichtlich ans Werk machen, das Produkt tatsächlich umzusetzen. Und nicht nur das: Sie hatten außerdem auch schon eine Liste an potenziellen Nutzern, die bereit wären, für den Service zu bezahlen.

Uber

Uber ist heute dafür bekannt, dass man live sehen kann, wo sich die Fahrer befinden, dass man ganz einfach über Kreditkarte oder Apple Pay bezahlen kann und dass die App den ungefähr zu erwartenden Fahrpreis schon vor der Fahrt berechnet.

Aber all das war zum Start von Uber noch nicht vorhanden.

2010, als Uber noch UberCab hieß und sich in der Betaphase befand, fokussierte sich das Unternehmen alleine auf die Stadt San Francisco, um hier sozusagen „im Kleinen“ auszuprobieren, was funktioniert und was nicht.

Nutzer konnten sich damals auf der Website für den Service anmelden und hatten dann die Möglichkeit, per SMS ihre Adresse an Uber zu schicken, die dann diese Anfrage an die Fahrer weiterleitete. Das war alles. Obwohl also viele der Dinge fehlten, die einem heutzutage vermutlich als erstes einfallen, wenn man an die Uber-App denkt, war das komplette Prinzip damals schon als Minimalversion umgesetzt und konnte nach und nach erweitert werden.


Minimum Viable Products sind ganz sicher keine Garantie für einen geschäftlichen Erfolg wie in den genannten Beispielen, aber sie helfen auf jeden Fall dabei, das Risiko so lange gering zu halten, bis ein Erfolg deutlich absehbar ist.
Für die Tests von digitalen Ansätzen oder neuen, digitalen Services in Ihrem Unternehmen kann das Konzept von MVPs also bestimmt hilfreich sein.

Wie Sie das Prinzip des Minimum Viable Products für Ihre Entwicklung nutzen können, erklärt Tim Wiengarten außerdem in diesem YouTube-Video:


Ramona Peters ist Projektmanagerin bei rabbit mobile, einer Agentur für die Entwicklung digitaler Businessanwendungen mit Mobile-First-Ansatz.
rabbit mobile unterstützt seine Kunden von konzeptionell-strategischen Vorüberlegungen bis hin zur Realisierung und Pflege laufender Anwendungen, sowie deren Integration in eine bestehende Systemlandschaft.

Sie erreichen Ramona Peters hier auf Xing, hier auf LinkedIn oder:
via E-Mail: r.peters@rabbit-mobile.de
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