User Interfaces prüfen für Nicht-Designer

Unsere 7-Punkte Checkliste zur Beurteilung von UI Designs.

Bei der Bewertung von User Interfaces sollte so objektiv wie möglich vorgegangen werden. Das ist nicht ganz einfach, da sich über Geschmack bekanntlich streiten lässt und “schön”, “gut” oder “schlecht” für jeden etwas anderes bedeuten kann. Hierdurch kann es in der Kommunikation zwischen Kunde, Projektmanager und Designer schnell mal zu Missverständnissen und nicht immer zu konstruktivem Feedback kommen.

Damit am Ende aber wirklich das beste User Interface für Ihre Anwendung entsteht, ist es wichtig das Design Schritt für Schritt durch transparente Kommunikation und konstruktives Feedback zu optimieren. Wie man das am Besten macht? Glücklicherweise gibt es ein paar klare Kriterien, anhand derer jedes User Interface geprüft und beurteilt werden kann — und die haben wir hier in einer kurzen 7-Punkte-Checkliste für Sie zusammengefasst. 
Los geht´s!

✓ Ist das Design leicht verständlich?
Ein “gutes” User Interface Design sollte sich nach Möglichkeit selbst erklären, sodass es für die späteren Nutzer eigenständig anzuwenden ist. Das bedeutet, dass möglichst auf erklärungsbedürftige Elemente verzichtet werden sollte. Stattdessen müssen klare Handlungsaufforderungen gegeben werden, sodass die Nutzer leicht erkennen können, was sie tun sollen. 
Lässt sich auf erklärungsbedürftige Elemente nicht verzichten, so sollten diese wenn möglich für eine Onboardingstrecke oder ähnliches berücksichtigt werden.

✓ Gibt es eine sinnvolle Struktur?
Eine passende Struktur unterstützt die leichte Verständlichkeit und sorgt für Übersichtlichkeit. Elemente müssen sinnvoll gegliedert und gewichtet werden, damit sich ein User einfach zurechtfindet und “wichtigere” Elemente (also Elemente, die den Usern zur gewünschten Handlung bringen) von unwichtigeren unterscheiden kann.

✓ Wie konsequent ist das Design?
Eine sinnvolle Strukturierung bedeutet auch eine gewisse Konsequenz im Einsatz von Stilmitteln. Nicht nur das jeweilige Corporate Design muss im gesamten UI berücksichtigt werden, sondern die ausgewählten Elemente sollten konsequent eingesetzt werden. Das heißt es wird z.B. eine gleichbleibende Schriftgröße und -farbe für bestimmte Headline-Typen eingesetzt oder eine gewählte Hintergrundfarbe für Inhalte aus einer bestimmten Kategorie beibehalten. Dies sorgt dafür, dass User den Content einfacher und schneller wahrnehmen und bewerten können, ohne die einzelnen Textinhalte lesen zu müssen.

✓ Ist das User Interface innovativ?
Natürlich will niemand nur einen Abklatsch eines anderen Designs haben. Designs sollen immer innovativ und neu sein, daher achten Sie vor allem darauf, dass aktuelle Möglichkeiten der Nutzerführung sinnvoll ausgenutzt werden. Denken Sie an Gestensteuerung, unterstützende Animationen, eventuell sogar Technologien wie Augmented Reality. Dennoch muss berücksichtigt werden, dass die eingesetzten Elemente erstens nicht nur als reine Effekthascherei dienen und sie zweitens auf diversen Endgeräten funktionieren müssen — ein Grund wieso heutzutage vieles im typischen (leicht skalierbaren) Kachel-Layout aufgebaut ist. Die technischen Anforderungen mit innovativen Ansätzen zu verbinden ist eine echte Herausforderung. Häufig reichen jedoch schon kleine Kniffe, wie ein ungewohnter Einsatz von Farben oder Formen, um das gewohnte Layout aufzubrechen und etwas Innovationscharakter einfließen zu lassen.

✓ Wie langlebig ist das User Interface Design?
Trotz aller gewünschter Innovation und Abgrenzung — ein User Interface sollte vor allem auch langlebig sein. Sprich, es muss in seiner Gestaltung und späteren Verwendung nicht nur auf den jetzigen Zeitpunkt passen, sondern auch in die Zukunft gedacht sein. Ja, es gibt auch User Interfaces, die für einen bestimmten Anlass, also z.B. eine aktuelle Kampagne, konzipiert werden. In diesem Fall heißt langlebig auch adaptionsfähig. Das User Interface meiner Black Friday 2018 Microsite sollte sich beispielsweise im kommenden Jahr mit wenigen Handgriffen adaptieren lassen.

✓ So viel wie nötig, so wenig wie möglich?
Diese Frage kann als Grundsatz für jedes Design hergenommen werden und unterstützt alle vorangegangenen Prüffragen. Das User Interface Design sollte stets über so viele Elemente wie nötig verfügen, um leicht verständlich und gut bedienbar zu sein. Um dennoch eine klare Struktur und Übersichtlichkeit zu gewährleisten sollte es außerdem nur so wenige Elemente wie möglich beinhalten. Dies gilt auch für den Einsatz jeglicher Stilmittel. Verzichten Sie auf Überflüssiges aber fragen Sie sich dabei immer, welche Inhalte aus Sicht des Users zwingend notwendig sind. Womit wir zur nächsten und letzten (und vielleicht wichtigsten) Frage kommen:

✓ Bedient das UI Design die Zielgruppe bzw. das Ziel?
Wie eingangs gesagt: “Bei der Bewertung von User Interfaces sollte so objektiv wie möglich vorgegangen werden.” Ein User Interface Design sollte nie nach eigenem Geschmack bewertet, sondern stets durch die Brille der späteren User betrachtet werden. Wer die Zielgruppe und auch was das Ziel der Anwendung ist, sollten Sie zu Beginn des Projektes definiert haben — hierbei hilft Ihnen beispielsweise unsere Mobile App Canvas. Sind die darin enthaltenen Fragen beantwortet, lassen sich für das Design direkte Rückschlüsse darauf ziehen, wie die Zielgruppe und das Ziel gestalterisch erreicht werden können. Eine super Grundlage also als Briefing für Ihren Designer.

Tim Wiengarten stellt die sieben Tipps in diesem Video für Sie vor:

Unsere kompakte Checkliste zur Prüfung von User Interface Designs gibt es hier zum kostenlosen Download.


Ramona Peters ist Projektmanagerin bei rabbit mobile, einer Agentur für die Entwicklung digitaler Businessanwendungen mit Mobile-First-Ansatz.
rabbit mobile unterstützt seine Kunden von konzeptionell-strategischen Vorüberlegungen bis hin zur Realisierung und Pflege laufender Anwendungen, sowie deren Integration in eine bestehende Systemlandschaft.

Sie erreichen Ramona Peters hier auf Xing, hier auf LinkedIn oder:
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