Von der ersten bis zur letzten Zeile Code — Goodbye, DaWanda

Ein Herzensprojekt geht zu Ende. Ein Projekt, das wir wie kein zweites erlebt und mit gestaltet haben, bei dem wir voll und ganz aufgegangen sind in den Bereichen Entwicklung und Beratung — ein Paradebeispiel für unsere Arbeitsweise. Eine kurze Retrospektive von der allerersten Zeile Code des größten deutschen DIY-Onlinemarktplatzes bis hin zur allerletzten.

DaWanda ist der führende Online-Marktplatz für den kreativen Lifestyle. Mit selbst gemachten Produkten, DIY-Anleitungen und passendem Material bildet DaWanda eine Alternative zu industrieller Massenware und ist seit 2006 eine Anlaufstelle für Menschen, die die Besonderheit von Handgemachtem zu schätzen wissen. Über 360.000 Designer und Kreative bieten tagtäglich ihre Kreationen hier an und entsprechend umfangreich ist die technische Seite eines solchen Marktplatzes.

Die erste Zeile Code.

2005, noch vor der Gründung von Railslove, traf unser Co-Founder Bumi die beiden DaWanda-Gründer, die von ihrer Idee eines Marktplatzes für DIY-Produkte erzählten, und fing nach dem Kennenlernen kurzum an, die ersten Zeilen Ruby-Code für DaWanda zu schreiben. Die drei arbeiteten eine ganze Weile gemeinsam an der App, mit Bumi als Entwickler.

Dieser zwölf Jahre alte Blogpost auf DaWanda.com drückt die Magie der ersten Stunde wunderbar aus.

Auch wenn sie sich anschließend für einige Jahre aus den Augen verlieren sollten, war der Grundstein gelegt für die erste große deutsche App in Ruby on Rails.

Acht Jahre später kreuzten sich die Wege von DaWanda und unserer Agentur wieder. Der Marktplatz suchte eine neue Lösung und einen Partner mit Expertise für ihren Payment Bereich — und Fintech war schon damals unser Steckenpferd. Mit der Erfahrung, die wir im Projekt mit dem großen Online-Payment Provider Skrill gesammelt hatten, brachten wir ein breites Skillset mit, um DaWanda in diesem Bereich zu unterstützen. Damit ging die gemeinsame Reise richtig los.

Vom Payment ins Tagesgeschäft.

Obwohl es zuerst “nur” darum ging den Payment Service Provider Mangopay einzubinden und eine Walletlösung ähnlich eines PayPal Kontos zu entwicklen, um von Wirecard loszukommen, stießen wir innerhalb eines Jahres in den gesamten Payment Bereich von DaWanda vor. Die Anforderungen waren schnell komplex geworden und wir tauchten ab in die Welt der Refunds, Gutscheine und Payouts.

Egal wo Transaktionen im Spiel waren, wir fassten es an. So wuchsen wir stetig mit DaWanda zusammen und wurden bald als einziger Dienstleister als Teil des Teams betrachtet. Wir genossen enormes Vertrauen und berieten und unterstützen im operativen Tagesgeschäft sowie in der Entwicklung aller Bereiche. So trieben wir im letzten Jahr auch aktiv die Modernisierung der Frontend Architektur voran.

Wir konnten mit DaWanda unsere Vorliebe, tief in das Business mit einzusteigen, statt nur Tickets abzuarbeiten, perfekt ausspielen. Es entwickelte sich vor allem dadurch eine tiefe Vertrauensbeziehung, denn wir machten das Projekt zu unserem eigenen und lieferten über Jahre verantwortungsvoll ab. Dazu waren wir regelmäßig vor Ort in Berlin, tauschten uns aus, machten Hochs und Tiefs gemeinsam durch und freundeten uns an. Es gibt kaum eine Zeile in der enormen Code Base, die wir nicht gesehen hätten.

Wir bringen zu Ende, was wir angefangen haben.

Mittlerweile ist es zu Genüge durch die Medien gegangen: Im April diesen Jahres kam es dazu, dass Co-Founder Claudia uns eröffnete, dass DaWanda eine “strategische Kooperation” mit dem US-Platzhirsch Etsy eingehen wird, der nun endgültig in den europäischen Markt drängt. Wer solche Kooperationen mit deutlich größeren Konkurrenten kennt, weiß was sie bedeuten können: Es ist das Ende von DaWanda als Plattform, während alle Designer und Verkäufer zum neuen Anbieter umziehen.

Gleichzeitig zu diesem Announcement wurden wir gebeten, das Projekt bis zum Schluss zu begleiten. Während also das Team bei DaWanda ab Juni seine Koffer packte, fingen wir bereits im Vorhinein an, die geplante Übernahme vorzubereiten. Viele Tools und Schnittstellen mussten gebaut werden, damit die DaWanda-Seller reibungslos zu Etsy migrieren können, aber auch den nicht zu beneidenden Customer Support galt es zu unterstützen, auf den eine Flut von Anfragen einging. In den letzten Monaten war es zudem spannend für Etsy eine API zu designen — ein großer US-Laden mit ganz anderen Requirements und enormen Ressourcen. Auch hier haben wir viel gelernt.

Wir sind wirklich traurig über das Ende von DaWanda, gleichzeitig aber stolz darauf, dass wir diejenigen sein sollen, die dieses Projekt, das wir seit der ersten Sekunde kennen, auch zu einem sauberen Ende bringen.

Das hat schon etwas romantisches: Wir waren diejenigen, die die allererste Zeile Code geschrieben haben und wir werden auch die allerletzte schreiben, bevor wir hinter uns das Licht ausmachen.

Auf zu neuen Ufern

Unser erfahrenes DaWanda Team ist jetzt bereit für neue Herausforderungen. Ihr braucht Unterstützung oder Beratung in den Bereichen Payment, Frontend- und Backend-Architektur, API-Design bis hin zum Umgang mit Legacy Systemen? Dann fragt uns an, wir sprechen gerne mit euch über Möglichkeiten, zusammenzuarbeiten. Mit großer Erfahrung und Leidenschaft für gute Web-Produkte sind wir euer perfekter Partner auf jedem Schritt des Produkt-Lebenszyklus.