Show! Don’t Tell! Storytelling mit dem eigenen TV-Sender

Mit SoftwareAG.TV beschreitet die Software AG im Training und Employer Branding neue Wege. Wie das von Mitarbeitern in Eigenregie gestaltete Programm die interne und externe Kommunikation des Unternehmens revolutioniert, darüber berichten Projektinitiator Matthias Hippler und Elisabeth Wild.

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Hallo Frau Wild, hallo Herr Hippler, wie kamen Sie überhaupt auf die Idee für so ein außergewöhnliches Projekt wie SoftwareAG.TV?

Matthias Hippler: Als Trainer bei der Software AG bin ich viel unterwegs und schule unsere Kunden vor Ort. In den letzten Jahren wurde jedoch E-Learning immer wichtiger — dazu zählen kurze Tutorials genauso wie mehrtägige Trainings. Statt Folien zu präsentieren und dazu aus dem Off zu den Teilnehmenden sprechen, will ich lieber didaktisch wertvolle und ebenso unterhaltsame Online-Trainings liefern. Das Fernsehen hat mich mit Formaten wie „Knoff-Hoff“ und „Galileo“ inspiriert. Deren Wechsel aus Moderation und kurzweiligen Beiträgen, Einspielern etc. vermittelt Inhalte so, dass sie gut im Gedächtnis bleiben.
Elisabeth Wild: Das gleiche Prinzip wie bei den Trainings können wir auch auf andere Bereiche anwenden, beispielsweise das Employer Branding und die interne Kommunikation. Zugegeben, die Idee, mehr mit Bewegtbild zu arbeiten, war nicht ganz neu. Aber Matthias war der erste, der gleich ein Beispiel gezeigt hat, getreu dem Motto „Show! Don’t Tell!“. Das kam gut an!

Von der Idee bis zum eigenen Studio: Wie wurde dann aus dem Plan Realität?

Wild: Der Pitch in Form eines beispielhaften Videos und das Timing für das Projekt haben einfach gestimmt. Im Zuge organisatorischer Änderungen im August 2018 nutzten wir die allgemeine Aufbruchsstimmung, um im Bereich der Kommunikation neue Wege zu gehen. Das bedeutet aber nicht, dass es immer einfach wäre, ein so großes Projekt auf die Straße zu bringen, aber der Drive ist definitiv da.
Hippler: Wir haben zwei Sponsoren, die Personal- und die Kommunikationsabteilung ziehen dieses Projekt gemeinsam durch. Das Kernteam besteht aus vier Personen aus den Bereichen Training, Corporate Communications und Personal. Zusätzlich haben wir rund 30 Unterstützerinnen und Unterstützer aus den verschiedenen Abteilungen. Alle Beteiligten engagieren sich innerhalb ihrer Arbeitszeit, aber zusätzlich zu ihrem normalen Arbeitspensum bei uns. Dafür danke ich meinen Kolleginnen und Kollegen.

Welche Potenziale birgt SoftwareAG.TV im Employer bzw. Employee Branding?

Wild: Aus HR-Perspektive wissen wir, dass Bilder im Netz äußerst wichtig sind. Unsere „Faces“-Kampagne, für die sich unsere Mitarbeiter [JT1] gegenseitig fotografieren, ist in den sozialen Medien schon erfolgreich. Aber bewegte Bilder funktionieren noch besser. Wir haben deswegen in kleinem Rahmen angefangen, kurze Videos für unsere sozialen Netzwerke zu drehen. Solch ein eigenes Studio zu haben, birgt für uns natürlich jetzt ganz neue Chancen und Möglichkeiten, Dinge umzusetzen. Wir sehen die Potenziale aber auch intern: Präsentationen von Quartalszahlen beispielsweise müssen nicht dröge sein, sondern können von diesem abwechslungsreichen TV-Format profitieren, welches wir auch bereits erfolgreich umgesetzt haben.
Hippler: SoftwareAG.TV hilft natürlich ebenso in der Außendarstellung; in Trainings wie auch anderen Informations-Calls. Die Kommunikation wird wieder angenehmer, weil sie persönlicher ist.
Wild: Ich glaube, diese Form der Außendarstellung ist für uns enorm wichtig. Es ist schwierig, Außenstehenden überhaupt zu erklären, was wir machen. Die bewegten Bilder helfen uns dabei, verständlicher und authentischer aufzutreten. Es ist eine Visitenkarte für unser Unternehmen.

Wie haben Sie die Kolleginnen und Kollegen fit gemacht für SoftwareAG.TV?

Hippler: Wir haben gemeinsam eine steile und umfangreiche Lernkurve erlebt! Für uns war es besonders wichtig, nicht zu sagen, „So Leute, es geht los!“, sondern alle Beteiligten zum passenden Zeitpunkt „an Bord“ zu holen. Ein wichtiger Teil war dabei das Training der Kernnutzer vor und hinter der Kamera. Weiteres Enablement wird folgen.

Welchen Nutzen ziehen die jeweiligen Abteilungen konkret aus dem Projekt?

Wild: Wie schon gesagt, wir profitieren im Employer Branding definitiv davon, unsere Inhalte leichter verständlich und abwechslungsreicher vermitteln zu können — extern sowie intern.
Hippler: Wir schließen mit SoftwareAG.TV die kommunikative Lücke zwischen der typischen PowerPoint-Präsentation und professionellen Agentur-Produktionen. Jetzt können wir zu minimalen Kosten Ergebnisse liefern, die der Agenturleistung schon sehr nahekommen. Das heißt, dass auch Abteilungen davon profitieren können, die ansonsten wohl eher weniger auf Videos und Bewegtbild gesetzt hätten.

Kurzer Blick in die Zukunft: Wohin geht es im Jahr 2019 mit SoftwareAG.TV?

Wild: Was die Formate betrifft, haben wir einiges vor! Beispielsweise möchten wir gemeinsam mit der Unternehmenskommunikation unser Mitarbeitermagazin teilweise in ein TV-Format umgestalten, welches wir intern sowie auch extern promoten wollen. Wie schon erwähnt, wird auch die „Faces“-Kampagne bald ins Video-Format gebracht. Damit wollen wir unsere Jobs und Karriereangebote authentischer platzieren und nach außen zeigen.
Hippler: SoftwareAG.TV war von Anfang an global gedacht. Unser Konzept kann gut als Franchise funktionieren. Entsprechend dem Ansatz „Think Global! Act Local!“ wollen wir nächstes Jahr ähnliche Initiativen an anderen Standorten weltweit einbeziehen und gemeinsam wachsen.

Vielen Dank für das Gespräch! Das Interview führte Theresa Höhn.

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Matthias Hippler
Matthias Hippler schaut gerne über den Tellerrand hinaus. Als Portfolio Manager für das ARIS Training sorgt er dafür, dass die Software AG ihre Kunden, Partner, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Einrichtung und Nutzung von ARIS schulen kann. Als Leiter von SoftwareAG.TV ermöglicht er allen Abteilungen zeitgemäße Online-Trainings und Infotainment-Sendungen zu produzieren. Seine Leidenschaft für die (Wissens-)vermittlung zwischen IT und Fachbereichen entdeckte er bereits 2002 während des Studiums zum “Bachelor of Information and Communications”. Im Internet ist er unter hippler.tv zu finden.

“Ich liebe es, Dinge zu verstehen und mein Wissen mit denen zu teilen, die es interessiert.”

Elisabeth Wild
Elisabeth Wild begann ihre berufliche Laufbahn im Journalismus bei CNN, CNBC Europe und RTL. Im Jahr 2006 wechselte sie die Seiten und begann als Corporate Communications Manager bei der Software AG zu arbeiten. Von 2010 bis 2013 war sie im Bereich Audit, Process & Quality tätig und dort unter anderem für die interne und Online-Kommunikation der Abteilung verantwortlich. 2014 bekam sie die Möglichkeit, bei Global Consulting Services innerhalb des Bereiches Business Development & Marketing zu arbeiten. Seit 2016 ist Elisabeth Wild als Manager Global HR Communications in der Personalabteilung tätig. In dieser Tätigkeit sucht sie nach Möglichkeiten, das Employer Branding, Mitarbeiterengagement und die allgemeine Kommunikation der Software AG intern sowie extern zu optimieren.

Sie hat einen Abschluss (BA Hons) in Psychologie von der University of Manchester, UK.