An Tagen wie diesen
Opel hat zum Muttertag ziemlich dick aufgefahren. Und sich selbst dabei ziemlich zurückgenommen. D.h. im dazugehörigen Video — ordentlich produziert und mehr als zwei Minuten lang — kommt das eigentliche Produkt ‘Auto’ lediglich am Rande vor.
Dazu gibt es auch ein Gewinnspiel, das sich schon weniger spektakulär anhört. Unter der Überschrift “Liebe macht alles möglich” kann man sich mit einer Idee bewerben, seiner Mutter einen unvergesslichen Tag zu schenken. In der Copy heißt es dann “für die besten Ideen stellen wir einen Opel zur Verfügung.” Naja.
Das mag inhaltlich auf der Höhe der Zeit sein: viel Emotion, um die Marke sympathisch aufzuladen, statt langweiliger Aufzählung von Produktbenefits mit einem gewollten USP-Aufhänger. Doch strukturell ist es immer noch der bewährten Werberdenke verhaftet: viel Wirbel um wenig Fleisch. Wahrscheinlich hat das Marketing zur Bekanntmachung mehr gekostet als die komplette Durchführung des Gewinnspiels. So gut, wie das angekommen ist, wird sich das für Opel trotzdem rechnen. (Und für deren Agentur Scholz & Friends wohl schon bezahlt gemacht haben.)
Und was hat sich der Konkurrent Volkswagen einfallen lassen? Schließlich geht ohne Hashtag bei anlassbezogener Kommunikation gar nicht mehr.
Dasselbe hat VW übrigens mit dem #Muttertag getan. Nicht sehr originell, aber vielleicht effizienter. Allerdings ist das scheinbar nicht so gut angekommen. Immerhin hat @peterbreuer seinen bösen Witz über KdF-Wagen gelöscht. Aber der Mann arbeitet ja auch in der Werbung.