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Hallo, Vermittlung?

Vom Self-Publishing zu Unicorns wie Airbnb und Uber — die Erfolgsgeschichten des Internets ranken sich in aller Regelmäßigkeit um eine nahezu mythische Online-Business-Weisheit:

>> CUT OUT THE MIDDLEMEN.

Nahezu jedes Start-up begibt sich auf eine Nischensuche nach diesem heiligen Gral. Es gibt allerdings eine Ausnahme, wie Hanson O’Haver in einem Artikel für The Outline mit der Überschrift The web looks like shit zitiert:

Williams says that the complexity of online advertising makes change difficult. In the past “there was an advertiser, an ad agency, and a publication,” he said. “Now you have lots of people in the middle. If one of those parts doesn’t want to change, it makes it all the more difficult for the other parts to change.”

Ich möchte nicht unterschlagen, daß Ben Williams als Head of Communications bei Adblock Plus arbeitet. Und die Software seiner Firma somit selbst als der oben genannten Business-Devise folgend inszeniert. Aber sein Punkt ist dennoch valide, wie die Erneuerungsbemühungen unterschiedlichster Publikationen jenseits von Werbefinanzierung und Paywall bestätigen.

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Etwa in den Niederlanden de Correspondent, die deutschen Krautreporter oder Correct!v und jetzt neu Republik für die Schweiz. In den USA z.B. das von Snapchat gesponserte Real Life sowie eben auch The Outline, die hier also ebenfalls mit Eigeninteresse involviert sind. (Medium gehört hier selbstverständlich auch dazu.)

Den meisten davon ist gemeinsam, daß sie alle viel von Unabhängigkeit reden — und dabei in erster Linie sich selbst meinen. Was runtergebrochen bei bei den Lesern ankommt, sind Sorgen um die User Experience.

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Womit wir wieder zurück beim eigentlichen Thema sind: Werbung. Die ist mit der Vielfalt des Webs natürlich komplexer geworden. Nicht zuletzt, weil Standards fehlen. Was, zugegeben, manchmal auch ein Vorteil sein kann. Viel zu oft allerdings endet es in Chaos und Verwirrung.

Kreative sollten wirklich langsam aufhören, jegliche Regeln zu verdammen. Sich an ihnen abzuarbeiten, Reibung zu erzeugen, ist ein unterschätzter Teil des Ideenfindungsprozesses. Doch statt jetzt anzufangen, vom inspirierenden Spannungsfeld zwischen dem Abfinden mit den Gegebenheiten und der Realisierung des Möglichen zu schwafeln, möchte ich mit einem weiteren Allgemeinplatz schließen:

Ein gutes Bild wirkt nicht zuletzt durch einen passenden Rahmen.