Stell Dir einen gar nicht mal so dämlichen Barbie TVC vor.

Erst einmal kann man ja ruhig anerkennen, daß der nachfolgende Werbespot gut ist, richtig gut. Auch und gerade, weil die meisten dem Puppenhersteller das so nicht zugetraut hätten.

Da muß man auch nicht unbedingt auf Kleinigkeiten rumreiten, wie etwa dem in Deutschland nicht funktionierenden Link in der Video Description oder der Tatsache, daß darauf beharrt wird, versteckte Kameras hätten “echte Reaktionen” eingefangen. Geschenkt.

Mit Ausnahme des (glaube ich) klassischen Mädchentraums Tierärztin ist Mattel auch nicht in die Berufsfalle getappt. Professorin, Trainerin, Geschäftsfrau — alles schön weit vom pinken Prinzessinnenklischee entfernt. Was natürlich daran liegt, daß sich der Spot in erster Linie an die Eltern richtet, nicht an die Kinder. Könnte man einwenden. Mache ich aber nicht. Und den Einwand “Wieso spielen in dem Spot keine Jungs mit Barbie, wenn er so fortschrittlich tut?” lasse ich nicht gelten. Das ist Mansplaining, darum geht es hier nicht.

Angestaubte Vorstellungen

Ich glaube, die Marke Barbie ist mittlerweile viel weiter, als es so einige überkommene Streithähne und -hühner für das Gute wahrhaben wollen. Die aktuelle Animationsserie Life in the Dreamhouse bringt eine Portion Selbstironie mit und ich meine, mich an eine den letzten Film Camp Rockstar nicht komplett verreißende Kritik einer renommierten Zeitung zu erinnern.

Na klar, das ist alles weit davon entfernt, perfekt zu sein. Aber was ist schon perfekt? Es gibt jedenfalls eine Menge größeren Müll, vor dem es die Kinder zu bewahren gilt. Damit sie nicht wirklich so ein filmreifer Businesskasper werden.