Die erste Woche im Semester

Endlich ist sie wieder da — die Vorlesungszeit! Montag morgen durften alle Physikstudenten “früh” aufstehen und als erstes Analytische Mechanik anhören. Da ich einen nervigen Ohrwurm hatte und mit deshalb erst ein anderes Lied anhören musste, war ich leider drei Minuten zu spät (genau die Länge des Liedes!) und platzte einfach in die Vorlesung… Es war peinlich, aber immerhin kamen andere später. Analytische Mechanik scheint bisher Ähnlichkeiten mit Rechenmethoden aus dem ersten Semester zu haben: es ging um Vektoren.

Mathematik für Physiker kam als nächstes—insgesamt nur eine Definition und eine lange vorgerechnete Aufgabe aus der ersten Klausur mit gekoppelten Differentialgleichungen, Matrizen, Diagonalisierung und Eigenwerten in einem. Es war schön entspannt, sodass ich griechische Buchstaben malen üben konnte. Nachmittags gab es noch eine Sicherheitsbelehrung des Experimentalphysik-Praktikums mit einem Vortrag über Literaturrecherche, in dem ich gelernt habe, was eine Metasuchmaschine ist. Den Rest habe ich wohl wieder vergessen…

Dienstag morgen schrieb ich meine theoretische Führerscheinprüfung (endlich hinter mir) und kam viel zu spät zur Anamech-Übungsgruppe. In einer Übung bespricht man, was man in der Vorlesung idealerweise gelernt hat, kann Fragen stellen und sich alles von einem geduldigen, allwissenden, Telepathen-Tutor erklären lassen. Die meiste Zeit werden Aufgaben vorgerechnet: Präsenzaufgaben, die wir spaßeshalber zuhause machen sollen, und Hausaufgaben, die wir pflichtgemäß zuhause machen sollen.

Grübeln in der Bibliothek

Am Mittwoch Morgen war die erste Experimentalphysik-Vorlesung mit ein paar Experimenten und meinem Lieblingszitat dieser Woche: “Wenn man 1/r² anguckt, denkt man erst: ‘oh, das fällt schnell ab!’. Wenn man es plottet, denkt man, es sei fast null — aber wenn man es logarithmisch plottet, ist immer noch etwas da! Das ist sehr prägend.” … und danach ging es weiter mit Differentialgleichungen in Mathe (Maphy). Nachmittags saßen eine Mitstudentin und ich in der Bibliothek und versuchten, sinnvolle Lösungen für die Anamech- und Maphy-Zettel zu finden.

Heute, am Donnerstag, bin ich aus Neugierde zur Quantenmechanik-Vorlesung gefahren (nach einer morgendlichen Fahrstunde). Die Bra-Ket-Notation und ein paar Grundlagen über Hilberträume wurden eingeführt. Danach wollte ich die Zettel weiter rechnen, bin aber nicht besonders weit gekommen, bis eine weitere Praktikumsvorlesung mit vielen Schaltkreisen statt fand. Nach einer Stunde suchten wir das Weite, während andere Studenten Grimassen zogen…


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