Geschafft ist geschafft, das erste Semester

Endlich ist es geschafft, das erste Semester ist vorbei und nach Biegen und Brechen habe ich jetzt nach Rechenmethoden und Experimentalphsik 1 auch mein Mathemodul Mathematik für Studierende der Physik 1 gerade so bestanden. Die Noten waren mir nicht wichtig, mein primäres Ziel war einfach zu bestehen, und das habe ich geschafft.
So sah mein Stundenplan fürs erste Semester aus!

Am 13.04. um 10:56 bekam ich endlich die lang erwartete Email des Prüfungsamtes. Ich hatte am 31.03 Maphy 1 (Mathematik für Studierende der Physik 1) auf den Zweittermin geschrieben und konnte die Ergebnisse kaum erwarten. Eigentlich war die Klausur wirklich machbar und nicht unverschämt schwer gewesen, aber Nervosität unter Klausurbedingungen ist nicht zu unterschätzen. So ging ich mit gemischten Gefühlen aus der Klausur. Es war ein schönes Gefühl alle Klasuren geschrieben zu haben, jedoch war ich mir nicht sicher, ob es zum Bestehen ausgereicht hatte. Ich versuchte mir immer wieder zu sagen, dass es nicht schlimm wäre, wenn ich eine Klausur nicht bestehen würde. Ich könnte sie nächstes Wintersemester wahrscheinlich mit einem besseren Ergebnis abschließen. Gerade als ich mich damit abgefunden hatte, dass ich nicht bestanden hatte und nächstes Jahr zwei Matheprüfungen würde ablegen müssen, bekam ich die Nachricht vom Prüfungsamt.

Sie können die folgenden Prüfungsergebnisse ab sofort abrufen:
You can view the results of the following exam now:
Studienabschnitt Bachelormodule
Studienabschnittsversion Modulkatalog
Prüfungsfach B.Mat.0831: Mathematik für Studierende der Physik I
Prüfungsfachversion ab WiSe 14/15
Teilprüfung B.Mat.0831.Mp: Mathematik für Studierende der Physik I
Rechtsbehelfsbelehrung:
Gegen die Bewertung der Prüfungsleistung kann innerhalb eines Monats
nach Bekanntgabe Widerspruch bei der Georg-August-Universität
Göttingen eingelegt werden.
Für juristische Prüfungen können abweichende Regelungen gemäß PO bestehen.
Sie haben folgendes Ergebnis erzielt:
You achieved the following result:
Bestanden, Note: ausreichend (4,0)

Ich war wirklich happy, allerdings hatte ich erwartet, dass es sich besser anfühlt. Vielleicht erwarte ich auch einfach zu viel. Aber obwohl mein primäres Ziel zu bestehen erreicht war, war ich dennoch unzufrieden. Ich denke, mein Unterbewustsein hat einfach höhere Ansprüche. Insbesondere, weil ich es aus der Schule gewohnt war, “Sehr Gut” zu schreiben. Naja, daran muss ich mich noch gewöhnen, dass ich in der Uni etwas mehr tun muss, um gute Noten zu schreiben, denn alles in allem war ich im ersten Semester eher mit anderen Sachen beschäftigt und kein Vorzeigestudent.

Ich war kein Vorzeigestudent und dennoch habe ich das schwierigste Semester hinter mir.

Der erste Schritt im ersten Semester nach Mathevorkurs und O-Phase ist die Wahl der Mathemodule. Jeder Studierende der Physik muss sich dabei entscheiden, ob er lieber die Mathematik für Mathematiker, also DIFF und AGLA, oder die Mathematik für Physiker, kurz Maphy, in den nächsten drei Semestern belegen möchte. Aus meiner Sicht bedeutete die “Mathe Mathe” mehr Aufwand und weniger Freizeit, deshalb entschied ich mich für Maphy. Allerdings ist auch diese Modul nicht einfach. Wer wirklich an den Grundlagen und Hindergründen der Mathematik interessiert ist und manche Aussagen lieber beweist als einfach hinzunehmen, der ist mit dem Mathematikermodul besser beraten, da es durch zwei Vorlesungen wesentlich mehr Hintergründe liefern kann. Meine Entscheidung war auch sehr dadurch beeinflusst, dass mir viele Studierende aus höheren Semestern rieten, den Weg des geringsten Widerstands zu gehen. Das war wohl mit das ausschlaggebenste Argument, warum ich mich für Maphy entschied. Diese Entscheidung muss aber jeder selber treffen und sie ist nicht endgültig! Es besteht durchaus die Möglichkeit, das Modul zu wechseln. Neben Maphy musste man noch Rechenmethoden und Experimentalphysik 1 belegen. Zu jeder Vorlesung gibt es dann eine Übung, die vergleichbar ist mit Unterricht in der Schule. Wenn man schnell ist, kann man sich auch die guten Übungszeiten sichern. Besonders wichtig bei der Wahl der Übungsgruppen sind die Tutoren, die die Gruppen leiten. Es lohnt sich, Studierende höherer Semester zu fragen, welche Tutoren besonders geeignet sind und seine Entscheidung auch davon und nicht nur von dem Datum der Übung abhängig zu machen. Denn, wenn man mit seinem Tutor nicht zurechtkommt, ist die Übung nicht wirklich effizient. Ihr könnt allerdings auch hier die Gruppen wechseln. Ebenfalls zu jeder Vorlesung gibt es wöchentlich einen Übungzettel, der bearbeitet werden sollte. In Exphy, Maphy, DIFF und AGLA müsst Ihr mindestens 50% der Punktzahl auf den Zetteln insgesamt erreichen, um zur Prüfung zugelassen zu werden. Außerdem sind sie wirklich eine gute Übung. Ich habe gerade am Semesteranfang sehr viele Punkte gesammelt und musste mich dann später nicht mehr so sehr anstrengen. Oft genug kam es auch vor, dass ich Zettel aus Zeitmangel abgeschrieben habe. Allerdings ist das nicht besonders sinnvoll, außer man benötigt unbedingt Punkte, denn die Zettel sind als Übung gedacht und so konzipiert, dass sie den Stoff der Vorlesungen festigen. Was dann für eine sehr stressige Atmosphäre sorgt, sind die Protokolle für das Exphy Praktikum. Alle zwei Wochen müsst Ihr einen Versuch durchführen und ein wissenschaftliches Protokoll am Computer verfassen. Anfangs haben mich die Praktikumssoftwares LATEX und GNUPLOT schier zu Verzweiflung gebracht, aber es ist alles Gewöhnungssache.

Vor den Weihnachtsferien hatte ich dann einen Durchhänger. In dieser Zeit bin ich fast gar nicht mehr in die Uni gegangen, weil es mich zu sehr gestresst hat und ich lieber Zeit mit meiner Freundin verbracht habe, die ich im Vorkurs kennengelernt habe. Zu den Vorlesungen bin ich eigentlich gar nicht mehr gegangen in der Zeit und dennoch habe ich versucht, die Zettel zu machen, was natürlich zunehmend schwerer wurde, als es ohnehin schon war. In den Weihnachtsferien hatte ich den gewaltigen Rückstand zumindest in Rechenmethoden und Exphy größtenteils aufgeholt. Als dann die Klausurenphase vor der Tür stand, entschied ich mich, Mathe auf den Zweittermin im März zu schreiben. Im Physikstudium habt Ihr die Möglichkeit, jede Klausur doppelt pro Semester zu schreiben. Für jedes Physikmodul hat man außerdem vier Versuche, um zu bestehen, also wirklich genug.

Ich hoffe, dass Euch diese sehr ausführliche Beschreibung eine gute Einsicht in das erste Physiksemester geben kann. Letzten Sommer hätte ich mir gewünscht, so einen Einblick zu erhalten, um besser darauf vorbereitet zu sein, was auf mich zukommt.

Bis Bald, Aaron

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