Wie gute Schulentwicklung möglich ist!

Gute Ideen gibt es an jeder Schule - ihre Umsetzung erfordert Kompetenz.

“Die Welt verändert sich rasend schnell. Sie wird immer komplexer, verlangt extrem viel Wissen und eine enorme Flexibilität.” [1] Wie können sich Schulen darauf vorbereiten?

Eine Initiative dafür seitens des Kultusministeriums ist es, regelmäßige Evaluationen an Schulen durchzuführen und somit die Entwicklung der Schulen zu begleiten. Ein Unterfangen das sehr viel Sinn macht. Doch leider stößt das Schulsystem dort regelmäßig an seine Grenzen.

Mit welchen Schwierigkeiten haben Schulen im Bezug auf Schulentwicklung zu kämpfen?

Dafür gibt es unterschiedliche Gründe. Meine Hypothesen dazu sind folgende:

  • Schulen sind mit dem Thema Schulentwicklung überfordert, da seitens des Ministeriums konkrete Vorschläge für die Umsetzung ihrer Vorgaben fehlen.
  • Schulentwicklung ist während des Studiums kaum bis garnicht Thema. Daraus resultiert eine Überforderung seitens des Kollegiums, da diese nicht wissen, was bei einer Schulentwicklung auf sie zu kommt.
  • Das Alltagsstresslevel ist an Schulen überdurchschnittlich hoch. Mehr zu diesem Thema können Sie in meinem Artikel “Warum gerade Coaching für Lehrkräfte sinnvoll ist” nachlesen.
  • Lehrkräfte werden in ihrem Studium zu Einzelkämpfern ausgebildet. Für Schulentwicklung ist jedoch eine systematische Zusammenarbeit erforderlich.
  • Strukturelle Rahmenbedingungen für gezielte Gespräche innerhalb des Lehrerkollegiums sind nicht in ausreichendem Maße gegeben.

Was ist eigentlich Schulentwicklung?

Schulentwicklung ist sicherlich kein Thema, welches man mal so neben her machen kann. Aber was ist Schulentwicklung eigentlich genau? Hierzu betrachten wir folgende Definition aus Wikipedia:

“Als Schulentwicklung wird der systematische, zielgerichtete, selbstreflexive und für die Bildungsprozesse der Schüler funktionale Entwicklungsprozess hin zu einer Professionalisierung der schulischen Prozesse bezeichnet. Eine so definierte Schulentwicklung dient der Verbesserung der Qualität der Schule als Institution und des Unterrichts.”

Schule soll also qualitativ hochwertiger werden. Und wann wird Schule qualitativ hochwertiger? Hierfür muss zunächst der Begriff Qualität geklärt werden. Qualität bedeutet nichts anders, als das “Erfüllen von Anforderungen”. Das heißt, Schulen sollen bestimmte Anforderungen erfüllen. Doch wer stellt im Idealfall die Anforderungen an die Schule? Vermutlich die Gesellschaft mit ihren unterschiedlichen Akteuren. Daraus ergibt sich, dass Schule dann qualitativ hochwertig ist, wenn sie den gesellschaftlichen Anforderungen gerecht wird. Dazu ist es notwendig so viele Stakeholder / Sichtweisen wie möglich für die Erarbeitungen der Anforderungen einzubeziehen. Die Anforderungen äußern sich in zwei Formen, einmal durch die Vorgaben des Kultusministerium, zum anderen muss jede Schule auch auf die Anforderungen ihres direkten Umfeldes eingehen. Diese äußern sich meist durch Erwartungen seitens der Beteiligten.

Welche Herangehensweisen gibt es für Schulentwicklung?

Hierfür gibt es im Wesentlichen zwei Vorgehensweisen. Zum einen die Reaktive, in der auf aktuelle Problemlagen der Schule eingegangen wird. Zum anderen die Proaktive, in der versucht wird zukünftige Problemstellungen zu erkennen und diesen präventiv entgegen zu treten.

Mit welchen Themen befasst sich Schulentwicklung?

Hierfür gibt es drei umfassende Schwerpunktthemen.

  • Kultur
  • Strategie
  • Struktur

In jeder Schule gibt es eine Kultur: “Wer ergreift zuerst das Wort? Wie offen darf kritisiert werden? Was passiert bei Misserfolgen? Und was bei Erfolgen? Wie gehen wir miteinander um? Sind wir professionell distanziert und siezen uns oder emotional verbunden und duzen uns? Welches Lebensgefühl herrscht in unserer Schule?”[2] Es gibt viele verschiedene Kulturen z.B. Powerkulturen, innovative, bürokratisch-prozessorientierte Kulturen und noch einige mehr.

Viele Schulen haben sich noch nie wirklich mit ihrer Schulkultur beschäftigt und dadurch mogelt sich alles Mögliche in diese mit rein, somit auch Unerwünschtes. “Eine Kultur wird meist unbewusst geprägt”[3]: vor allem durch die Schulleitung und das Kollegium. Aber auch durch das Umfeld (z.B. Gemeinde) und die Geschichte der Schule. Eine staatliche Schule hat eine andere Kultur als eine private Schule, der von Anfang an mehr Gelder zur Verfügung standen. Beschäftigt man sich als Schule nicht bewusst mit der Kultur, so wie es in den meisten Schulen der Fall ist, entsteht ein chaotischer Mischmasch. Die meisten wirklich herausragenden Schulen beschäftigen sich intensiv mit ihrer Kultur.

“Die Kultur beeinflusst wirklich alles, jede einzelne Handlung…”[4] in der Schule. Eine Kultur bestimmt, ob bei einer unausgeräumten Spülmaschine im Lehrerzimmer quer durch den Raum geschrieen wird, ob man den “Schuldigen” im Vieraugengespräch darauf anspricht, ob man sich als Schulleitung mit diesen Dingen beschäftigt usw.

“Eine Kultur bestimmt darüber, ob eine Strategie überhaupt auf den Boden gebracht werden kann.” [5]

“Strategie und Vision müssen nicht nur entwickelt, sondern auch wirksam gemacht werden. Wie sorgen Sie dafür, dass ihr Kollegium beides kennt, sich danach verhält und am besten noch davon begeistert ist?”[6]

Warum sind Strategie und Vision nötig? Wenn sie keine Idee haben, “… wofür Sie eine Pyramide brauchen, wieso sollten Sie dann eine bauen lassen?”[7]

Zu dem Bereich Struktur gehören zum einen Projekte, Steuerung, Controlling, Meetings etc. Das heißt, hier geht es darum, klare Aufgaben und Ziele zu verteilen. Ein rein operatives Handeln stößt irgendwann an seine Grenzen, weil der Kommunikationsaufwand immer größer wird.[8] Umso größer eine Schule ist, desto mehr Missverständnisse und Abstimmungsnotwendigkeiten gibt es. Aus diesem Grund werden Prozesse und Systeme in der Schule benötigt. “Diese schaffen Wiederholbarkeit und Sicherheit und reduzieren damit dramatisch den oft unnötigen Kommunikationsaufwand!”[9]

Zu beachten ist, dass keiner der Bereiche während einer Schulentwicklung außer Acht gelassen werden darf. Natürlich wird es eine Fokussierung auf einen bestimmten Aspekt geben, doch es ist immer ein Zusammenspiel der drei Bereiche nötig.

Wie ist der Ablauf einer Schulentwicklung?

Bei der Struktur für eine Schulentwicklung möchte ich mich an die vier Phasen eines Organisationsberatungsprozesses von König & Volmer (2004) halten. Die Phasen gliedern sich in folgende Punkte:

  1. Orientierungsphase (Was ist das Ziel des Beratungsprozesses? Was soll am Schluss erreicht werden?)
  2. Klärungs- und Diagnosephase (Wie ist der Ist-Zustand? Wo liegen die Probleme? Was hat zur aktuellen Situation geführt?)
  3. Lösungs- und Veränderungsphase ( Was sind Handlungsmöglichkeiten?)
  4. Abschlussphase (Was ist das Ergebenis? Was sind die nächsten Schritte?)

Was ich Ihnen bieten kann:

Ich bin Pädagoge, Coach und Organisationsentwickler und kann ihnen eine professionelle Begleitung für Ihre Schulentwicklung bieten.

Wenn ihrerseits Interesse besteht, dann melden sie sich entweder telefonisch unter +49 (0) 176 30348820 oder per Mail (jonas.butz@web.de) bei mir. Dort können Sie einen Termin für ein kostenloses Auftragsklärungsgespräch vereinbaren. Anschließend erstelle ich Ihnen ein auf dem Auftragsklärungsgespräch basierendes kostenloses Angebot, welches folgende Aspekte beinhaltet:

  • Beschreibung der Ausgangssituation
  • Ziele und Erfolgskritieren
  • Ausgangsüberlegungen des Beraters
  • Beratungskonzept / Projektarchitektur
  • Leistungsübersicht

Literaturverzeichnis

[1] Heuer, 2016, S.128

[2] Merath, 2017, S.117

[3] Ebd., S.118

[4] Ebd.

[5] Ebd.

[6] Ebd., S.116

[7] Ebd.

[8] Vgl. Ebd., S.113f

[9] Ebd., S.114