7 Insights: So streamt Deutschland 📺 👀

Wir haben 545 Menschen nach ihren Streaming-Gewohnheiten gefragt und teilen hier die Ergebnisse mit dir. Spoiler-Warnung: Die Deutschen fühlen sich 📼 gut versorgt, aber es gibt noch viel zu tun — vor, während und nach dem Streaming.

Zur Hälfte unseres Aufenthalts im Media Lab Bayern wollten wir im März 2018 von unseren Nutzern wissen, welche Streaming-Dienste sie nutzen, was ihnen an diesen gefällt bzw. missfällt und wie lange sie zum Entscheiden benötigen, was sie als nächstes schauen wollen. Hier tragen wir die wichtigsten Erkenntnisse zusammen.

Wichtiger Hinweis: Die Befragung ist nicht repräsentativ und diente allein dem Zweck unser Produkt Shelfd.com zu verbessern.

① Eigentlich reichen 📲 fünf Plattformen

Die meisten Deutschen nutzen einen bunten Mix aus den verschiedensten Streaming-Plattformen. Wir haben danach gefragt, wo sie regelmäßig Videos konsumieren. Zwei Drittel der Teilnehmer geben an dafür 3️⃣ Dienste gezielt anzusteuern, ein Viertel sogar 4️⃣ Dienste. 82% der Antworten entfallen dabei aber auf die gleichen fünf Quellen. Den meisten würde es also reichen, wenn sie nur zwischen den öffentlich-rechtlichen Mediatheken, YouTube, Netflix, Prime Video und Facebook wählen müssten.


② Streamen heißt leihen, nicht kaufen 🛒

Obwohl in Deutschland noch immer fleißig DVDs und Blu-rays verkauft werden, lässt sich das selbe nicht für Streaming-Inhalte sagen. Mehr als ein Drittel der Teilnehmer wollte noch nie digitale Videos besitzen, statt sie nur zu leihen. Ein weiteres Drittel hat Amazon für einen Kauf genutzt, der Rest griff auf andere Dienste zurück. Hier fällt besonders auf, dass die Deutschen eher einem einzigen Anbieter 💍 treu sind. 90% der Antworten entfielen trotz Möglichkeit zur Mehrfachauswahl auf keine oder nur eine einzige Plattform. Alles andere würde auch verwundern, da man nirgendwo Zugänge zu Kauf-Titeln von einem Dienst zum nächsten mitnehmen kann.


③ Was gefällt ❤️: Vielfalt und Unabhängigkeit

Hier wurden von uns keine Antworten vorgegeben und jeder Teilnehmer musste seine Argumente selbst formulieren. Um so stärker fallen die Aussagen ins Gewicht! Für die Auswertung haben wir die Antworten in Themen geclustert, um einen besseren Überblick zu ermöglichen.

76% aller Teilnehmer haben bei dieser optionalen Frage eine Antwort abgegeben. Neben dem verfügbaren Angebot (1/3) und der zeitlichen und räumlichen Unabhängigkeit (1/5) schätzen die Teilnehmer besonders technische Features wie Apps auf allen Plattformen, die gute Qualität von Bild und Ton, verfügbare Sprachfassungen und die Möglichkeit Inhalte später fortsetzen zu können. All diese Dinge werden demnach keineswegs als selbstverständlich wahrgenommen, sondern als wichtiger Teil des Wertangebotes.

Es überrascht dagegen, dass so viele Nutzer die einfache Preisgestaltung der Anbieter positiv hervorheben. Mit all diesen Punkten scheinen die Dienste vieles richtig zu machen — aber noch nicht alles. Es fällt auf, dass einige Punkte nicht sehr häufig positiv im Gedächtnis bleiben. Dazu zählen etwa die Qualität der Inhalte, sowie Personalisierung und Kuration.


④ Was missfällt 🙄: Einseitigkeit und Handhabung

Auch diese optionale Frage war mittels Freitexteingabe zu beantworten. Das Clustering fand in der Auswertung statt. 74% der Teilnehmer haben negative Aspekte aufgezählt — in der Masse jedoch ein Viertel weniger als bei den positiven Dingen. Dies lässt die Schlussfolgerung zu, dass es mehr Grund zur Freude als für Ärger gibt.

Als stärkste Mängel werden die einseitige Auswahl bei Diensten und die komplizierte Handhabung genannt. Die geringe Vielfalt führt dazu, dass die Teilnehmer dazu gezwungen sind mehrere Dienste nutzen zu müssen. Die ungenügende Usability wiederum führt zu Frustration im Umgang mit den Plattformen. Aufgrund der kurzen Verfügbarkeit bekommen die Teilnehmer zusätzlich das Gefühl nie alles mitbekommen zu haben.

Ebenfalls im Gedächtnis bleiben Dienste für ihre fehlerhafte Technik (Ladezeiten, Stabilität), fehlende Features (Originalton, Untertitel, Filter), ihre Preisstrukturen (erzwungene Bindung, das Verleiten zum Ausgeben von Extra-Geld), störende Werbung (wenn erzwungen, Eigenwerbung), eine ungenügende Personalisierung und qualitativ schlechte Inhalte.


⑤ 🙋‍♀️ Wunsch nach Empfehlungen

Mit 46% zählt fast die Hälfte der Teilnehmer auf Streaming-Empfehlungen, die sie von Freunden oder von Online- und Offline-Medien erhalten. Die Mehrzahl aller Einzelantworten bezieht sich darauf, dass der Kontext maßgeblich für die Entscheidung ist — also die Stimmung und die verfügbare Zeit. Lediglich jeder zweite Deutsche schaut vorher in ein Video rein, bevor sich zum Weiterschauen entschieden wird.


⑥ Keine Lust auf ⏳ langes Suchen

Weiterhin wollten wir wissen, ob die Zeit vom Aussuchen eines Films bis zum Anschauen gefühlt zu lange dauert. Die durchschnittliche Antwort lag bei 2,8. Bei einer Skala von „1 – Film startet sofort“ bis “5 – Entscheidung dauert ewig” zeigt dieser Wert eine leichte Frustration. Hierzu lässt sich also festhalten, dass die Anbieter noch mehr dafür tun können ihre Nutzer schneller zum richtigen Inhalt zu führen. Fun Fact: Ideen dafür haben wir bei Shelfd genügend (sag mal hello@shelfd.com).


⑦ Nach dem Schauen wird recherchiert 🔍

Gibt es eigentlich schon Untersuchungen dazu, wie sich Menschen nach dem Schauen von Filmen, Dokus und Serien weiter mit dem Gesehenen beschäftigen? Das wäre nämlich super spannend zu erforschen, da die Deutschen mit einem Durchschnittswert von 2,9 zur vertiefenden Recherche neigen. Die Antworten-Skala reichte dabei von “1 – Immer” über “3 – Hin und wieder” bis “5 = Nie”. Dazu wird es bestimmt mal eine Folgebefragung durch uns geben.


✌️ Gerne teilen

Es würde uns riesig freuen, wenn du unsere Befragung (https://medium.com/shelfd/7-insights-so-streamt-deutschland-ab9a1cf2abd2) oder einzelne Ergebnisse daraus teilst. Dafür kannst du die eingebetteten Bilder speichern und verwenden oder hier alle Bilder mit einmal hochauflösend herunterladen. Eine Verweis auf Shelfd.com (@Shelfd auf Twitter und Facebook) genügt als Angabe zur Quelle.

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