Mehr Komplexität, bitte!

Letzte Woche hatte ich eine interessante Diskussion. Es ging um die Positionierung eines Unternehmens und jemand sagte: “Wir müssen da Komplexität rausnehmen.”

Der erste Gedanke dabei ist: Das ist richtig, Komplexität führt dazu, dass ein Unternehmen, ein Produkt, eine Dienstleistung nicht sofort verstanden wird.

Der zweite Gedanke ist: Komplexität ist wichtig und gut. Die Dinge werden nicht einfacher, sie werden komplexer. Marken verlieren die Deutungshoheit über ihr Image, Marketing-Kommunikation wird fragmentierter, Userbedürfnisse vielschichtiger. Wer heute verreisen will, geht nicht mehr ins Reisebüro, stattdessen hat er unendliche Übernachtungsmöglichkeiten in Hotels, Ferienhäusern oder privaten Wohnungen, alle nur einen Klick von der Buchung entfernt. Wer krank ist, informiert sich online nach Behandlungsmethoden bevor er das erste Mal einen Arzt sieht. Und wer in der Stadt unterwegs ist, muss zwischen öffentlichen Verkehrsmitteln, Mitfahrdiensten, klassischen und neuen Taxi-Anbietern und einer Handvoll Carsharing-Angebote wählen. Unabhängig davon, ob alle Entwicklungen positiv sind: sie finden statt und sind Teil unserer gesellschaftlichen Realität.

Nur wer sich dieser komplexen Realität annimmt, sich tief hineingräbt in die Bedürfnisse seiner User und Kunden, kann relevante Services und Produkte anbieten. Die Zeit der einfachen Antworten ist damit definitiv vorbei.

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