Effiziente Arbeit: Nutzt Du tote Zeiten?

Auch 10 oder 15 Minuten lassen sich – wie hier in der Bahnlounge in Essen – produktiv nutzen.

Auf Anchor – einem Audio-Netzwerk, das ich inzwischen sehr schätze – habe ich mir Gedanken zum Thema effiziente Kommunikation gemacht. Die Tonqualität war dieses Mal nicht optimal – ich habe das Ganze auf dem Mülheimer Bahnhof neben der Tram aufgenommen – doch der Inhalt hat zu zahlreichen Reaktionen geführt.

In einigen Kommentare und Nachrichten wurde ich gefragt, ob ich auch etwas zu effizientem Arbeiten sagen könnte. Klar, gerne. Mein Tipp Nummer eins: Nutze tote Zeiten – aber mit Bedacht.

Nutze tote Zeiten

Unter toten Zeiten verstehe ich all die Zeiten, die oft nicht bewusst genutzt werden. Dazu gehören unter anderem

  • Pendelzeit
  • Wartezeit
  • Fahrten oder Wege

Tot nenne ich diese Zeiten, weil diese Zeiten oft nicht produktiv genutzt werden.

Du hast zwischen zwei Zügen 10 Minuten Umstiegszeit? Du musst auf Deinen Bus warten? Du sitzt die nächsten 30 Minuten in der S-Bahn? Bis zur Arbeit musst du noch 10 Minuten zu Fuß gehen?

All diese Zeiten kannst Du produktiv nutzen und so effizienter arbeiten. Damit das gelingt braucht es meiner Erfahrung nach…

  • … einen Workflow mit dem Du mobil arbeiten und kleinere Aufgaben vom Smartphone aus erledigen kannst.
  • … die passenden Tools. Dazu gehören Smartphone, Tablet unmodern Notizbuch, die passenden Apps und generell das für Dich passende Equipment.
  • … eine klare Übersicht über Deine Aufgaben. Nur wenn Du schnell weißt, was ansteht, kannst Du auch kurze Zeiten nutzen.
  • … eine Einordnung der Aufgaben nach Zeit- und Energiebedarf. Kurze Zeiten lassen sich vor allem dann effizient nutzen, wenn Du wißt, welche Aufgaben sich in wenigen Minuten erledigen lassen und nicht allzu viel Konzentration erfordern.

Natürlich geht es nicht nur um 5 bis 10 Minuten Zeiträume. Auch 15, 20 oder mehr Minuten können bisher tote Zeit sein, wenn Du sie nicht bewusst nutzt.

Um solche Zeiten nutzen zu können, musst Du eventuell Deine Arbeitsweise ändern. Ich musste beispielsweise trainieren, Texte in mehreren Teilen zu schreiben.

Früher saß ich immer lange am Stück an einem Text und wenn möglich ist das nach wie vor meine bevorzugte Arbeitsweise. Doch um tote Zeiten sinnvoll nutzen zu können, habe ich mir antrainiert, auch nur 10 Minuten an einem Text zum schreiben und dennoch sinnvoll weiterzukommen.

Effizient Arbeiten ja… aber nicht auf Kosten der Ruhe

Wenn Du bewusst damit beginnst, bisher tote Zeiten zu nutzen und effizienter zu arbeiten, geht es Dir vielleicht wie mir. Ich war in den ersten Tagen und Wochen begeistert davon, wie viel ich durch die Nutzung toter Zeiten schaffen konnte.

Doch nach einiger Zeit bemerkte ich auch einen Nachteil. Denn tote Zeiten haben auch ihr Gutes.

Tote Zeiten müssen nämlich gar keine sein. Auch wenn Du einige der oben beschriebenen Zeiträume nicht produktiv nutzt, können diese Zeiten für Dich wichtig sein.

Du sitzt beispielsweise 20 Minuten lang in der S-Bahn und lässt den Blick über die vorbeiziehende Landschaft schweifen? Das klingt erholsam und entspannend.

Scheinbar tote Zeiten können wichtige Ruhe- und Erholungsphasen sein, die Deinem Geist eine dringend benötigte Auszeit von ständiger Informationsaufnahme und dauerndem Arbeitsmodus bieten.

Mein Tipp daher: Nutze tote Zeiten und werde dadurch effizienter. Doch prüfe bitte, ob jede scheinbar tote Zeit es auch wirklich ist. Effizienter arbeiten bedeutet für mich, mehr zu schaffen, dabei jedoch ein gesundes Maß an Erholung und Entspannung zu bewahren.

Arbeit die auf Kosten geistiger Gesundheit und Energie geht ist für mich Selbstausbeutung. Und die hat mit Produktivität oder Effizienz – zumindest für mich – nichts zu tun.


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