Madeira im Januar 2019 — Insel des ewigen Frühlings, mildes Klima statt Winterfrost

São Lourenco, © Robert Wallis

Im Januar hatte ich die Möglichkeit, mit dem DAV Summit Club (Reiseveranstalter und kommerzielle Tochter des Deutschen Alpenvereins) acht Tage lang Madeira zu erkunden. Unsere Woche war trockener als gewöhnlich und somit sind wir in keinerlei Regen gekommen.

Salzige Atlantikluft, duftender Eukalyptuswald sowie süßer Madeira-Wein gehören ebenso zur Rezeptur des ewigen Frühlings, wie das milde Klima und die immergrüne Vegetation auf der Insel. Der DAV Summit Club arbeitet mit MBtravel zusammen. Dessen einheimischer Wanderführer zeigte die schönsten Tageswanderungen der Insel: Mit den Levadas, den seit dem 15. Jahrhundert gepflegten künstlichen Bewässerungskanälen, verfügt Madeira über ein einmaliges Wegenetz. Hinzu kommt die unglaublich artenreiche Natur. Wir wanderten durch uralten Lorbeerwald, Weltnaturerbe der UNESCO seit 1999, bestiegen den Pico Ruivo, mit 1861 Metern das Dach der Insel, und genossen ein imposantes Rundumpanorama. Felsiges Kontrastprogramm zu den immergrünen Levadawegen bietet die Wanderung auf der Halbinsel São Lourenco, kleine Pfade führten uns bis zur Ostkap-Naturschutzstation.

Wissenswert: Madeira ist eine extrem zerklüftete Insel, was man am besten aus der Luft sieht. Während es “unten” auf Meereshöhe tagsüber 16–18 Grad waren, konnten es oben auf 1.600 Metern Höhe durchaus 2–3 Grad sein. Wer dort auf jeder Höhenlage wandern möchte, sollte Kleidung für jede Temperatur mitnehmen.

1. Tag: Flug nach Funchal und Eigenanreise vom Flughafen zum Hotel (12 km/15 min).

Kennenlernen der Gruppe und Besprechung des Programms mit unserem Reiseleiter.

2. Tag: Die Hochebene Paúl da Serra

Die Hochebene Paúl da Serra, 1400 m, ist die bekannteste Wanderregionen Madeiras. Nach einem kurzen Aufstieg zum Plateau folgten wir der Levada Rabaçal durch flechtenbehangenen Lorbeer-Wald zum märchenhaften Talkessel der “fünfundzwanzig Quellen”, wo Wasserfälle bis zu 100 Meter in die Tiefe stürzen. Der Lorbeerwald ist UNESCO-Weltnaturerbe. Gegen Ende der Tour querten wir mithilfe einer Taschenlampe einen gut ausgebauten 800 Meter langen Tunnel. Hm ↑350 ↓300 Gz 5 h

3. Tag: Der Pico Ruivo, 1861 m

Der Pico Ruivo ist der höchste Berg der Insel. Busanfahrt zum Pico de Arieiro, 1811 m. Wir wanderten über den Sattel des markanten Picos das Torres, 1851 m, zum Gipfel des Pico Ruivo. Eindrucksvoll, wie sich das Klima und mit ihm die Pflanzen auf dem Weg nach oben verändern. Die atemberaubende Sicht an der Spitze lohnt für den teils etwas anstrengenden, jedoch gut ausgebauten Weg nach oben. Nach kurzer Rast stiegen wir nach Achada do Teixeira ab, wo der Bus bereits auf uns wartete. Eine kleine Sightseeing-Tour brachte uns an die Nordküste in das Städtchens Santana. Die hübsche Küstenstadt ist berühmt für ihre bunt bemalten Häuser und die landestypische Bauweise mit tiefen Reetdächern. Hm ↑500 ↓750 Gz 4 h

4. Tag: Die Halbinsel São Lourenco

São Lourenco liegt im Osten Madeiras und hat einen völlig anderen Charakter. Im Gegensatz zum Rest der Insel ist die Landschaft karg und es gibt keine Levada weit und breit. Hier ist die Natur von Menschenhand unberührt. Wir begegneten einmaliger Vegetation und imposanten Felsklippen, während wir auf kleinen Pfaden bis zur Ostkap-Naturschutzstation wanderten. Am Ostkap kann man gut sehen, wie der Planet Erde atmet. Fast von jedem Punkt bieten sich atemberaubende Aussichten auf den Nord- und Südteil der Insel. Von dort konnte man bis auf die Nachbarinsel Porto Santo sehen. Hm ↑350 ↓450 Gz 4 h

5. Tag: Freie Zeit für eigene Unternehmungen

Nach den Aktivitäten der vergangenen Tage tut es gut ausschlafen und sich entspannen zu können. Genießen Sie den Tag auf Ihre eigene Art und Weise mit einem Ausflug in die Inselhauptstadt nach Funchal, besuchen Sie die Tropical Gardens oder machen Sie eine weitere Wanderung. Der Reiseleiter gibt gerne Tipps bei der Planung und Organisation.

6. Tag: Levada Serra do Faial

Heute lassen wir es gemütlich angehen und starten ganz im Süden. Monte mit dem Grab Karls I., des letzten Kaisers von Österreich, ist Ziel der gemeinsamen Busanfahrt zur ersten Tageswanderung. Die Wanderung führt entlang der Levada Serra do Faial nach Camacha, wo Korbflechter ihr Handwerk pflegen. Hm ↑300 ↓100 Gz 3 h

7. Tag: Panoramawege bei Jardim da Serra, 1230 m

Herrliche Panoramawege mit atemberaubenden Aus- und Tiefblicken in die berühmten Nonnen- und Serra-de-Aqua-Täler und zu den höchsten Gipfeln im Zentralmassiv. Der Tagesausflug beginnt oberhalb des geschichtsträchtigen Nonnentals. Am „Kastanienrastplatz” genießen wir den Blick in den Talkessel von Curral das Freiras. Ein gelungener letzter Tag verabschiedet sich mit einem gemeinsamen Abendessen auf der Hotelterrasse. Hm ↑100 ↓600 Gz 4 h

8.-10. Tag: Abschiednehmen

Nach dem Frühstück Transfer zum Flughafen für den Rückflug in die Heimat und individueller Heimflug. Ich bin in Canico geblieben und für zwei weitere Nächte in meine Airbnb-Unterkunft umgezogen.

Zur einfacheren Übersicht

An diesen Orten der Insel habe ich Fotos gemacht. Die Webseite Silverpeaks hat aus den 548 Fotos die Standortdaten ausgelesen und die Aufnahmepositionen auf einer Karte angezeigt. Copyright © Google, Silverpeaks.