Wirex gibt neue Debitkarten mit Krypto-Wallet heraus

Kreditkarte mit Magnetstreifen | Pixabay ID 1730085

Als bisher einziger Anbieter in Europa führt Wirex im März 2018 eine Debitkarte mit Multiwährungs- und Kryptowährungsfähigkeit und Umrechnung in Echtzeit ein.

Aber von vorne…

Was bisher geschah

Am Morgen des 5. Januar waren quasi über Nacht Hunderttausende Kreditkarten gesperrt und damit wertlos geworden. Der Grund: VISA hatte der Ausgabefirma für die Karten, WaveCrest Holdings Limited in Gibraltar, die Lizenz entzogen und angewiesen, die Karten sofort zu sperren. Betroffen waren Kunden von AdvCash, TenX, Xapo, Mobi, Wirex und anderen Anbietern.

Diese Anbieter sind meist Fintechs und geben selbst keine Karten heraus; stattdessen arbeiteten sehr viele von ihnen mit WaveCrest als Kartenherausgeber zusammen. WaveCrest widerum ist ein E-Geld Institut und war Lizenznehmer von VISA.

Laut TenX und Wirex handelte es sich bei der Aktion von VISA nicht um einen Schlag gegen Krypto-Währungen. Wie VISA später am 5. Januar gegenüber dem Heise-Verlag mitteilte, wurde der Lizenzvertrag mit WaveCrest gekündigt, weil man dort kontinuierlich gegen die VISA-Regeln verstoßen hätte.

TenX besitzt eine eigene Bankenlizenz und kann somit Karten auch selbst ausgeben. Laut Roadmap will das Unternehmen offenbar im zweiten Quartal 2018 so weit sein. Alle anderen Anbieter standen und stehen aber vor der Herausforderung, nach neuen Lösungen zu suchen. Schließlich waren die Karten ihrer Kunden unbrauchbar geworden.

Neue Karten von Wirex

Wirex hatte in Pressemitteilungen am 09.03. und 19.03. bekannt gegeben, ab Ende des Monats neue Debitkarten anzubieten. Hierzu hat Wirex eine Partnerschaft mit der Contis Financial Services Limited abgeschlossen, ein Zahlungsdienstleister aus Großbritannien, der auch die Karten herausgibt.

Die Features

Mit der Neuauflage der Debitkarten und der Überarbeitung des Modells bietet Wirex eine Wallet mit Kryptowährungs- und Multiwährungs-Funktion an. Es kann mit Kryptowährungen bezahlt und zwischen Kryptowährungen und Fiatgeld gewechselt werden. In der Wallet kann gewählt werden zwischen Euro (EUR), Britisches Pfund (GBP), US-Dollar (USD) und Bitcoin (BTC). Die Umrechnung soll in Echtzeit geschehen. Da direkt zwischen Kryptowährungen und Fiatwährungen gewechselt werden kann, wird die Nutzung von Kryptowährungsbörsen überflüssig.

Die Möglichkeiten im Überblick

Wirex-Account/Wallet

  • Direkt im Account: Bitcoin kaufen, verkaufen und transferieren
  • Individuelles E-Geld-Konto mit eindeutiger BLZ und Kontonummer
  • Kostenloser und sofortiger Bitcoin-Transfer zwischen Wirex-Benutzern
  • Sofortige Währungsumrechnung zwischen BTC, EUR, GBP, USD

Wirex-Karten

  • Die Karte selbst ist kostenlos
  • Vor dem Aufladen muss Krypto- in Fiatgeld umgewandelt werden
  • Kontaktlose Debitkarte für Multi-Währung (GBP, EUR, USD)
  • 3D Secure-Unterstützung für sichere Online-Zahlungen
  • Physische und sofort verfügbare virtuelle Debitkarten

Wirex bietet drei Arten von Karten an: Eine virtuelle, eine physische und eine Prepaid-Debitkarte. Die physische Karte soll kontaktloses Bezahlen unterstützen.

Überweisungen werden zwischen 2,25 und 2,75 € kosten.

Sicherheit

In ihrer Ankündigung betont Wirex außerdem, dass die Sicherheit der Überweisungen auf einem hohen Level gehalten wird. Im Gegensatz zu vorigen Versionen sei die Verschlüsselung verbessert und das Risiko von Betrug verringert worden. In Zukunft will Wirex seinen Service auch nach Japan und Südostasien auslagern.

Verfügbarkeiten

Für Kunden in Großbritannien sind die Karten schon seit dem 8. März verfügbar. Kunden in Frankreich, Deutschland und Italien können ihre Karten ab Ende März bestellen. Der geplante Termin 20. März wurde nicht eingehalten; stattdessen gibt es eine Warteliste. Der Rest der EU soll bis zum 27. März mit Karten versorgt werden.

Aufgrund der hohen Nachfrage gibt es momentan Wartelisten. Wer darauf steht, bekommt seine Karte schneller.

Verifikation

Ende 2016 war der Verifikationsprozess bei Wirex noch relativ langwierig: Nach dem Hochladen von Ausweisdokumenten und Wohnortnachweis musste man gut zwei Wochen warten, doch dann kam Anfang Januar der “Fall WaveCrest” dazwischen. Danach sollte man sich erneut verifizieren, was laut diverser Forenkommentare ebenfalls sehr lange dauerte. Zwischenzeitlich wurden Mitte März die Anforderungen an die Verifikation erhöht, so dass jetzt eine weitere Verifikation erforderlich ist. Diese gelingt aber nach den ersten Berichten von Nutzern sehr schnell. Es müssen ein Ausweisbild, ein Selfie und ein Wohnortnachweis hochgeladen werden; die Freischaltung erfolgt innerhalb von Minuten.

Mein Rat/Anmeldung

Die Wirex Karte ist schon jetzt sehr gefragt. Mit Stand vom 23.03. sind mer als 21.000 Kunden auf der Warteliste. Um nicht zu lange warten zu müssen, solltest Du Dich zügig anmelden, verifizieren und auf die Warteliste setzen. Falsch machen kann man dabei nicht viel; die Karte hat keine Einrichtungs- und keine jährliche Kartengebühr.

Rechtliche Hinweise

Mit einem kritischen Blick muss auf folgendes hingewiesen werden:

  1. Auch Contis ist keine Bank, sondern ein E-Geld Institut. Guthaben unterliegt also nicht der gesetzlich verordneten Einlagensicherung. Was zunächst wie eine Unsicherheit aussieht, könnte auch von Vorteil sein. Immerhin müssen E-Geld Institute besser wirtschaften als Banken, die sich in der Vergangenheit schon oft auf ihren faulen Krediten schlafen gelegt haben.
  2. Wirex weist sogar selbst darauf hin, was passiert wenn Contis insolvent werden sollte: “Wir stellen sicher, dass die von Ihnen erhaltenen Gelder auf einem separaten Konto gehalten werden, sodass in dem unwahrscheinlichen Fall, dass die Contis Financial Services Ltd. insolvent wird, Ihre Gelder gegen Forderungen von Gläubigern geschützt sind.”
  3. Theoretisch kann bei Contis genau das Gleiche passieren, was vorher schon bei WaveCrest geschah. Wir haben keinen Einblick, ob Contis sich besser an die VISA-Vorgaben hält oder nicht.

Fußnote von Wirex // © 2018 Wirex Limited (CRN 09334596) 25 Old Broad Street, London, EC2N 1HN, UK. Your Visa Debit & Prepaid Card will be issued by Contis Financial Services Ltd who is authorised by the Financial Conduct Authority to issue e-money (Firm Reference Number: 900025) and is a member of Visa. Please note the Visa card is an electronic money product and although it is a product regulated by the Financial Conduct Authority, it is not covered by the Financial Services Compensation Scheme. We ensure that any funds received by you are held in a segregated account so that in the unlikely event that Contis Financial Services Ltd becomes insolvent your funds will be protected against claims made by creditors.

Fußnote von Contis // © Copyright Contis Group 2017. Registered in England and Wales number 06499022. Contis Financial Services Ltd is authorised by the Financial Conduct Authority to issue eMoney (Firm Reference Number: 900025) and is a Principal Member of Visa Europe.

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