90 von 10 000 Bilder von Bern

Stämpfli AG
Dec 19, 2019 · 3 min read

Anna Lang, Projektleitung Verkauf und Marketing

Buch mit 90 Bern-Bildern

Das unverkennbare Klingeln vom Tram im Rücken, in der Nase immer noch den Waffelgeruch der Marktgasse, links war einmal der Claire’s-Laden, der Boden wechselt von Pflastersteinen zu Beton. Vor mir höre ich einen Bus und sehe beim Aufschauen die Nummer 10 vorbeifahren, dahinter taucht das Bundeshaus und dessen grüne Kuppel auf. Es ist eine unterschwellige Erinnerung, die sofort und lebhaft hervorgerufen wird, wenn ich das neue Bern-Buch in den Händen halte. Emotionen und Erlebnisse mit einem Bild zu bewirken, das kann nur eine entschlossene und erfahrene Fotografin. Margareta Sommer erzählt mir, wie die 90 Bern-Bilder entstanden sind und welche Wege sie dafür gegangen ist.

Natürlich beginnt die Inhaltserstellung mit einer Liste. Eine Liste voller Orte, die Bern verkörpern. Ausgerüstet mit einer Nikon begibt sie sich auf den Fotomarathon durch Bern. An einem sonnigen Herbstnachmittag entstehen die ersten Aufnahmen im Rosengarten, einem der schönsten Parks von Bern, der einen einmaligen Blick auf die Dachlandschaft der historischen Altstadt und die Aareschlaufe bietet. Der Spaziergang führt hinunter zum Bärengraben und in die Englischen Anlagen.

Geeignete Lichtverhältnisse und die Wetterlage bestimmen den Zeitpunkt für Margaretas Fotostreifzüge. Auf den meisten Bildern ist Bern in der Nachmittagssonne zu sehen. Nur einmal schlendert die Fotografin am Morgen früh durch die Berner Altstadt. Sie ist praktisch allein unterwegs, bloss Warenlieferanten erledigen hier und da in schnellen, routinierten Abläufen ihre Pflicht. Die tief liegende Sonne, die durch die Bögen der leeren Lauben in der unteren Altstadt scheint, motiviert Margareta, die dort liegenden Abfallsäcke auf die Seite zu stellen und den morgendlichen Schattenwurf in der Laube mit der Kamera einzufangen.

Laube der Berner Altstadt (Höhe Nydeggkirche)

Die tiefen Temperaturen des Winters drängen die Fotografin dazu, die Berner Lokale aufzusuchen. Bei ihrem Besuch im Oktogon fällt ihr auf dem Weg die bemalte Fassade der Jugendherberge zu Füssen des Bundeshauses auf, womit dieser spontane Schuss auch einen Platz im Buch findet. Trotz Kälte und schlechtem Wetter muss Margareta auch weiterhin draussen ihre Touren machen, denn der berühmte Zibelemärit darf im Buch nicht fehlen. Und um das schon oft abgebildete Münster aus anderen, neuen Perspektiven zu präsentieren, klettert Margareta die 222 Treppenstufen hoch und fängt von oben herab den Wintermarkt ein.

Der Frühling kommt und bringt die bei vielen Bernern beliebten Geranium- und Gemüsemärkte wieder auf ihre Plätze in der Stadt. Das lokale und vielfältige Angebot der Bauern ergibt farbenfrohe Bilder.

Berner Gemüsemarkt

Da die Fotografin bei ihren Ausflügen ab und an der Lust nach einem Gipfeli verfällt, findet sie sich in der Bohnenblust-Bäckerei wieder und denkt sich: «Da ruf ich mal an.» Es lohnt sich, denn sie darf die Backstube besuchen und mit der Kamera den Bäckeralltag festhalten. Auch bei den Berner Handwerkern, wie Fiona Losinger oder der Glaskünstler Halter, ruft sie an und fragt, ob sie die Künstler in ihren Geschäften besuchen und bei ihrer Arbeit fotografieren darf.

Im Sommer legt sie mit Spaziergängen der Aare entlang, hoch und runter, an manchen Tagen über 20 Kilometer zu Fuss zurück. Bei einem spontanen Abzweigen über die Monbijoubrücke blickt sie auf die Aare und das Marzili hinab. Mithilfe der Zoomfunktion entsteht ein interessantes Bild von oben. Beliebte und belebte Plätze mit Pop-ups dürfen natürlich auch nicht fehlen.

Blick von der Monbijoubrücke auf die Wiese im Marzili

Nach rund einem Jahr hat sich so eine Sammlung von rund 10 000 Bildern von Bern angestaut. Mithilfe einer Beamer-Präsentation wird im Team aussortiert, bis die 90 «besten» Bilder definiert sind, die Bern in dem Buch darstellen sollen.

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Kommunikation Mensch zu Mensch

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