Liebe mit Hindernissen

Sie lieben sich, sie streiten sich und können doch nicht ohne
einander: Wir reden hier nicht von der Liebe zweier Menschen –
sondern von jener zwischen Print und Online. Warum diese
Beziehung besondere Pflege braucht.

Online und Print als hybrides Paar

Kommen zwei zusammen, gehen die Gefühle hoch. Am Anfang geht es um alles oder nichts. Print ist tot, heisst es. Oder: Die Zukunft ist alleine Online. In Wahrheit ist es so, wie es in der Liebe meistens ist – ein bisschen komplizierter. Sicher ist, dass Gedrucktes seine alles überstrahlende Bedeutung verloren hat. Um durchschnittlich fünf Prozent sinkt das Drucksachenvolumen jedes Jahr. Dazu kommt die Krise des traditionellen Journalismus, die sich in jährlich sinkenden Auflagen zeigt. Und doch lieben Totgesagte manchmal länger. Print hat Wege aus der scheinbar hoffnungslosen Liebe gefunden. Vor allem bei den Fachzeitschriften, die in fast erstaunlich stabilen Auflagen erscheinen.

Sinnliches Erlebnis
Was machen nun jene Printerzeugnisse so gut, die sich allen Unkenrufen zum Trotz erfolgreich behaupten können? Für Dominic Eichenberger, Leiter der Agentur Stämpfli Kommunikation, ist klar: «Printmedien, die gelesen werden, sind meistens inspirierend und wertig gemacht, und zwar in Inhalt, Form und Gestaltung.» Noch mehr als früher muss Print also in die Qualitätsoffensive gehen, um nicht abgehängt zu werden von der wachsenden Zahl an Nebenbuhlern. Dabei kommt ihm ein gewichtiger Vorteil zupass: sein haptischer Charme. Etwas Natürliches in den Händen zu halten, den Inhalt quasi fühlen zu können – ein Sinneserlebnis, das nur Print bieten kann.

Dafür schlägt Online die traditionellen Drucksachen in anderen Bereichen umso deutlicher. Etwa dann, wenn es darum geht, emotionale Geschichten zu erzählen, verbunden über die verschiedensten Kanäle von Web über Bewegtbild bis Social Media. Der Vorteil der Vielseitigkeit lässt sich gar nutzen, um ganze Welten zu kreieren – so geschehen beim neuen Markenauftritt des Leuchtenspezialisten RIBAG, den Stämpfli bereichsübergreifend umgesetzt hat. Herzstück der Markenwelt ist ein überarbeiteter Webauftritt samt neuem Webshop. Aber Online besticht hier nicht nur mit der praktischen Produkteschau, der Nutzer erhält auch Inspiration über die Emotion, vermittelt über Bewegtbildinhalte. Bei der Partnerschau zeigt sich alles und jeder nur von der besten Seite. Ein Glück für Online, das weitere Trümpfe ganz selbstbewusst ausspielen kann – etwa die Stärke, manche Zielgruppen besser zu erreichen als Print, und die Gabe, schneller auf die Aktualität reagieren zu können.

Print hat Zukunft, wenn er wertig und inspirierend ist. In Inhalt, Form und Gestaltung.

Beziehungsformen testen
Selbst wenn sie es nicht immer so sehen – oft entfalten Print und Online ihre Stärken dann am besten, wenn sie als hybrides Paar auftreten. Es ist fast wie beim Doppel aus Mann und Frau: Hinter jedem erfolgreichen Printprodukt steht ein starkes digitales Gefäss – und umgekehrt. Denn nur so ist es überhaupt möglich, den Vorteil der crossmedialen Spielwiese zu nutzen. Meist stehen beim Sender die Spielgeräte schon bereit, jetzt muss er sich nur noch ans Spielen wagen. Bevor es losgeht, geht es aber um Grundsätzliches, wie Dominic Eichenberger weiss: «Am Anfang steht immer die Fragestellung: Was will ein Sender wem sagen?» Sobald die Ziele pro Zielgruppe klar sind, können die Kommunikationsprofis von Stämpfli aufzeigen, wie die Botschaften und Kanäle hybrid am besten zu vernetzen sind. Vorgehensweisen gäbe es viele, «oft dient Print als Tor zum Digitalen, wo Inhalte multimedial vertieft werden.» Manchmal ist Print das Hauptmedium, sei es bei einem vierteljährlich erscheinenden Magazin, das in den Zeiten dazwischen mit Aktualitäten über Social Media Ergänzung findet. Ein Mix, der nicht immer einfach zu finden ist. Darum gilt für Print und Online wie für ein streitlustiges Paar: Manchmal hilft ein Coaching am besten weiter.

Wollen auch Sie Ihre Botschaften und Kanäle hybrid vernetzen? Kontaktieren Sie uns: Dominic Eichenberger, Leiter Stämpfli Kommunikation, dominic.eichenberger@staempfli.com, +41 31 300 65 65.

Lesen Sie weitere spannende Beiträge rund um die Stämpfli Gruppe in unserem Geschäftsbericht 2018.