Stämpfli AG
Jul 18 · 6 min read

Deborah Gomes Schwob, Lernende Polygrafin bei der Stämpfli AG, berichtet über das vergangene NextGen-Camp in Meiringen.

Teamwork ist überall von grosser Bedeutung. Sei es in der Arbeit, in der Schule, in der Familie oder im Freundeskreis. Sich in einem Team einzuleben, ist nicht immer einfach, auch nicht für uns Junge. Was braucht es, damit die Chemie in einem Team stimmt? Was hat die Zusammenarbeit für Auswirkungen auf unsere Zukunft? Diese Fragen wurden mir in nur einer Woche beantwortet und klargemacht.

Quelle: Swiss Economic Forum, NextGen Camp 2019
Quelle: Swiss Economic Forum, NextGen Camp 2019
Quelle: Swiss Economic Forum, NextGen Camp 2019

Vom 20. bis zum 26. Mai 2019 war ich für viereinhalb Tage in einem Unternehmer-Bootcamp bzw. Wirtschaftscamp. Das NextGen-Camp wurde vom SEF (Swiss Economic Forum) initiiert. Das SEF organisiert Wirtschaftstreffen für CEOs, Manager sowie Vertreter aus vielen Bereichen der Wirtschaft. Dieses Camp war sehr lehrreich und inspirierend. Ich konnte so viele wundervolle Erfahrungen machen und ebenso viele tolle Leute kennenlernen. Es ging im Camp hauptsächlich um Wirtschaft und darum, unternehmerisches Denken zu erlernen sowie zu erfahren.

Im Verlaufe der Woche konnte ich viele verschiedene Unternehmer kennenlernen sowie Leute mit inspirierenden Geschichten und Karrieren. Die Leiter vom Camp waren oder sind noch selbst als Unternehmer tätig und konnten uns somit auch sehr viel von ihrer Erfahrung mitgeben. Die Teilnehmenden waren in meiner Altersgruppe, also zwischen 16 und 22 Jahre alt. Wir haben in Gruppen gelernt, wie man in einer Excel-Simulation einen Businessplan erstellen kann, und die drei besten Gruppen haben schlussendlich einen Preis gewonnen.

Wir hatten viele Vorträge von Unternehmern im Lagerhaus in Meiringen. Daraufhin arbeiteten wir an Kurzvorträgen, sogenannten «Pitches», für Kunden wie UBS, SBB und Mobility. Unsere Aufgabe war es, innerhalb von drei Minuten den drei Kunden eine gut realisierbare Strategie vorzustellen, wie sie bewirken können, dass sich mehr junge Leute für ihr Angebot interessieren.
Diese Aufgabe war zum Teil eine echte Herausforderung, denn wir mussten uns nicht nur darauf fokussieren, was uns gefallen würde, sondern darauf, was unsere gesamte Zielgruppe gut finden würde. Für diese Aufgabe wurden wir in Gruppen eingeteilt. Meine Gruppe hatte den Fall Mobility. Die Frage war: «Wie können wir mehr junge Leute dazu bringen oder motivieren, Mobility-Fahrzeuge und unser Angebot zu nutzen?» Und aus dieser Frage entstanden ganz viele Überlegungen innerhalb der Gruppe. Wir arbeiteten die ganze Zeit über zusammen und strebten gemeinsam Lösungen an.

Am letzten Tag des Camps hatten wir die grosse Ehre, am SEF 2019 teilzunehmen. Es war unglaublich! Dort waren so viele bekannte Unternehmer, auch vom Ausland, anzutreffen. Wir bekamen praktisch alle Vorträge mit. Leute wie Donna Carpenter, Tal Ben Shahar, Nestlé-Chef Ulf Schneider, der potenzielle Nachfolger von Theresa May, Boris Johnson, der Schweizer Bundesrat Ueli Maurer und viele mehr haben sich vorne auf der Bühne präsentiert. Es war höchst interessant, all diese Leute zu sehen und anzuhören. Diese Erfahrung zu machen, war etwas ganz Spezielles, und das werde ich nie mehr vergessen. Und ich denke, genau so erreicht man die Leute, vor allem die kommenden Generationen, uns Junge, indem man sie mit solchen Einblicken fördert.

Zum Schluss vom Tage konnten wir endlich unsere «Pitches» den Kunden vortragen, um sie mit unseren Ideen und Überlegungen zu überzeugen. Ich denke, für alle, die im Camp dabei waren, waren die ganze Woche sowie der aufregende Abschluss ein Riesenerfolg und unvergesslich.

Was ist wichtig, wenn man im Team arbeitet?

Quelle: Swiss Economic Forum, NextGen Camp 2019
Quelle: Swiss Economic Forum, NextGen Camp 2019
Quelle: Swiss Economic Forum, NextGen Camp 2019

Man soll sich selbst sein können und sich nicht ständig verstellen müssen. Das ist eines der wichtigsten Dinge für eine gute Chemie im Team. Klar muss man sich seinem Team in gewissen Bereichen anpassen, aber solange man nicht seine eigene Meinung einbringen kann, nicht sich selbst sein kann und so auch die Freude an der Arbeit verloren geht, gehört man da einfach nicht hin.

Man kann die höchste Position haben und am meisten Geld von allen, aber solange man mit seiner Arbeit nicht glücklich ist und es nicht gut mit seinem Umfeld hat, ist das Arbeiten einfach nur eine Qual. Für eine gute Zusammenarbeit braucht es meiner Meinung nach Leute aus verschiedenen Generationen, sofern das möglich ist. Das heisst Leute mit verschiedenen Perspektiven und Denkweisen. Ich bin davon überzeugt, dass man so viel schneller eine gute Lösung findet, als wenn ein Team nur aus Menschen der gleichen Generation besteht, die alle den gleichen Abschluss an der gleichen Universität absolviert haben. Damit will ich nicht sagen, dass dieser Weg falsch oder schlecht ist, sondern dass die andere Variante meiner Meinung nach effizienter sein kann, weil verschiedene Ansichten ins Spiel kommen, weil verschiedene Köpfe mit verschiedenen Denkweisen eingesetzt werden. Das führt meistens zu kreativeren Lösungen, zu Lösungen, die es so noch nicht gab. Darum sind die Wahl von seinem Geschäftspartner und seinen Mitarbeitern und die Zeit, die man für deren Suche investiert, absolute Priorität, wenn man ein qualifiziertes und glückliches Team aufbauen will.

Es geht schlussendlich darum, dass sich der «Führer» und die «Geführten» fragen können: «Wo wollen wir ZUSAMMEN hin?»

Quelle: Swiss Economic Forum, NextGen Camp 2019
Quelle: Swiss Economic Forum, NextGen Camp 2019
Quelle: Swiss Economic Forum, NextGen Camp 2019

Erkenntnisse, die ich aus dieser Woche mitnehme

Ich nehme so vieles mit, aber vor allem, dass man mutig sein darf, dass man mutig sein soll. «Man darf sich auch vor der 90. Minute freuen», hat uns Bernhard Heusler (Expräsident vom FC Basel) auf den Weg mitgegeben, und wenn du etwas wirklich mit Leidenschaft tust und es dir wirklich gefällt, dann sollst du nie aufhören, deine Leidenschaft auszuüben und deine Ziele zu verfolgen.

Dabei muss man sich auch darüber bewusst sein, dass einem immer wieder Stolpersteine in den Weg gelegt werden und dass es immer wieder «Downs» gibt. Das Schöne ist jedoch, dass es nach einem «Down» auch immer wieder zu einem «Up» kommt. Das heisst, das Leben besteht immer wieder aus «Ups and Downs». «Wenn man das Gefühl hat, man ist am Ende, man wisse nicht mehr weiter und man habe eigentlich alles falsch gemacht, dann soll man sich freuen, denn schlussendlich kann es nur noch bergauf gehen», bekamen wir von Martin Jucker (VR-Präsident der Jucker Farm) zu hören. Das klingt im ersten Moment vielleicht skurril, aber genau so ist es. Genau dieser Gedanke ist oftmals die letzte Motivation, wieder optimistisch zu werden, sich wieder Richtung «Up» zu bewegen.

Mutig sein habe ich vorhin erwähnt. Das hat auch viel damit zu tun, dass man manchmal Umwege machen muss oder soll. Manchmal wird einem nicht der bestmögliche Weg vor die Füsse gelegt, und genau dann soll man auch die Flexibilität haben, einen vielleicht schwierigeren, holprigeren Weg zu gehen, bei dem man mehr Mut braucht. Vor allem, weil viele Menschen gar nicht die Chance haben, den einfacheren Weg zu gehen, und ich denke, wenn man den schwierigen Weg hinter sich hat, wenn man manchmal Umwege gehen musste und alles aufs Risiko gesetzt hat, dann kann man umso mehr stolz darauf sein, dass man dort angekommen ist, wo man hinwollte. Ich habe gelernt, dass man keine Angst vor der Zukunft haben soll und keine Angst vor Risiken oder Umwegen.

Man soll lediglich Respekt haben. Respekt zu haben, ist immer gut und zeigt, dass man die Sache auch ernst nimmt, aber die Angst grenzt einen ein. Sie verhindert es möglicherweise, weiterzugehen oder dort hinzugelangen, wo man hinwill. Darum ist eines meiner neuen Mottos «Respekt statt Angst». Denn viele Leute haben Angst, Fehler zu machen oder die falsche Entscheidung zu treffen, aber auch hier gilt «Respekt statt Angst», denn Fehler macht jeder, und niemand ist perfekt, deshalb soll man auch zu seinen Fehlern stehen. Man darf Fehler machen, man soll auch Fehler machen, aber das Wichtigste ist, sie zu respektieren und danach zu korrigieren, um daraus lernen zu können.

Deborah Gomes Schwob

Ein «Wow»-Erlebnis

Die Erfahrung im Camp war eine der besten und schönsten, die ich in meinem bisherigen Leben gemacht habe. Ich habe innerhalb einer Woche so viel dazugelernt und so viele verschiedene Eindrücke erhalten. Diese Menschen dort haben mich inspiriert, sowohl die erfahrenen Unternehmer und Leiter wie auch meine Kollegen und Kolleginnen im Camp. Sie haben mich dazu motiviert, jetzt schon danach zu streben, etwas zu bewirken. Jeder und jede auf dieser Welt darf und sollte etwas bewirken können, unabhängig vom Alter. Alle konnten mir etwas sehr Wichtiges mitgeben, und das ist «Zusammen gehts besser». Man kann so viel erreichen im Leben, vor allem wenn man Unterstützung von Menschen kriegt, die an einen glauben. Gib also deine Ziele nie auf, und versuche mit anderen zusammenzuarbeiten, denn das bringt die Welt ein Stück weiter.

Interessante Links

Next Generation: swisseconomic.ch/de/next-gen/
10 Lehrberufe bei Stämpfli: staempfli-lehre.ch

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