A good brand is good business

Nico Wuest
Jun 18 · 7 min read
Mit einer groß angelegten Kampagne versucht Facebook verzweifelt verloren gegangenes Vertrauen in die Marke zurückzugewinnen.

Vereinfachung

Meist sind es wenige Elemente, die wesentlich für die Wiedererkennbarkeit der Marke sind. Das kann eine typische Farbe wie der Gelb-Rot-Kontrast bei DHL, ein charakteristischer Service wie die beschrifteten Cups bei Starbucks, Interface-Elemente wie das Eingabefeld auf der Startseite von Google, der typische Geschmack von Nutella oder Signature Moments wie das Zündschloss links vom Lenkrad bei Porsche sein.

DHL, Starbucks, Google, Nutella und Porsche haben auf sehr unterschiedliche Art für die Marke typische, einfache Assotiationsanker geschaffen, die für Wiedererkennbarkeit und Differenzierung sorgen.

Modularisierung

Die Zahl der Berührungspunkte steigt zunehmend. Statt ein paar Broschüren, Visitenkarten und einem Messestand, prägen heute oft Interaktionen in Social Media, begeisternde Kurzvideos, immersive Umgebungen in VR/AR, zahlreiche digitale Touchpoints mit individuellen Interaktionsmöglichkeiten, inszenierte Events oder spannende Retail Experiences die Markenwahrnehmung - um nur einige von vielen zu nennen. Eine geordnete Reihenfolge der Berührungspunkte, wie im ursprünglichen Sinne der Customer Journey, ist heute nicht mehr gegeben. Berührungspunkte werden also komplexer und vielfältiger, und die Verbindung zwischen einzelnen Kontaktpunkten ist in alle Richtungen offen.

Um eine App für eine Smartwatch zu entwickeln benötigt man ganz andere Design-Module, als wenn man ein Plakat gestaltet. Entsprechend modular muss Design heute gedacht werden.

Automatisierung

Die Ansprüche der Kunden steigen. Marken wie Google, Apple, Microsoft oder Amazon, mit denen die meisten Menschen tagtäglich interagieren, geben den Takt vor. Eine individuelle, möglichst personalisierte und stets relevante Ansprache und Interaktion werden erwartet. Am einfachsten ist dies natürlich über einen Kundenberater aus Fleisch und Blut. Wenn jedoch künftig Produkte und Services in hoher Zahl für Kunden individualisiert und personalisiert werden, so können dies Menschen nicht in effizienter Form leisten.

Interaktion

Früher haben Markenverantwortliche einen uniformen Markenauftritt und gebetsmühlenartig immer wieder dieselben Botschaften gesendet, mit der Hoffnung beim Betrachter die gewünschte Wirkung zu entfalten. Es gab zudem keine Möglichkeit für den Betrachter zu reagieren, Feedback zu geben oder selbst eigene Ideen einzubringen. Heute nimmt die Interaktion mit der Marke eine tragende Rolle in der Wahrnehmung ein: Wie verhält sich die Marke mir gegenüber? Was kann ich mit ihr machen? Geht die Marke auf meine Bedürfnisse ein? Agiert die Marke mit mir auf Augenhöhe? Aber auch: Passt die Marke zu mir, mag ich die Marke? Über die Interaktion entsteht die Beziehung zwischen Marke und Kunde. Und wie zwischen Mensch und Mensch ist auch die Qualität einer Beziehung zwischen Marke und Mensch ausschlaggebend für langfristige Bindung, Vertrauen und Glaubwürdigkeit.

Die Leistungsfähigkeit von Marken

Urbanisierung, Globalisierung, Individualisierung und Digitalisierung bieten enorme Chancen für Unternehmen. Die Wahrnehmung von Marken hat sich durch diese Megatrends radikal geändert, aber viele Unternehmen haben auf die Veränderungen nicht reagiert. Die Marke war noch nie nur das Logo - aber mehr denn je ist die Marke heute Orientierungspunkt in einer immer komplexer werdenden Welt und vor allem zentrale Schnittstelle zum Kunden. Daher geht die Leistungsfähigkeit von Marken, sowie des gesamten Unternehmens Hand in Hand.


STRICHPUNKT DESIGN

This is what we're up to behind the curtain.

Nico Wuest

Written by

Creative mind and designer from Stuttgart / Head of Design Systems at Strichpunkt Design.

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